Unbürokratische Hilfe

Rückblick: Lions Club Bremer Süden besteht seit 25 Jahren

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Wer zu den Löwen als Neu-Mitglied stößt, wird auch in der Runde eines eingeschworenen Freundeskreises aufgenommen, der für andere Menschen da sein will. Jürgen Lemmermann, Florian Walter, Andreas Bovenschulte, Martin Weniger und Wolfgang Wessler blicken auf den Club Bremer Süden, den es seit 25 Jahren gibt. F

Weyhe – Den Menschen und der Gesellschaft etwas zurückzugeben – das ist der Anspruch, den der Lions Club Bremer Süden verfolgt – und das schon seit einem Vierteljahrhundert.

Neben der tatkräftigen Unterstützung geht es bei dem Zusammenschluss von „Machern“ immer wieder um finanzielle und unbürokratische Hilfen. In 500 Einzelfällen ging es mal um den Ankauf eines Kühlschranks, mal müsse eine Klassen- oder Studienfahrt finanziert werden. An Weihnachten sorgen die Löwen in bis zu 300 Fällen in der Region für leuchtende Kinderaugen, denn ohne den Lions Club würden diese Mädchen und Jungen an Heiligabend keine Geschenke bekommen. Die Löwen sind dankbar, wenn sie Tipps von Kirchengemeinden, Schulen oder Vereinen bekommen.

Darüber hinaus haben die Löwen in der Region und sogar über die Grenzen von Deutschland hinaus sehr viele Projekte angeschoben. Das alles sei nur möglich, weil der Gründungspräsident Wolfgang Wessler vor einem Vierteljahrhundert als damals 46-Jähriger darauf angesprochen wurde, ob er nicht in der Hansestadt den Löwen beitreten möchte. Ihm war aber der Altersschnitt zu hoch. Also suchte er im April 1993 weitere Interessenten, um einen eigenen Club aus der Taufe zu heben. Gesagt, getan.

„Ruckzuck fanden sich die benötigten 21 Mitglieder, neben Habenhausener auch Weyher, darunter der langjährige Wirtschaftsförderer Dieter Helms“, erinnert sich der Gründungspräsident. Diese gemeinsame Idee wollten laut Wessler alle Mitglieder von Anfang an verwirklichen: mit eigenen Aktivitäten Spenden einsammeln, um soziale Projekte zu unterstützen. Um dies möglichst effektiv zu tun, hat Wessler erfolgreich Vertreter unterschiedlicher Berufsgruppen um sich geschart und miteinander vernetzt – das ist bis heute so geblieben: vom Arzt bis zum Juristen, vom Bürgermeister bis zum Handwerker sind in der Männerriege viele Persönlichkeiten vertreten, die allesamt auch ihre Verbindungen und Netzwerke miteinbringen. Die Runde trifft sich regelmäßig und tauscht sich aus, um unbürokratisch Hilfe zu leisten. „Das ist eine segensreiche Arbeit“, findet Bürgermeister Andreas Bovenschulte, der ebenfalls bei den Löwen Mitglied ist.

Das Weinfest ist mit Abstand die bekannteste Aktion des Lions Clubs Bremer Süden, das seit 19 Jahren in die Kasse zuverlässig Geld spült, mit dem unter anderem der Fonds „Weyher Familien in Not“ unterstützt wird. Die Erlöse werden aber nicht vom Club selbst, sondern von einem Förderverein verwaltet, der derzeit von Martin Weniger angeführt wird.

Die Tombola auf dem Herbstmarkt ist übrigens die älteste Aktion. Sie gibt es seit 1994, blickt Wolfgang Wessler zurück. Auch diese Gelder fließen seit Jahren in den Förderverein. Die Höhe der Summen, die in den 25 Jahren bewegt worden sind, wollen die Löwen nicht nennen. Sie hätten es nicht überschlagen, hieß es. Die Summe wird aber sicherlich mehrere Hunderttausend Euro betragen. Die Projekte sind vielfältig: Sie gewähren medizinische Hilfe für eine Schule in Indien, bezahlen Augen-Operationen und Brunnenbautätigkeiten in Namibia – über persönliche Kontakte erfahren die Löwen von vielen Schicksalen. Es geht auch um Tipps vom befreundeten niederländischen Club aus Goor. Künftig soll ein Haus für Waisenkinder in Kenia finanziert werden.

„Jedes Projekt wird abgestimmt“, versichert der Lions-Sprecher Jürgen Lemmermann. Ohnehin wird Transparenz großgeschrieben. Ein weiteres Hilfsprojekte ist die Ausrichtung der Weihnachtsfeier der Bahnhofsmission im Bremer Hauptbahnhof. Als die Löwen gehört hatten, dass an Heiligabend dort der Dienst aus Personalgründen hätte ausfällen müssen, weil die ehrenamtlichen Helfer laut Florian Walter zu ihren Familien wollen, seien die Lions-Mitglieder eingesprungen, berichtet der Unternehmer. Er wird in Kürze die Präsidentschaft übernehmen und kündigt an, dass der Club diese Tradition fortführen wird. Mit einer ganz anderen Tradition wollen die Löwen nicht brechen: Sie wollen weiterhin eine Herren-Riege bleiben.

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