Umfrage in Weyhe / Schauspieler: „Ich finde Knallen bescheuert“

Wie sieht das perfekte Silvester aus?

Sascha Bade
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Sascha Bade

Wie sieht ein perfekter Jahreswechsel aus? Persönlichkeiten der Region, die im Leester Gemeindehaus zu Gast waren, haben ganz unterschiedliche Vorstellungen für eine gelungene Silvesterfeier. In einem Punkt sind sich aber alle einig: Die Befragten lehnen Böllerei ab.

Weyhe – Sein Traum von einem gelungenen Silvester in der Wesergemeinde? Da muss der Weyher Vize-Gemeindebrandmeister Folkard Wittrock nicht lange überlegen: Das wäre ein Jahreswechsel ohne einen Einsatz der Feuerwehr. Dann könnten die Mitglieder der Ortswehren in ihren eigenen Familien eine schöne Feier erleben und mit Freunden in Ruhe feiern.

Für ein ideales Silvester würde sich der Polizist Thomas Gissing „mit ganz vielen Freunden“ treffen wollen. Das Essen und Trinken würde gemeinsam genossen, und dann würde man gemeinsam anstoßen.

Silvester könne wunderbar sein, „wenn nicht geböllert wird“, findet der Weyher Mediziner Sascha Bade. Schön sei es, wenn man „alle lieben Menschen um sich hat“ und sich viel Zeit für Gespräche nimmt. Bade koche sehr gerne. Für einen idealen Tag sei er bereits am Morgen in der Küche und höre dort erst auf, wenn abends das Essen auf dem Tisch steht. Im Haushalt seiner Familie sei er es, der für die Zubereitung der Speisen zuständig ist. „Ich koche wirklich sehr gerne“, sagt er. Die Wirkung eines guten Essens sei die beste, die er kenne.

„Ich finde Knallen bescheuert“, sagt der Schauspieler und Künstler Thomas Roth. Er bevorzuge lieber einen ruhigen Jahresausklang, sagt er im Leester Gemeindehaus. Die Ruhe schätzt ebenso Hermann Karnebogen. Den Silvesterabend wolle der Kommunalreferent des Stromversorgers Avacon mit seiner Freundin verbringen. „Wir sind gesund, haben kein Corona gehabt“, sagt er und sei dafür sehr dankbar. Er wünscht sich, dass viele andere Menschen in Deutschland und in anderen Teilen der Welt von dieser Krankheit verschont bleiben.

Man könne viel selbst tun, damit diese Krankheit einem nicht zu nahe kommt, finden Katrin Grundwald, Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege, sowie Annette Held, Fachärztin für Anästhesie und Notfallmedizin. Sie möchten den Jahreswechsel lieber nicht in der Intensivstation verbringen. Katrin Grundwald will den Abend in Gesellschaft mit leckerem Essen verbringen. „Ich habe auch nichts gegen Alkohol“, so Grundwald. Annette Held würde den Jahreswechsel am liebsten mit der Familie und Freunden irgendwo am Meer verbringen wollen.

Überhaupt: Das Treffen mit Freunden steht bei vielen hoch im Kurs. Der Leester Landtagsabgeordnete Marco Genthe feiert Silvester gerne „mit der ganz alten Clique“, sagt er. Viele der Mitglieder hätten bereits Kinder. Sie würden dann mitfeiern. „Das macht Spaß“, sagt der Jurist. Viele Freunde würde gerne Stefan Freck vom Verein Sprachlos einladen. „Ein gutes Silvester müsse knallen.“ Das habe aber nichts mit Böllerei zu tun, sagt Freck. Es gehe nur darum, sich mit mehreren Menschen zu treffen. Zu einem idealen Silvester gehörten außerdem ein guter Sekt, duftendes Essen und Dinner for one. Ekel Alfred dürfe nicht fehlen und sowieso müsse „richtig viel Punk am Abend“ dabei sein. Freck wünscht sich „Stimmung in der Bude“, und für all’ das braucht es nicht mal ein Feuerwerk, weil „das Feuerwerk machen wir selber“. Und am nächsten Morgen dürfe ein Kater dabei sein, damit man merkt, dass man am Abend zuvor gefeiert hat. Ingelore Groß, ebenfalls vom Sprachlos-Verein, spricht sich für einen Jahreswechsel ohne Böller aus: „Viele Menschen haben Tiere, und die hassen Böller.“ Aus der Sicht des Umweltschutzes sollen diese ohnehin nicht gezündet werden. Außerdem gebe es eine Reihe von älteren Mitbürgern, die sich noch an Knallkörper erinnern, die eine sehr zerstörerische Wirkung hatten. Die Erinnerungen an diese Momente würden bei der lauten Knallerei wachgerufen.

Achim Linka von der DLRG ist bei einem idealen Jahreswechsel entweder beim Silvesterschwimmen oder auf Borkum dick eingemummelt am Strand. Das Silvesterschimmen von Bollen zum Alten Dreyer Hafen falle in diesem Jahr ebenso aus, wie eine Reise auf die besagte ostfriesische Insel. „Ich hoffe, das eine oder andere wird nächstes Jahr gemacht.“ Eines sei für ihn aber klar: Er werde weder einen Böller zünden, noch eine Rakete steigen lassen. Für Pastor Holger Hiepler sei es nicht anders denkbar, einen Gottesdienst um 17 Uhr zu halten. Das sei seit vielen Jahrzehnten so. „Daran habe ich mich gewöhnt, und finde das auch schön.“ Es gebe allerdings ein paar Besonderheiten für diesen Gottesdienst: Eine Abendmahlsfeier und eine persönliche Jahreslosung, die sich jeder aus einem Körbchen ziehen kann, gehöre dazu. Die einen oder anderen Worte würden die Menschen bewegen. „Das ist einer der schöneren Dienste, die ich als Pastor habe.“ Wie klingt der Tag aus? „Mit Essen und Gesellschaftsspielen. Sekt werde getrunken, geballert wird aber auf keinen Fall. Die Stäbchen der Raketen würde er am Neujahrstag aufsammeln, um damit seinen Holzofen zu entzünden.

Für Landesrabbiner Netanel Teitelbaum, ebenfalls Gast in Leeste, sei der Jahreswechsel längst vollzogen. „Das war in diesem Jahr im September.“ Juden hätten einen anderen Kalender.

Von Sigi Schritt

Hermann Karnebogen
Ingelore Groß
Folkard Wittrock
Achim Linka

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