Parkplatz-Gespräche

Umfrage zum Thema Impfpflicht: „Man muss an das Wohl aller denken“

Simone Feeken
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Simone Feeken

Ist eine Impfpflicht das richtige Mittel, damit sich in Deutschland mehr Menschen als bislang vor einem schweren Corona-Verlauf schützen? Und wer sollte einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen? Bundeskanzler Olaf Scholz, das Gesundheitsministerium oder lieber der Bundestag? Die Teilnehmer der Kirchweyher Parkplatz-Gespräche haben zum Thema klare Vorstellungen.

Weyhe – „Ich verstehe Impfgegner nicht“, sagt Simone Feeken. Sie sei dreifach geimpft. Wer an Corona erkrankt ist, habe durch die Impfung eine gute Chance für einen glimpflichen Krankheitsverlauf erhalten. Mit anderen Worten: „Die Chance, an Corona zu sterben, ist gering.“ Das sei für die 49-Jährige aus Gessel das schlagende Argument für eine Impfpflicht, was für sie vollkommen ausreicht. Die Diskussion, wer den Gesetzesentwurf vorlegt und beschließt, sei ihr egal. Sie wünscht sich, dass die langen Diskussionen aufhören und endlich reagiert werde. Ob Kanzler Olaf Scholz höchstpersönlich, das Gesundheitsministerium oder die Parlamentarier selbst einen Entwurf ausarbeiten, für die 49-Jährige sei es nur wichtig, dass sie die Impfpflicht nicht weiter vor sich herschieben. „Corona gibt es jetzt seit gut zwei Jahren. Ich komme aus dem Einzelhandel und finde es anstrengend, Masken zu tragen.“ Sie hofft, dass bald wieder Normalität herrscht.

Der Bundestag soll Gesetz „eher heute als morgen“ auf den Tisch legen

Almut Meyer

Auch Almut Meyer aus Sudweyhe sei eine Impfpflicht-Befürworterin. „Die Politik soll einheitlich werden. Verantwortung soll nicht hin- und her geschoben werden.“ Die 65-Jährige fordert vom Bundestag, dass das Gesetz „eher heute als morgen“ auf dem Tisch liegt. „Corona wird durch die Impfpflicht nicht schneller vorbei sein, aber die Menschen sind geschützter“. Sie möchte Eltern nicht vorgreifen, was diese für deren Kinder entscheiden. Doch wer volljährig sei, sollte den Piks bekommen. Sie selbst sei dreimal geimpft. Wie Simone Feeken kann Almut Meyer es ebenso nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die Corona leugnen.

Krankenschwester aus Lahausen berichtet, was sie auf einer Intensivstation erlebt

Sabine Göbel

Solche Menschen, die Corona abstreiten, gebe es sehr wohl. Sabine Göbel aus Lahausen arbeitet im Krankenhaus auf einer Intensivstation. Sie habe täglich mit denen zu tun und ärgere sich regelmäßig. Auf ihrer Station müssten meistens Ungeimpfte beatmet werden. Sie sind wegen Corona da, und sie wundern sich, was sie haben, weil sie beatmet werden müssten. Einige schrammen gerade eben an einer Intubierung vorbei. Am Wochenende habe sie einen Fall erlebt, dass ein Corona-Patient unbedingt nach Hause wollte. Er konnte nicht verstehen, dass seine Erkrankung tödlich ausgehen könnte. Er verwies auf seine eigene Zwei-Liter-Flasche mit Sauerstoff. Dass die daheim nicht ausreichen würde und er keine 20 Minuten ohne Maskenbeatmung aushalten würde, sei ihm nicht in den Sinn gekommen. Immer wieder würden Patienten Corona abstreiten und rätseln, welche Krankheit sie ins Krankenhaus geführt hat. Die 54-jährige Krankenschwester plädiert für eine Impfpflicht. Mindestens für das Krankenpflegepersonal, aber auch für Lehrer, Erzieher, Feuerwehrleute, Polizisten und alle, die Kundenkontakt haben.

Impfpflicht „prinzipiell nicht schlecht“

Ute Rieckhoff

Eine Impfpflicht findet Ute Rieckhoff aus Lahausen „prinzipiell nicht schlecht“. Die 66-Jährige merkt an, dass es auch Menschen gibt, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden dürften. Sollte es jedoch aus medizinischen Gründen machbar sein, sollten selbst Kinder den Schutz vor Corona bekommen. Gerade die Mädchen und Jungen im Kindesalter seien Leidtragende. Sie hätten Angst, die Großeltern anzustecken. Die Parlamentarier in Berlin sollten die Impfpflicht beschließen. „Dafür haben wir sie auch gewählt.“

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Die Kirchweyherin Luisa Benke, selbst dreifach geimpft, gibt sich eher unentschlossen. Die 24-Jährige sei irritiert, dass sich einige Menschen einer Spritze verweigern. Sie finde es besser, wenn alle geimpft wären. Aber sei eine Pflicht wirklich das richtige Mittel der Wahl?, fragt sie. „Pro Impfpflicht spricht, dass wir die Pandemie schneller in den Griff bekommen. Dagegen spricht, dass es um einen Eingriff in die Rechte der Menschen geht.“ Die Abwägung müsse klug sein: „Man muss an das Wohl aller denken.“

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