Umweltspaziergang: AWG und Gemeinde ziehen positives Fazit

Erfolgreicher „Kampf gegen Windmühlen“

Hat sich gut gefüllt: Ein Zehn-Kubik-Container.
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Hat sich gut gefüllt: Ein Zehn-Kubik-Container.

Weyhe - Mehr als 720 Kilogramm Müll haben Weyher bei ihren Umweltspaziergängen gesammelt. So viel wog die Fracht des Zehn-Kubik-Containers der AWG Bassum, der mehrere Wochen lang auf dem Bauhof der Gemeinde abgestellt war. Jetzt wurde der Container abgeholt.

Matthias Kühnling, Sprecher der AWG, und Christina Mielke, für diese Aktion zuständige Rathaus-Mitarbeiterin, ziehen ein positives Fazit. „Erfreulicherweise haben in Weyhe viele Menschen mitgemacht“, so Kühnling. Es sei eine kluge Entscheidung gewesen, dass eine Gemeinde nicht, wie in den vergangenen Jahren üblich, einen Müllsammeltag ausruft, sondern einen Zeitraum bestimmt. „Das ist das Beste, was man in der Corona-Zeit hätte machen können“, sagt Kühnling. Die AWG hatte nicht nur Säcke, sondern auch Greifer kostenlos zur Verfügung gestellt.

Kühnling äußert sich zur Menge des Mülls begeistert und bedrückt zugleich. In den Säcken seien viele Plastikteile, Verpackungen, Flaschen und unzählbare Zigarettenstummel gelandet. Alles Dinge, die nicht in die Natur gehören.

Auch Christina Mielke bewertet die Aktion „sehr positiv“. Die vielen Sammler hatten sich ihre Utensilien bequem im Bauhof-Büro abgeholt. Sie mussten laut Mielke noch nicht einmal irgendwelche Zettel ausfüllen. „Wir konnten den Arbeitsaufwand für uns und für die Teilnehmer so gering wie möglich halten.“

Wie bereits berichtet hatten Schüler der Umweltschule Sudweyhe sich ebenso an den Umweltspaziergängen beteiligt wie Mitglieder des Naturschutzbundes. Aber auch Mitglieder des Rathauses hätten die Aktion tatkräftig unterstützt. „Ich habe an der Schulstraße gesammelt“, blickt Christina Mielke zurück. Sie hat sich gewundert, dass sie an einer Stelle im Gebüsch 15 leere „Flachmänner“ entdeckt hat. „Dabei war ein Mülleimer nicht weit.“

Sogar eine Firma hat ihren Angestellten es während der Arbeitszeit ermöglicht, sich für die Belange des Umweltschutzes einzusetzen: Guntmar und Annika Höche sind bei einem Bremer Medizingeräte-Hersteller beschäftigt und haben mit einer weiteren Arbeitskollegin jeweils drei Stunden in Erichshof an der B 6 gesammelt, wo die Straße auf die Umgehungsstraße trifft. Ihre Ausbeute, fünf Säcke, brachte das Paar rechtzeitig vor der Abholung des Containers zum Bauhof.

„Ich finde die Aktion cool, dass es aber soweit kommt, finde ich traurig“, so Guntmar Höche. Es sei zudem „ein Kampf gegen Windmühlen“. Der Erichshofer berichtet, dass das Trio eine beliebte Stelle abgesucht hat, wo Autofahrer sich ihrer Zigarettenstummel ebenso entledigen wie der Verpackungen von Fast-Food-Läden.

Nicht gewundert, sondern sogar geärgert hat sich Annika Höche. „Ich finde es eine Unverschämtheit, dass wir sammeln und Jugendliche, die an uns vorbeigehen, Sachen wegwerfen.“ Das kann durchaus passieren, kommentiert der AWG-Sprecher Kühnling. Aber zum Glück gibt es engagierte Bürger, die den Unrat wieder aufsammeln.

Findet der Umweltspaziergang im kommenden Jahr eine Neuauflage? Das kann durchaus möglich sein, so Mielke. Sie sagt, dass sie sich eine Kombination aus einem Sammeltag und Sammelwochen um das Ereignis herum vorstellen könne. Das sei deshalb möglich weil, Gemeinde und AWG registriert hätten, dass die Teilnehmer gewillt seien, Säcke abzuholen und an eine Stelle zu bringen. In den vergangenen Jahren sei es üblich gewesen, 50 Sammelstellen zu errichten, die dann abgefahren worden sind. Bei einer Neuauflage sollte auch die Möglichkeit eingeräumt werden, die Säcke direkt beim Wertstoffhof der AWG abzugeben. Das sei diesmal sehr gut angekommen, so Kühnling.

Von Sigi Schritt

Bringen ihre Ausbeute im Kofferraum zum Bauhof: Guntmar und Annika Höche.

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