Tierbeobachter ärgert sich über Mülltouristen: Bauschutt auf Feldweg abgekippt

Unruhe im Sudweyher Greifvögel-Biotop

Versperrt einen Feldweg: Illegal entsorgter Bauschutt.
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Versperrt einen Feldweg: Illegal entsorgter Bauschutt.

Weyhe – „Das ist eine Riesensauerei“, schimpft der Vogelbeobachter Josef Teupe. Er ist wieder einmal mit seinem Hund in Sudweyhe unterwegs. Er hat auf einem Feldweg einen großen Haufen mit Bauschutt entdeckt. „Jemand hat offensichtlich eine Hängerladung mit Abbruchsteinen und Mörtelresten abgekippt.“ Außerdem wurden Gartenreste samt Plastikbeutel illegal entsorgt.

Teupe ärgert sich „über den Mülltourismus“. Er hat einen Zettel mit einer Adresse gefunden, die zu einem Bremer gehört und die Polizei informiert.

Durch diesen Bauschutt werde die Zufahrt zur Gasregelstation, die sich an der Weser gegenüber von Bollen befindet, versperrt, sagt er. Die Folge: Fahrzeuge nehmen einen anderen Weg - zum Beispiel über die Wiesen. Teupe deutet auf die Reifenspuren. „Die Fahrzeuge machen die Wiese kaputt.“ Da versündigen sich Menschen bewusst an der Umwelt, weil am Deich die Natur in Ordnung ist. „Es sei ein Biotop. Das gesamte Ökosystem stimmt, weil sich Greifvögel niederlassen.“

Er zählt einige Arten auf, die er regelmäßig zwischen der Weser und dem Deich beobachtet: Falken, Wanderfalken, Turmfalken, Rohrweihen, Rotmilane, Bussarde. Das Besondere sei aber ein Seeadler-Pärchen, das sich wohl paaren werde. Sie befänden sich auf Schlafbäumen und rückten dort zusammen, habe er beobachtet. Im Frühjahr sei dann die Balz. Der Horst befinde sich einen Kilometer Luftlinie entfernt. „Die Vögel sehe ich jeden Tag, sie fliegen von ihrem Horst bis zum Weserwehr und nicht weiter als nötig.“

Auf den Wiesen hinterm Deich gebe es „Futter ohne Ende“. Auch frischer Fisch aus der Weser oder der Alten Weser schmecke den Vögeln.

Vor zehn Jahren habe er den ersten Seeadler gesehen, der über Weyhe und Achim seine Runden zog (wir berichteten). Damals hatte der Vogelbeobachter die Sudweyher Wiesen bereits als Greifvögel-Biotop gesehen. Es hat sich so entwickelt, wie er es vor einem Jahrzehnt prognostiziert hat. „Die Voraussetzungen stimmen, weil die Bauern einen guten Job machen.“ Was Teupe damit meint? Sie würden eine umweltverträgliche Landwirtschaft betreiben und keine großen Pestizide einsetzen.

Vor zehn Jahren sei in Weyhe das deutsche Wappentier, das im Bundestag stilisiert und überdimensional groß zu sehen ist, noch eine kleine Sensation gewesen. Die Schutzbemühungen seit Ende der 1970er-Jahre hätten sich bezahlt gemacht, sagt Teupe, der sich über viele Jahre in der Brutbeobachtung engagiert hat. Jetzt gebe es 700 Seeadler-Brutpaare in Deutschland. Teupe hofft, dass dem Weyher Paar im Anschluss an die Balz nach knapp 40 Tagen zwei Jungvögel schlüpfen.

Von Sigi Schritt

Ebenfalls illegal abgekippt: Gartenabfälle.

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