Was den Tätern droht

Vandalismus in Werder-Farben zwischen Sudweyhe und Kirchweyhe

Das Brückengeländer an der Straße Im Mühlengrunde mit grün-weißer Farbe beschmiert.
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Gerade montiert, prompt beschmiert: das Brückengeländer an der Straße Im Mühlengrunde im November mit illegalem Anstrich.

Das Brückengeländer an der Straße Im Mühlengrunde ist im November mit grün-weißer Farbe beschmiert worden. Mittlerweile gibt es in Weyhe aber noch weitere Opfer der Beschmierung.

  • Vandalen haben im November das neue das Brückengeländer an der Straße im Mühlengrunde mit grün-weißer Farbe beschmiert.
  • Einige Stromkästen in der Gemeinde sind mittlerweile ebenfalls grün-weiß.
  • Die Polizei schließt einen Zusammenhang nicht aus.

Weyhe – „Lebenslang Grün-Weiß“ – für die meisten Werder-Fans ein Lebensmotto, für einige Vandalen offenbar Motivation zur Sachbeschädigung. Denn seit einiger Zeit häufen sich in der Gemeinde Schmierereien in den Farben des Bremer Fußballvereins.

Eins der jüngsten Opfer: das Brückengeländer an der Straße Im Mühlengrunde. Nach monatelangen Sanierungsarbeiten war die Strecke Mitte November freigegeben worden, inklusive neu installiertem Geländer aus Holz. Und das bekam prompt einen neuen illegalen Anstrich. „Es handelt sich – bei aller Nähe zu Werder – selbstverständlich nicht um eine Farbgestaltung der Gemeinde“, stellte Bürgermeister Frank Seidel klar. Derartige Aktionen würden von der Gemeinde auch nicht toleriert. Die grün-weiße Farbe solle in jedem Fall beseitigt werden, hieß es im November.

Wurde sie dann auch. Dazu musste das erst einige Wochen junge Geländer zwecks Überarbeitung wieder komplett abgebaut und beim Tischler abgeschliffen werden. „Vor Ort wäre dies nicht so einfach möglich gewesen. Mittlerweile ist es wieder installiert. Der letztlich entstandene Schaden dürfte sich nach unserem Wissensstand auf etwa 3000 Euro belaufen“, erklärt Sebastian Kelm, Pressesprecher der Gemeinde.

Der Täter bleibt aber weiterhin unbekannt, teilt Andine Sieling von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) mit. Als erweiterter Teil der Straße ist das Geländer Eigentum der Landesbehörde.

Ebenfalls ein grün-weißes Opfer: der Stromkasten an der Kirchweyher Straße gegenüber vom Trafo.

Aber nicht nur das Brückengeländer wurde unlängst zum Objekt der Beschmierung. Auch mehrere Stromkästen in der Gemeinde sind jetzt grün-weiß, wie beispielsweise an der Kirchweyher Straße gegenüber vom Jugendhaus Trafo. Neben diesem sind im weiteren Straßenverlauf noch zwei andere Stromkästen – sogenannte Kabelverteilerschränke – bemalt worden, berichtet Ralph Montag, Sprecher der Avacon. „Wir werden versuchen, bei allen drei Kabelverteilerschränken die Farbe in den nächsten Tagen mit einem Lösungsmittel zu entfernen. Sollte dies nicht erfolgreich sein, werden wir die drei überstreichen. Falls gestrichen werden muss, wird es dann allerdings vermutlich März werden, da wir geeignete Wetterbedingungen benötigen“, so Montag. Auch bei diesem Fall ist der Verursacher unbekannt.

Zusammenhang zwischen den Schmierereien in Weyhe?

Gibt es einen Zusammenhang? Gibt es zwischen den grün-weißen Schmiereien einen Zusammenhang? „Das können wir noch nicht sagen, es müssen die Ermittlungen ergeben. Auszuschließen ist ein Zusammenhang aber nicht“, sagt Thomas Gissing, Pressesprecher Polizeiinspektion Diepholz.

Einen Vandalismus-Schwerpunkt gebe es in Weyhe laut Gemeinde nicht. Wie Andine Sieling von der NLStBV mitteilt, werden aber häufiger Lichtsignalanlagen beschädigt, Schilder beklebt und Brücken besprüht. Besonders häufig treffe es die Lichtsignalanlage am Schwimmbad.

Was den Tätern droht

Grundsätzlich könne die Gemeinde nur sagen, dass sie bei ähnlich gelagerten Fällen an ihrer Null-Toleranz-Strategie festhält. Das heißt: „Wir gehen konsequent gegen Vandalismus vor, leiten mitunter auch zivilrechtliche Schritte ein. Aufrufe in der Öffentlichkeit haben schon häufig zu sachdienlichen Hinweisen geführt, mit denen Verantwortliche ausfindig gemacht wurden. Oder auch dazu, dass diese sich selbst gemeldet und ihre Tat eingeräumt haben. Sie wurden dann in der Regel auch zur Verantwortung gezogen“, so Kelm.

Mittlerweile steht das Brückengeländer wieder.

Was droht den Tätern, wenn sie erwischt werden? Inwiefern die Verursacher zur Rechenschaft gezogen werden können, hänge nicht zuletzt von ihrem Alter ab. Sprich: Handelt es sich um nicht strafmündige Kinder unter 14 Jahren, oder kommt das Jugendstrafrecht zur Anwendung oder geht es um Erwachsene, womöglich sogar um Wiederholungstäter? Normalerweise, so eine Einschätzung des Justiziariats der Gemeinde Weyhe, kommt da aber eine Geldstrafe in Betracht, die sich unter anderem an der Schadenshöhe bemisst.

Thomas Gissing: „Zumeist sind das Sachbeschädigungen. Hier fangen die Strafen bei Geldstrafen an und steigern sich dann bis zu Haftstrafen, je nach schwere, Schaden und Wiederholung.“

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