Genehmigungsverfahren erschweren Naturschutz

Weyher Landwirte machen Platz für Blühwiesen und Insektenschutz

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Heiner Stolte (v.l.) hat zur Freude von Ulf Panten und Thomas Krause von der Gemeinde freiwillig einen Blühstreifen rund um seine Felder angelegt. Auf insgesamt zwei Hektar Fläche wachsen nun unter anderem Phacelia.

Leeste - Von Marc Lentvogt. Irgendwie – diese Erkenntnis ist nicht neu – muss dem Insektensterben entgegengewirkt werden. Die Gemeinde Weyhe hat an zentralen Stellen Gras- zu Blühflächen umgestaltet.

Zunehmend und großflächig beteiligen sich aber auch Landwirte, die ihre Flächen zugunsten des Umweltschutzes nicht bis auf den letzten Meter ausnutzen. Heiner Stolte ist einer von ihnen. 

„Für mich ist das seit dem Herbst klar“, sagt Stolte. Zwei Hektar seiner Fläche bewirtschaftet er nicht, er hat eine Blühmischung darauf ausgebracht. Insbesondere an Häuser und Gärten möchte er nicht so nah mit Dünger und Pflanzenschutz herangehen.

Drei Meter Fläche am Rand eines Feldes auszusparen, eine Kleinigkeit ist das nicht. „Die Landwirte machen das aus freien Stücken, verzichten auf Ertrag“, betont Ulf Panten aus dem Fachbereich Gemeindeentwicklung und Umwelt. Mit guter Planung, bestätigt Stolte, sind die Blühflächen natürlich ein finanzieller und physischer Zusatzaufwand. Dieser sei aber zu bewältigen.

Exakte Messungen der Flächen sind für die Subventionen wichtig 

Was schwerer wiege und sicher auch ein Grund dafür sei, dass bislang nur wenige Landwirte im Bereich Blühstreifen aktiv geworden sind, ist das Regelwerk. Agrarförderung muss jedes Jahr aufs Neue beantragt werden, jeder Quadratmeter Fläche, der als Blühstreifen genutzt wird, muss exakt vermessen sein. Weichen die Angaben nur ein wenig ab, „drohen empfindliche Subventionsrückzahlungen“. 

Das Regelwerk unterscheidet sich nach angebautem Getreide – mal sei der Papierkram leichter, andere Male schwieriger. „Die Genehmigungsbehörden könnten es einfacher machen“, erklärt der Landwirt. Er ist überzeugt, dass viele Kollegen aufgrund der Menge an Papierkram, die der Blühstreifen mit sich bringt, Abstand von der Maßnahme nehmen.

Andere Herausforderungen hatte die Gemeinde zu bewältigen, sagt Thomas Krause. Pflanzen im Blühstreifen brauchen Platz, die Menge an Saatgut ist daher äußerst gering. Erst nachdem die Saat mit Weizenschrot gemischt wurde, war es möglich, die Flächen so zu bestellen, wie der Fachbereich es sich wünschte.

Die Hitze macht es den Pflanzen nicht leicht

Noch ist davon nicht allerorts viel zu sehen. Die Witterung mache es der Saat sehr schwer, sich zu entwickeln. Im Mai habe es nur zehn Prozent der gewohnten Niederschlagsmenge gegeben – das sei fatal für das Pflanzenwachstum. Krause und Panten sind aber überzeugt: Die acht angelegten Blühflächen mit einer Gesamtfläche von 12.000 Quadratmetern werden sich noch wie gewünscht entwickeln.

Bis dahin kann noch etwas Zeit vergehen. Das gilt auch für das Mähen an den Straßenrändern. Nicht selten rufen Bürger an, fragen, wann die Gemeinde für ein aufgeräumtes Bild sorge.

„Wir sind dran“, bestätigt Panten, derzeit werde die Verkehrssicherheit gewährleistet, ansonsten mäht die Gemeinde so wenig wie nötig – und immer den Naturschutzgesetzen Rechnung tragend. „Da bitten wir um Toleranz. Wir brauchen die Natur.“

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