Vernissage im „Gänsebachers“

Stadtansichten treffen auf Skulpturen

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Karin Altrogge und Uwe Hansmann stellen im „Gänsebachers“ aus.

Weyhe - Von Dagmar Voss. Farbstarke Bilder stehen in Kontrast mit eher monochromen Objekten, so wie sich großformatige Gemälde und Skulpturen aus Holz oder Stein ergänzen in der neuen Ausstellung in den Räumen des Leester Lokals „Gänsebachers“. Unter dem Titel „Stadt trifft Natur“ präsentieren Karin Altrogge und Uwe Hansmann seit Freitag gemalte Städteansichten und dreidimensionale Objekte.

Laudator Gert Schröder wies die Besucher in seiner kleinen Rede darauf hin: „Den Bereich Stadt deckt die Kirchdorferin Karin Altrogge ab, während der Bildhauer Uwe Hansmann seine Materialien aus der Natur bezieht und er auch viele seiner Formen und Motive durch die Natur inspiriert sieht.“

Schon im Eingang begrüßt „Pan“ die Besucher, ein aus Buche geformtes, geweihähnliches Objekt von Uwe Hansmann.

Weiter hinten, auf der kleinen Mauer mitten im Gastraum, hat der Zahntechnikermeister eine kleine, filigrane Statue platziert, seine „Glasspannerraupen“ aus Dentalkeramik und Glas. Da kann dem Betrachter schon die Idee kommen, dass diese Tiere tatsächlich existieren könnten, denn sie scheinen um den Rand des zerbrochenen Glases zu krabbeln. Dazu gesellen sich im oberen Ausstellungsbereich einige Berlin-Ansichten von Karin Altrogge.

Die überwiegende Zahl der Ausstellungsstücke befindet sich im unteren Raum: auf Podesten positionierte Werke des Bremers Hansmann sowie Aquarelle, Acryl- und Mixed-Media-Bilder von Karin Altrogge.

Die faszinierenden Statuen Hansmanns lenken das Auge des Betrachters immer wieder auf überraschende Details. Mal sind es raumgreifende, organische Figuren, die an Menschen oder Tiere erinnern; mal sind es fragile Verbindungen von Holz und Stein. Immer verlocken seine Werke zu eigenen Interpretationen, zu einem mentalen Wandern in inneren Gefilden, die sich durch das Betrachten der Kunstwerke öffnen.

Als Beispiel dient der eindrucksvolle „Transformer“, den Hansmann aus einem von Borkenkäfern befallenen Apfelstamm entwickelt hat. „Bei der Bearbeitung begrüßten ihn noch einige Käferlarven“, sagte Schröder, „und dann entstand ein riesiger Käfer, symbolisch für den Kreislauf der Natur.“

Ganz anders die Städtebilder von Karin Altrogge. Dabei erinnert sich der Betrachter womöglich an eigene Erfahrungen, an ähnliche oder vielleicht auch völlig andere Farbimpressionen bei den abgebildeten Bauwerken der Städte. Berlin und Hamburg, Prag und Venedig gehören zu den Lieblingsstädten Altrogges. Und dort sind es augenscheinlich die Brücken, die zu ihren Favoriten zählen – etwa die venezianischen oder hamburgischen Ansichten, bei denen die mit farbkräftigem Acryl vermischten Zeitungsausschnitte ungewohnte Perspektiven vermitteln. Nicht so sehr das erwartete Wässrige, sondern – wie bei der „Speicherstadt“ – eher starke Rot- und Ockertöne dominieren. Schröder beobachtete: „Hier hat sich die Künstlerin vom Ziegelrot der Backsteine inspirieren lassen, das sich im Fleetwasser spiegelt; die Farbtöne verbreiten eine Ruhe, die man in einer geschäftigen Stadt wie Hamburg nicht erwartet.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Oktober in den Räumen des „Gänsebachers“ zu sehen.

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