Übung in Leeste ruft 100 Feuerwehrleute und 30 Helfer des DRK auf den Plan

Verpuffung im alten Gemeindehaus

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Unter schwerem Atemschutz hat ein Helfer zwei „Verletzte“ aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht.

Leeste - Es muss schon mächtig „gerummst“ haben am Freitag bei der Verpuffung während eines Chemieunterrichts im ehemaligen Gemeindesaal an der Schulstraße. 30 Schüler und ihr Lehrer wurden verletzt, und das gesamte alte Pastorenhaus verqualmte. Zum Glück war alles nur Fiktion, eine Übung der Freiwilligen Feuerwehr Leeste. Ewald Taapken und Bernd Scharringhausen hatten sich das Szenario ausgedacht und das alte Gemeindehaus als dankbares Übungsobjekt ausgewählt, weil es in Kürze ohnehin abgerissen wird.

Beim Abbruch half die Ortswehr aber nicht. Im Gegenteil: Alle Beteiligten erhielten die Anweisung, im Gegensatz zu einem Ernstfall Türen und Fenster nicht zu beschädigen.

Gegen 19.10 Uhr wurde die Leitstelle über den Übungseinsatz informiert. Wenige Sekunden später sprangen die Meldeempfänger an, dann heulten die Sirenen zum Vollalarm auf.

Das rief nicht nur die Freiwillige Feuerwehr Leeste auf den Plan, sondern den gesamten Ausrückbereich, zu dem auch die Wehren aus Melchiorshausen, Erichshof und Kirchweyhe gehören. Nach acht Minuten war das erste Martinshorn zu hören: Der Einsatzleitwagen fegte durch die Schulstraße, stellte sich an der Einmündung zur Leester Straße quer und blockierte so den Durchgangsverkehr. Daneben „parkte“ die Polizei ihr Fahrzeug.

In kurzen Abständen folgten weitere Löschfahrzeuge sowie die Hubarbeitsbühne. Zu diesem Zeitpunkt wussten die Helfer bereits, dass es sich nicht um einen Ernstfall handelt, denn aus dem Dach des Gebäudes quoll in dicken Schwaden weißer Disconebel. „Wenn's weiß qualmt, dann ist es eine Übung oder wir haben den Papst gewählt. Das merken die ganz schnell“, sagte Pressesprecher Axel Meyer schmunzelnd. Er zeigte sich mit den acht Minuten, die zwischen Alarmierung und Anrücken vergangen waren, sehr zufrieden.

Die Wasserversorgung war schnell gesichert, und ein mächtiger Schwall ergoss sich über das Dach des Verbindungstraktes zwischen Gemeindesaal und Pastorenhaus. Im Innern hatten sich die 30 „Verletzten“ verkrochen und mussten im dichten Nebel von Atemschutzgeräteträgern gefunden werden. Keine einfache Aufgabe für die Helfer, zumal sie, wie im Ernstfall, mit den unter hohem Druck stehenden schweren Schläuchen und Strahlrohren in das Gebäude eindringen mussten. Zudem gab es in dem Haus viele Zimmer, und nicht alle „Verletzten“ waren in der Lage, sich durch Klopfzeichen oder Rufe bemerkbar zu machen. Der Schminktrupp des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hatte die Statisten dramatisch-dekorativ hergerichtet. Jeder hatte einen Plan erhalten, wie er sich seiner „Verwundung“ entsprechend verhalten musste.

Der Rettungsdienst erhielt die Horrormeldung „MANV 30“, was im Klartext „Massenanfall von Verletzten“ bedeutet, die nach ihrer Bergung der Schwere ihrer Verletzungen nach gesichtet und in unterschiedliche Dringlichkeits-Kategorien eingeteilt werden müssen – eine Aufgabe, die Stefan Böhm und der Leiter des ärztlichen Rettungsdienstes, Andreas Callies, übernahmen.

Insgesamt waren etwa 100 Feuerwehrleute und 30 Mitglieder des DRK im Einsatz. Die Übung endete gegen 22.30 Uhr.

bt

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