Jugendliche für Ernst der Lage sensibilisieren

Trotz und wegen Corona: Weyher Streetwatcher sind unterwegs

Die Streetwatcher starten in die neue Saison. Foto: Gemeinde Weyhe
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Die Streetwatcher starten in die neue Saison.

Weyhe – Sie sind wieder unterwegs – trotz oder gerade wegen Corona: Die Weyher Streetwatcher sind jetzt in ihre 13. Saison gestartet und folglich wieder an Wochenenden abends und nachts im Gemeindegebiet präsent, sporadisch jetzt sogar unter der Woche, schreibt Sebastian Kelm, Sprecher der Gemeinde, in einer Mitteilung.

Denn gerade sei ihr ehrenamtlicher Einsatz besonders gefordert – um die Jugendlichen auf öffentlichen Plätzen und an sonstigen Treffpunkten freundlich, aber bestimmt darauf hinzuweisen, dass sie diese derzeit nicht aufsuchen dürfen. Und dass sonst eine generelle Ausgangssperre droht. „Wir wollen sie dafür sensibilisieren, dass wir momentan alle zu Hause bleiben und uns an den Hygieneempfehlungen des Robert-Koch-Instituts halten sollen“, sagt Bürgermeister Frank Seidel. Der ist weiterhin selbst nebenbei für die Streetwatcher aktiv, war mit dem Team in den vergangenen Tagen mit diesem Auftrag schon auf Tour durch das Gemeindegebiet. Einige Mitglieder haben sich ihm zufolge vorübergehend verantwortungsbewusst zurückgezogen, um zur Minimierung der Ansteckungsgefahr lieber daheim zu sein. „Das war auch unser ausdrücklicher Wunsch, damit sich niemand in Gefahr begibt, der einer Risikogruppe angehört“, so Frank Seidel.

Streetwatcher zeigen Konsequenzen auf

Insgesamt sei im Team die Bereitschaft aber groß, in der aktuellen Situation weiterzumachen. Das gelte auch für ihn. Seidel: „Ich habe unabhängig von der momentanen Lage immer gesagt, dass ich nach der Bürgermeisterwahl nach wie vor dabei bin und helfe. Nun ist der Bedarf, Präsenz zu zeigen, vermutlich größer als jemals zuvor.“ Er verstehe aber jeden Freiwilligen, der Bedenken hat, sich in den Dreier-Teams auf den Weg zu machen. „Gesundheit geht auf jeden Fall vor, und auch das fahrende Team hält sich an den Hygieneregeln“, betont der Bürgermeister.

Er sieht aber die Notwendigkeit, auf die jungen Leute – bei allem gebotenen Abstand – zuzugehen, ihnen klarzumachen, welchem Infektionsrisiko sie sich im größeren Kreis, bei direkten Kontakten aussetzen. Ihnen müsse aufgezeigt werden, welche Konsequenzen das haben könnte. Die sind durchaus rechtlicher Natur, wie Matthias Imhof als Justiziar der Gemeinde Weyhe zudem klarstellt: „Sich nicht daran zu halten, dass Kontakte von mehr als zwei Personen unter freiem Himmel verboten sind, ist nicht bloß eine Ordnungswidrigkeit. Ein solches Verhalten kann auch als strafbare Handlung ausgelegt werden.“ Er verweist auf Paragraph 75, Absatz 3, des Infektionsschutzgesetzes.

Streetwatcher wollen Einsicht erreichen

Die entsprechende Einsicht wollen – in Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Polizei, die ebenfalls mit Nachdruck aufklärt – die Streetwatcher bei den jungen Leuten erreichen. Mit netten, dennoch klaren Ansagen. Wie eigentlich immer, wenn sie unterwegs sind. Jetzt aber unter deutlich anderen Vorzeichen.

Rückblick auf die zwölfte Saison: Ein paar personelle Wechsel hat es gegeben. Drei neue Mitstreiter konnten begrüßt werden, denen stehen aber auch drei Abgänge gegenüber, heißt es in der Mitteilung. Insgesamt waren 2019 an den Abenden, jeweils freitags und samstags, 19 aktive Mitglieder an den Diensten beteiligt.

Infos und Kontakt

Infos unter Telefon 0151/12267716 oder per E-Mail an streetwatcher@weyhe.de. Wer Interesse hat, bei den Streetwatchern mitzumachen, kann sich bei Jugendpfleger Carsten Platt unter 04203/71224 oder per E-Mail an platt@weyhe.de melden.

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