Update für den „grünen Kompass“

Ulrike Ehlers erstellt über zwei Jahre einen Landschaftsplan für Weyhe

Ulrike Ehlers ist das neuste Gesicht der Gemeinde Weyhe. Die Twistringerin hat die Aufgabe, einen neuen Landschaftsplan aufzustellen.
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Ulrike Ehlers ist das neuste Gesicht der Gemeinde Weyhe. Die Twistringerin hat die Aufgabe, einen neuen Landschaftsplan aufzustellen.

Weyhe – Sie ist neu im Team, bringt aber eine Fülle an Erfahrung mit: Ulrike Ehlers unterstützt als neue Mitarbeiterin den Fachbereich vier „Gemeindeentwicklung und Umwelt“ in Weyhe. In Zukunft wird sie sich mit der Aktualisierung des Landschaftsplanes beschäftigen, um ein aktuelles Bild vom Gemeindegebiet zu erhalten.

„Keine andere Gemeinde im Landkreis Diepholz beschäftigt sich mit der Aufstellung eines Landschaftsplanes. Einige wissen gar nicht, dass sie einen haben. Andere sind bereits veraltet“, erklärte die 51-Jährige.

Auch der Landschaftsplan der Gemeinde Weyhe ist nicht der Jüngste. Vor rund 20 Jahren wurde dieser letztmalig auf den neusten Stand gebracht. Der erste Landschaftsplan entstand in Weyhe im Jahr 1985. Nun beschäftigt sich Ehlers mit der Erstellung des dritten Exemplars.

Kosten von rund 200000 Euro

Der Erstellzeitraum umfasst etwa zwei Jahre. Rund 200 000 Euro kostet die Aktualisierung. Der Rat der Gemeinde Weyhe habe dem Vorhaben zugestimmt. Das Geld werde im Haushalt bereitgestellt.

„Es geht bei meiner Arbeit um die Kartierung der Landschaft, gegliedert nach Gebieten. Diese Gebiete weisen unterschiedliche ökologische Wertigkeiten auf und bieten verschiedene Lebensräume für Tiere“, so die neue Mitarbeiterin.

Die Twistringerin war vor der Einstellung in Weyhe als Koordinatorin beim Landschaftspflegeverband Diepholzer Moorniederung tätig. „Die vergangenen 20 Jahre habe ich mich bei dem geförderten Projekt engagiert. Jetzt freue ich mich auf die neue Herausforderung“, sagte Ehlers bei ihrer offiziellen Vorstellung im Weyher Rathaus.

Keine Pflicht für Landschaftsplan

Die gebürtige Bremerin betonte, dass ein aktueller Landschaftsplan wichtig für die Entwicklung der Gemeinde sei. Eine Pflicht zur Erstellung eines Landschaftsplanes gibt es nicht. Allerdings ist laut Niedersächsischem Naturschutzgesetz ein solcher bei geplanten Maßnahmen zur Verwirklichung von Zielen des Naturschutzes empfohlen. „In 20 Jahren hat sich innerhalb der Landschaft in Weyhe viel getan. Beispielsweise gab es die Ansicht des Biotopverbundes noch nicht“, so Ehlers. Bei einem Biotopverbund werden Lebensräume betrachtet, die sich gegenseitig beeinflussen und so das Überleben von Tierarten sichern.

Keine andere Gemeinde im Landkreis Diepholz beschäftigt sich mit der Aufstellung eines Landschaftsplanes. Einige wissen gar nicht, dass sie einen haben.

Ulrike Ehleers über ihre Aufgabe bei der Gemeinde Weyhe

Fachbereichsleiter Steffen Nadrowski freute sich, dass Ulrike Ehlers das Team verstärkt: „Sie ist die erste Unterstützung im Fachbereich, weitere wird noch folgen. Von drei Köpfen konnten wir auf fünf aufstocken. Somit können wir die Aufgaben angehen, die wir aktuell vor der Brust haben, und haben eine gute Basis.“ Er erklärte, dass der Landschaftsplan wie ein grüner Kompass für die kommunale Planung fungiere: „Er bildet einen grünen Rahmen für mögliche Entwicklungsflächen wie Naherholungs- oder Siedlungsflächen.“

Herausforderungen bei den Kartierungsarbeiten

Herausforderungen bei der Erstellung des Landschaftsplanes seien laut der 51-Jährigen zum einen, dass der Landkreis Diepholz lange keine Aktualisierung mehr betreut habe. Zum anderen sei es schwierig, ein Planungsbüro zu finden, das die Kartierungsarbeiten über zwei Jahre hinweg begleite. „Wir müssen die passenden Gutachter finden und organisatorisch alles vorbereiten. Fachlich sind wir gut aufgestellt“, so der Fachbereichsleiter.

Am Ende der Kartierungsarbeiten werde die Gemeinde ein Buch mit vielen Karten und hunderten von Gutachten haben. Entwicklungskarten sollen Ziele aufzeigen, wie Weyhes Verwaltung aktuell auch zukünftig arbeiten sollte. Der Landschaftsplan solle eine Richtschnur für den Alltag sein und Orientierung bei Investitionen in die Umwelt, aber auch bei ökologischen und ökonomischen Planungen geben, ergänzte Nadrowski.

Weyhe hat 116000 Quadratmeter Blühflächen

Weyhes Erste Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith zeigte sich froh, dass die Verwaltung Unterstützung von der erfahrenen Mitarbeiterin für das geschnürte Aufgabenpaket erhalte.

Steffen Nadrowski merkte noch an, dass Blühwiesen ein Steckenpferd von Ehlers seien. Weyhe besäße momentan rund 116 000 Quadratmeter an gemeindeeigenen Blühflächen. Dank der neuen Mitarbeiterin könnten zukünftig weitere Flächen entstehen und im neuen Landschaftsplan positiv vermerkt werden.

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