Polizei will Video für Prävention einsetzen

TV-Team thematisiert Weyher Horror-Crash

Musste nach dem Unfall auch selbst vor die Kamera: Thomas Gissing.

Weyhe - (sie) · Bei dem schrecklichen Horror-Unfall in Kirchweyhe, der vier Menschenleben gekostet hat, stellte die Polizei beim ebenfalls getöteten Fahrer (26) des Audi A3 eine Blutalkoholkonzentration von 1,4 Promille fest.

Diesen Fall hat inzwischen ein Fernsehteam unter dem Titel „Unfall akte: Kirchweyhe“ für den Sender VOX in einem achtminütigen Beitrag nachgestellt (wir berichteten) und ihn mit der Polizei analysiert. Das Video ist am Sonntag, 29. August, zwischen 17 und 18.15 Uhr zu sehen.

Thomas Gissing, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Diepholz, der für den Film ebenfalls befragt worden ist, möchte den Beitrag künftig in Schulen für seine Präventionsarbeit einsetzen. Alkohol sei eine der wichtigsten „vermeidbaren“ Unfallursachen im Straßenverkehr, sagt Thomas Gissing. Jeder fünfte tödliche und jeder zehnte Verkehrsunfall mit Verletzten geht auf das Konto von Alkohol.

Gissing warnt nachdrücklich: Alkohol führt zu einer nachlassenden Kritikfähigkeit und erhöhten Risikobereitschaft, die einen riskanten und aggressiven Fahrstil zur Folge haben kann. Aber auch Aufmerksamkeit und Konzentration lassen bereits bei niedrigem Blutalkoholwert nach. Dieses Wissen will der Ordnungshüter den Schülern im Landkreis näher bringen. Die Konsequenz: Keinen Alkohol trinken, wenn man fahren möchte und nicht in ein Auto einsteigen, wenn der Fahrer betrunken ist.

Das, was Gissing fordert, hat vor dem Horror-Crash Vanessa P. nach eigenen Angaben umgesetzt. „Die Entschlossenheit meiner Tochter Vanessa, nicht in diesen Audi A3 einzusteigen, hat ihr und ihrer Freundin das Leben gerettet“, ist Vater Heinz P. aus Nordwohlde überzeugt. Sie habe bemerkt, dass der Fahrer betrunken gewesen sei und habe sich geweigert, mit ihm mitzufahren.

Der Vater rät dringend dazu, dass andere Jugendliche wie seine Tochter Vanessa nicht zu betrunkenen Fahrern ins Auto steigen, selbst wenn es keine weitere Alternative gibt.

Polizeioberkommissar Thomas Gissing hofft, mit diesem Fall und dem Film bei Schülern eine Diskussion auslösen und Überzeugungsarbeit leisten zu können. Ob seine Präventionsarbeit messbar ist ? „Leider nein“, antwortet Gissing. „Aber wenn durch meine Arbeit an irgendeiner Stelle nur ein einziger Unfall verhindert werden kann, habe ich gewonnen. Solche Unfälle wie in Kirchweyhe wird es immer geben. Leider.“

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