Direktorin Karin Busch wechselt im Sommer in den Ruhestand

Als Vermächtnis eine Art IGS für fünfte und sechste Klassen

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Karin Busch ist ein KGS-Urgestein. Die 65-jährige Direktorin hat die Kirchweyher Schule mit geplant.

Kirchweyhe - Von Sigi Schritt. KGS-Direktorin Karin Busch hat geht nicht ohne Vorbereitungen für das kommende Schuljahr zu hinterlassen.

Die KGS Kirchweyhe trägt sowohl die Handschrift ihres ersten Direktors Peter Bennemann als auch die der amtierenden Leiterin Karin Busch. Als noch nicht einmal die ersten Mauern standen, hatte sie sich in der KGS-Planungsgruppe bereits sehr viele Gedanken gemacht, wie die Schule später pädagogisch ausgerichtet werden kann. Die 65-Jährige wechselt im Sommer in den Ruhestand und hat wieder ein Feld vorbereitet, damit die Schüler der fünften und sechsten Klassen schulzweigübergreifend mit einer sogenannten Leistungsdifferenzierung innerhalb des Klassenverbands lernen können.

Die Direktorin ist sich sicher, dass sich dieser Untericht bewähren wird, weil Schüler nicht so früh getrennt werden. In Anspielung auf die drei Schulzweige sagt sie, dass es doch nicht nur drei verschiedene Menschentypen gebe.

Das soetwas gelingen kann, habe sie an der KGS Tarmstedt erlebt, wo sie von 2007 bis 2010 als Didaktische Leiterin der KGS Tarmstedt fungierte. Dort habe sie in der fünften Klasse eine Mischform zwischen KGS und IGS kennengelernt, bevor sie vor sechs Jahren in Kirchweyhe das Amt der Direktorin übernahm. Ihrer Ansicht nach verdient „jedes Kind die optimale Förderung“. Deshalb soll mit der Einführung der integrierten Eingangsstufe in Kirchweyhe der Klassenverband erhalten bleiben. Der neue Schulerlass sehe sogar vor, so bis zum achten Jahrgang verfahren zu können.

Die KGS Kirchweyhe habe sich unter ihrer Führung ebenfalls weiter entwickelt: So gebe es einen pädagogischen Mittagstisch und Sozialpädagogen, die sich um die Klassen und um einzelne Kinder kümmern, so Busch. „Wir haben mit der Inklusion die Erkenntnis gewonnen, dass das Projekt mit dem Team steht und fällt, das den Unterricht gezielt vorbereitet. Die Hauptschüler bekommen eine verbindliche Hausaufgabenbetreuung, und fürs bewegte Lernen hat Busch Wackelstühle anschaffen lassen sowie Arbeitsplätze auf den Fluren eingerichtet.

Kinern einen gesicherten Raum geben, lautete stets ihre Maxime. Nach den Terroranschlägen von Paris habe sie alle Schüler im Forum für eine Schweigeminute versammelt und die Schulsprecherin Nora Subra außerdem gebeten, zu den Schülern zu sprechen. „Sie ist selbst Muslima, und wir wollen Toleranz vorleben.“ Die Integration der Flüchtlinge klappt übrigens gut, sagt Busch. „Wir haben Kinder in der KGS, die drei Jahre im Libanon im Lager gelebt haben, und mit dem Boot übers Mittelmeer gefüchtet sind. Ein Elfjähriger konnte nicht lesen und schreiben, wir alphabetisieren ihn. Kinder, die bereits Schulerfahrungen hatten und Englisch spechen, können den Unterricht in der Realschule und im Gymnasium besuchen.“

Die Direktorin lobt, dass alle Räume über einen drahtlosen Internet-Anschluss und Beamer verfügen, doch sie wünscht sich einen hauptamtlichen IT-Administrator, der die Defekte repariert.

„Was sollen wir mit Kindern machen, die permanent aggressiv sind, merkwürdige Verhaltensweisen aufzeigen und viel Aufmerksamkeit benötigen? Wir benötigen eine Einrichtung, die sich auf emotionale-soziale Förderung spezielisiert hat. Die gibt es im Kreis nur in Freistatt.“ Doch es sei unzumutbar, dass ein Kind zwei Stunden lang pro Tag im Taxi sitzt, um dort die Schule zu besuchen. Sie schlägt vor, die Förderschule in der Leester Heide für diesen Bedarf umzuwidmen.

Im Ruhestand will sie mit einem VW-Bus an der Ostsee entlangfahren und in den Iran reisen. „Es ist ein spannendes Land.“

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