Unterricht im Hattesohl-Trakt ab November

Sanierung der KGS Leeste: Ein Blick hinter die Bauzäune

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Ungewöhnliche Perspektive: Die Bauleiterin und Architektin Tanja Remke kann durch die Feuerschutztür komplett durch den Trakt sehen. In den großen Säcken lagert das alte Dämmmaterial, das entsorgt wird.

Leeste - Von Sigi Schritt. Es ist laut Bürgermeister Andreas Bovenschulte das größte Bauprojekt der vergangenen Jahrzehnte: die Sanierung der KGS Leeste. Sie soll nach einer Berechnung rund 16,6 Millionen Euro kosten. Eine Stippvisite in der Schule zeigt, was mit den Steuergeldern passiert. Die Abrissarbeiten sind bereits in vollem Gang. Während auf dem Schulhof – unterhalb der ehemaligen Musikräume und der Bücherei Handwerker Container um Container füllen, wird gegenüber, im Hattesohl-Trakt, bereits temporeich am Aufbau gearbeitet.

Andreas Bovenschulte und die Architektin Tanja Remke, die mit ihrem Büro die Bauleitplanung übernommen hat, ziehen in ihrem Sachstandsbericht ein positives vorläufiges Fazit. „Die Unternehmen arbeiten sauber, zuverlässig und schnell.“

In den Sommerferien hatte der Abbruch der Räume begonnen, die für den Textilbereich und fürs Kochen reserviert waren. Die alte Struktur gibt es nicht mehr. Die Möbel und Utensilien sind entweder eingelagert, gespendet oder landeten im Container. „Es wurde nur das weggeworfen, was wirklich nicht mehr zu gebrauchen war“, so Remke. „Seit drei Tagen wird in der ehemaligen Lehrküche Musik unterrichtet“, sagt die Architektin. Zuvor halfen Lehrer, Hausmeister und Mitarbeiter des Bauhofs, die Instrumente sowie Schränke und Schwerlastregale aus Metall quer durch die Schule zu tragen. Das Piano steht nun im kleinen Forum.

Da die Schüler aus ihren angestammten Räumen ausgezogen sind, können die Handwerker dort loslegen: In Schutzanzügen gehüllt, entkernen sie das Areal rund um das Kulturforum und entfernen Trennwand um Trennwand. Auch die Bühne soll in wenigen Tagen Geschichte sein.

Wer durch diese Schleuse geht, sollte eine Schutzkleidung anziehen und wegen der Staubentwicklung eine Atemmaske tragen.

Das gleiche Schicksal ereilte bereits im Obergeschoss die vielen Zwischenwände der ehemaligen Bücherei und der angrenzenden Unterrichtsräume. Bis zum Nikolaustag sollen alle Abrissarbeiten in diesem Bauabschnitt zu Ende sein, gibt Remke den weiteren Zeitplan vor.

Wer derzeit über das Treppenhaus nach oben will, muss zwingend durch eine Sicherheitsschleuse, die den Staub fernhält. Der geschützte Bereich dürfe nur mit Schutzkleidung betreten werden. Das ist Vorschrift“, erklärt Tanja Remke. Alle Handwerker sind in Overalls gehüllt, die von der Optik denen ähneln, die die Spurensicherer stets in einem ARD-Tatort-Krimi tragen. Bei der Entkernung haben die Handwerker eine geringe Menge an Asbest entdeckt, das bereits ordnungsgemäß gemeldet und entsorgt worden ist.

Bei einer Stippvisite gestern Mittag macht Remke vor einer weiteren Schleuse im Obergeschoss Halt und schaut durch das Fenster einer Feuerschutztür. Für Kenner der Schule ist es eine ungewöhnliche Perspektive: Das Gerippe der Betonkonstruktion ist freigelegt. So ist es erstmals seit vielen Jahrzehnten möglich, durch den Trakt bis zu den Außenfenstern zu sehen. Orientierung geben die farbigen Säulen.

Der Hattesohl-Trakt: Handwerker statten die Räume mit neuen Elektroleitungen aus.

Beim Hattesohl-Trakt sind die Handwerksfirmen schon ein großes Stück weiter. Derzeit verlegen die Elektrikerviele Elektrokabel, Kabel fürs Internet sowie Steuerungsdrähte für die Jalousien. Bereits im November sollen alle Räume des ersten und zweiten Stocks wieder für den Unterricht zur Verfügung stehen, kündigt Tanja Remke an.

Alle Arbeiten liegen im Zeitplan. Mehr sogar noch: Sie liegen unterhalb der Kostenberechnung von 5,33 Millionen Euro zu diesem Zwischenstand. Gemeinde und Architektenbüro haben Gewerke beauftragt, die insgesamt 5,18 Millionen Euro fordern. „Wir haben also einen leichten Puffer herausgearbeitet. Das erfreut uns. Es kommen jedoch noch mehr Ausschreibungen.“ Insgesamt 26 Gewerke seien europaweit ausgeschrieben und entweder vergeben oder in Bearbeitung. „15 Ausschreibungen sind noch offen“, so Remke. Es hätten sich je Position drei bis neun Firmen gemeldet. „Die meisten kommen aus dem norddeutschen Raum.“

Sanierung an der KGS Leeste

 © Sigi Schritt
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Die Trennung Baustelle und Schule klappt laut Remke „sehr gut“. Schüler wie Bauarbeiter haben getrennte Eingänge. Gute Kommunikation sei der Schlüssel, damit das Projekt reibungslos läuft. Das gelte auch für die Öffentlichkeit. Schüler konnten sich in Seminaren in den Gestaltungsprozess einbringen. Außerdem sorgen Guckfenster für einen Blick ins Innere. Das erinnert laut Remke an die guten Erfahrungen der Deutsche Bahn, die bei ihren Baustellen ebenfalls für Möglichkeiten zum Durchblick sorgt. 

Gemeinde und das Architektenbüro wollen noch mehr tun als Gucklöcher zu installieren: Sie wollen zum Beispiel Schülerbotschafter ernennen, die die Baustelle regelmäßig besichtigen, und ihren Jahrgängen Bericht erstatten, außerdem soll es am Donnerstag, 1. November, in der Aula eine öffentliche Infoveranstaltung zum Thema geben.

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