Theaterwelt trauert

Frank Pinkus ist tot: 62-Jähriger erleidet wohl Herzinfarkt auf der Bühne

Frank Pinkus im Weyher Theater: Der 62-Jährige starb am Donnerstagabend.
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Frank Pinkus im Weyher Theater: Der 62-Jährige starb am Donnerstagabend.

Frank Pinkus ist tot. Nach Aussage des Pressesprechers Marc Gelhart starb er in Bremen im Alter von 62 Jahren auf der Bühne. Vermutlich an einem Herzinfarkt.

Weyhe – Der 62-Jährige gehörte zum Ensemble der Komödie mit dem Titel „Und immer wieder zahlt das Amt und ewig rauschen die Gelder“, die am Freitagabend im neuen Bremer Haus Premiere gefeiert hätte. Mit diesem Stück hätte das neue Boulevardtheater Bremen, das zum Weyher Theater gehört, seinen Betrieb offiziell aufnehmen wollen. Die Theaterleitung hat nun die Premiere des Michael-Cooney-Stücks auf Mittwoch, 29. September, verschoben. Diese offizielle Eröffnung soll dann ohne große Feier ablaufen.

Bis dahin fallen die nächsten Vorstellungen im Bremer Tabak-Quartier aus, sagt Pressesprecher Gelhart auf Nachfrage. Die Vorstellungen im Weyher Komödienhaus seien nicht betroffen.

Gelhart stand am Donnerstagabend selbst mit Pinkus auf der Bühne. Er gehört ebenso dem Ensemble an wie Intendant Kay Kruppa und Antje K. Klattenhoff. Vor dem Start hatte Pinkus noch über Herzschmerzen geklagt. Im ersten Akt spielte Pinkus noch eine halbe Stunde, dann brach er nach den Schilderungen Gelharts auf der Bühne zusammen. Die Komödie wurde abgebrochen.

Zuschauer versuchen vergeblich, ihn zu reanimieren

Zuschauer seien auf die Bühne geeilt und hätten versucht, Pinkus zu reanimieren, während sie auf Rettungsdienst und Notarzt warteten. „Ich hatte um 20.30 Uhr den Notruf gewählt“, so der Pressesprecher. Doch alle Wiederbelebungsmaßnahmen holten Pinkus nicht mehr ins Leben zurück. Das gesamte Ensemble des Weyher Theaters und auch die Schauspieler des Boulevardtheaters stehen unter Schock. Geschäftsführer Heinz-Hermann Kuhlmann trauert um einen „sehr guten Freund“ und um ein „geschätztes Mitglied der großen Theaterfamilie“. „Ich habe das noch nicht realisiert“, sagt er. Er sei einfach nur traurig.

Wie hatte sich Pinkus nach dem Lockdown in der Corona-Pandemie gefreut, dass Schauspieler wieder auf einer Bühne stehen dürfen. Der Neubau in Bremen war eine Perspektive, die ihn angetrieben habe, sagte er gegenüber dieser Zeitung. Er hatte sich gefreut, das neue Haus mit Leben zu füllen. Er schmiedete viele Pläne, um zusammen mit Intendant Kay Kruppa nach dem jüngsten Zwangsstillstand auch das Weyher Komödienhaus zurück auf die Erfolgsspur zu schicken. Der Tatendrang war hoch.

Bürgermeister Frank Seidel ist geschockt

Bürgermeister Frank Seidel äußerte sich geschockt. „Ich kann mir das nicht vorstellen. Ich sehe ihn auf der Bühne, bei Garbs, habe gestern sogar noch eine Story von ihm geliked und dazu Beifall geklatscht“, sagt der Weyher Verwaltungschef. „Frank Pinkus ist viel zu früh gestorben. Er war ein toller Künstler und Mensch.“ Seidel sei tief betroffen, dass es einen der Macher des Weyher Theaters nicht mehr geben soll. „Meine Gedanken sind bei seiner Familie und bei der ganzen Crew beider Theater.“ Die Schauspieler und die Mitarbeiter hinter den Kulissen hätten ohnehin eine schwere Zeit durchmachen müssen.

Mit Frank Pinkus verliert die deutschsprachige Theaterwelt einen gefragten Boulevard- und Kinderstück-Autor. Mehr als 50 Stücke stammen aus seiner Feder, zum Beispiel die Komödien „Von Ma(i)l zu Ma(i)l“, „Fach-Wechsel“, „Zurück zum Happy End“, „Runter zum Fluss“, „Ab heute bin ich Jungfrau“, „Kerle, Kerle!“ und (mit Kay Kruppa) „Seitenspringer“, um nur einige zu nennen.

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