Für Frank Meyer zählt das Team 

Tus Sudweyhe: Mehr Konkurrenten, mehr Mitglieder

Frank Meyer ist Vorsitzender des TuS Sudweyhe. „Es macht wahnsinnig Spaß, weil wir ein gutes Team sind“, sagt er. - Foto: Schmidt

Sudweyhe - Von Katharina Schmidt. Ob Heinrich Wittrock geahnt hat, wie sich der Männerturnverein Sudweyhe entwickeln würde, als er 1912 bei der Gründungsversammlung den Vorsitz übernommen hat? Wohl kaum. Mehr als hundert Jahre später koordiniert sein zwölfter Amtsnachfolger Frank Meyer heute das Geschehen um knapp 3100 Mitglieder, ein Fitnessstudio und einen Kindergarten in Vereinsträgerschaft.

Der Club, mittlerweile als TuS Sudweyhe bekannt, muss sich nicht um seine Zukunft sorgen. „Die Menschen werden gesundheitsbewusster“, nennt Meyer einen Grund dafür. Locker lehnt er sich in einem Stuhl im Fitness- und Gesundheitszentrum des Vereins zurück. „Wir sind kontinuierlich gewachsen über die letzten zehn Jahre.“ Inzwischen hat der Verein mehr Mitglieder, als Sudweyhe Einwohner hat. Davon treten jedes Jahr 300 bis 400 Leute ein und aus, weil sie zum Beispiel nur an einem Fitnesskurs teilnehmen wollen. Andere gehören zum festen Stamm.

So wie der Vorsitzende. Wann er eingetreten ist, das weiß er nicht mehr genau. „Wenn man hier in Sudweyhe geboren ist, war man irgendwann im Sportverein. Und dann blieb man drin“, erzählt er. Bei ihm fing alles im Rahmen eines Kinderturnkurses an. Später spielte er Fußball.

Heute steht Meyer selbst nicht mehr auf dem Platz oder dem Hallenboden – zumindest nicht, um selbst Sport zu treiben.

Vom Vater zum Vorstand 

Dafür ist der 57-jährige Sudweyher in der Vorstandsarbeit umso aktiver. In diese ist er vor acht oder neun Jahren durch seine Kinder gerutscht. Seine Tochter spielte damals Korbball, sein Sohn Fußball. Frank Meyer hat mit ein paar Freunden die Fördersparte gegründet.

Mittlerweile ist er seit drei Jahren Vorsitzender des TuS Sudweyhe. „Ein bisschen will ich schon noch machen“, sagt er ohne zu überlegen. Und ergänzt schmunzelnd: „Aber nicht so lange wie mein Vorgänger.“ Dieser war stolze 38 Jahre im Amt.

Die Position des Vorsitzenden nimmt laut Meyer jeden Tag Zeit in Anspruch. „Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendetwas ist.“

Zu seinen Aufgaben gehört, alles zu managen. Eine Pflicht, die er aus seinem Berufsleben kennt: Er ist Geschäftsführer einer Bremer Handelsfirma. Um ein Unternehmen zu führen, braucht man Meyer zufolge gute Mitarbeiter – ähnlich sei es bei einem großen Verein. Immer wieder lobt er das Team des Sportvereins. „Wir haben sehr gute Abteilungsleiter“, findet er. Außerdem weist er auf die 170 Ehrenamtlichen und drei FSJler hin. „Es macht wahnsinnigen Spaß, weil wir ein gutes Team sind.“ Für ihn ein weiterer Grund für den Erfolg des TuS Sudweyhe.

Zusammenarbeit stärkt Vereine 

Von dem können viele andere Vereine nur träumen. „Wenn sich die kleinen Vereine nicht zusammenschließen, wird es ganz schwer für sie werden“, prognostiziert Meyer. Auch der TuS Sudweyhe hat Kooperationsverträge mit Nachbarvereinen.

Diese profitieren zum Beispiel von dem Fitnessstudio des TuS Sudweyhe. Als dieses 1995 öffnete, gab es kaum Wettbewerber. Heute reihen sich andere Fitnessstudios nur so aneinander. Das barrierefreie Vereinsstudio kann sich trotzdem halten. Dieses setzt in erster Linie auf Gesundheitssport.

Der TuS fühle sich aber auch dem Breitensport verpflichtet, betont Meyer. Was ist seine Lieblingssportart? Bei dieser Frage gibt sich der Vereinschef diplomatisch. „Ich muss sehen, dass alle Sparten gleich behandelt werden“, sagt er. Aber lässt er durchblicken, dass er eine Vorliebe für Werder hat.

Die Farben des Nordclubs sind bekanntlich grün weiß – so wie die des Tus Sudweyhe.

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