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„Sicherheit für ältere Menschen hohes Gut“

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Von: Sigi Schritt

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Die Bewohner sind Helga Görgens ans Herz gewachsen: Sie betreut sie weiterhin. Ein Schnack gehört dazu.
Die Bewohner sind Helga Görgens ans Herz gewachsen: Sie betreut sie weiterhin. Ein Schnack gehört dazu. © Sigi Schritt

Unternehmer Rolf Specht ist in den 1990er-Jahren Pionier für betreutes Wohnen in Weyhe

Weyhe – Wenn es im Alter gesundheitlich unmöglich wird, weiter in den eigenen vier Wänden zu leben, geht man in ein Pflegeheim. Was ist aber, wenn man lediglich Unterstützungsbedarf benötigt und vielleicht noch eine Sicherheit, einen verfügbaren Ansprechpartner in der Nähe zu wissen? Das war für Unternehmer Rolf Specht aus Erichshof Mitte der 1990er-Jahre die Ausgangslage, um die Rosengarten-Seniorenwohnanlage „Pro Domo“ in Kirchweyhe zu errichten.

Idee vom Service-Wohnen war in der Region neu

Die Idee vom sogenannten Service-Wohnen war in der Region neu, sagt Rolf Specht. Mittlerweile ist mehr als ein Vierteljahrhundert vergangen und das Konzept sei nach wie vor unverändert. Für den Unternehmer ein Beweis, dass er und seine damaligen Geschäftspartner mit dieser Idee richtig lagen: Die Wohnanlage umfasst drei Häuser am Krefelder Weg. Es sind 1995 insgesamt 60 barrierearme Wohneinheiten entstanden, die eine Größe zwischen 55 und 60 Quadratmeter haben. Anfang der 1990er hatte er auch die Idee, am Richtweg eine Senioren-Residenz zu bauen. „Heute nennt man es Pflegecampus“, so Specht. Das existiere in Weyhe seit mehreren Jahrzehnten, nur nicht auf gleichem Grundstück. Für die Wohnungen und deren künftigen Mieter sei es damals wichtig gewesen, mit einem klassischen Pflegeheim nix zu tun zu haben, so Specht. Das bestätigt Helga Görgens (70), die in dieser Anlage langjährig als erste Hausdame gearbeitet hat. Das ist vergleichbar mit einem Concierge in einem Hotel, also einer Person, die sich um die Wünsche der Gäste kümmert. Im Fall von Görgens sind es nicht Gäste, sondern Bewohner.

Die damalige Specht-Kuhlmann-Gruppe hatte die Rosengarten-Häuser gebaut und dann an Kapitalanleger verkauft. „Von denen wiederum haben wir die Wohnungen angemietet. So treten wir als Vermieterin auf“, sagt Specht.

Rosengarten-Projekt in Kirchweyhe hat Nerv getroffen

Dieses Projekt an der Krefelder Straße habe offenbar damals einen Nerv getroffen. Specht kann sich noch gut an die Info-Veranstaltung im damaligen Gasthaus Dörgeloh erinnern. Er habe mit 30 Interessenten gerechnet. „200 Menschen kamen, die sich fürs betreute Wohnen interessiert haben.“ Die Motivationen, in eine 60 Quadratmeter-Wohnung einzuziehen, seien unterschiedlich gewesen: Mal seien für die Interessenten die eigenen Wohnhäuser zu groß geworden, mal waren die Gartenpflegearbeiten zu viel. „Ihnen gefiel es, dass sich eine Hausdame um ihre Belange kümmert“, sagt Specht. „Sicherheit ist für ältere Menschen ein hohes Gut.“

Bewohner sind derzeit 63 bis 99 Jahre alt

Die Bewohner sind derzeit 63 bis 99 Jahre alt. Sie leben weiter wie bisher, nur laut Specht in kleineren Wohnungen. Die ehemalige erste Hausdame Helga Görgens, die noch immer in der Anlage als Mitarbeiterin tätig ist, bestätigt dies. Eine Hausdame sei stets Seele des Hauses. „Für manche Menschen ist es schon beruhigend, wenn mein Auto auf dem Parkplatz steht.“ Wer alleinstehend ist, muss nicht unbedingt kochen können, obwohl die Wohnungen mit Einbauküchen ausgestattet seien. „Man kann sich ein Essen dazu buchen.“ Für Görgens ist es wichtig, dass sich die Menschen nicht aufgeben. Nur wer sich aufgebe, werde schneller alt. Helga Görgens möchte, dass die Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben führen. Deshalb habe sie ein Unterhaltungsprogramm organisiert Ausflüge und besondere Nachmittag bieten Abwechslung und sorgen für soziale Kontakte.

Das Projekt Rosengarten-Seniorenwohnanlage „Pro Domo“ sei gut angekommen, bestätigen Rolf Specht und die langjährige Hausdame Helga Görgens (l.).
Das Projekt Rosengarten-Seniorenwohnanlage „Pro Domo“ sei gut angekommen, bestätigen Rolf Specht und die langjährige Hausdame Helga Görgens (l.). © Sigi Schritt

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