DRK-Ortsvereine ziehen positives Fazit bei Blutspende-Aktionen

Trotz Krise: Menschen wollen Gutes tun

Blut spenden und etwas Gutes tun: Um die Versorgung der Patienten in den Kliniken – gerade während der Corona-Krise – gewährleisten zu können, müssen die DRK-Ortsvereine Blutspende-Aktionen weiterhin regelmäßig organisieren. 
 DRK-Ortsvereine
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Blut spenden und etwas Gutes tun: Um die Versorgung der Patienten in den Kliniken – gerade während der Corona-Krise – gewährleisten zu können, müssen die DRK-Ortsvereine Blutspende-Aktionen weiterhin regelmäßig organisieren. DRK-Ortsvereine

Weyhe – Die Corona-Pandemie macht viele Veranstaltungen unmöglich. Doch Blutspendetermine sind für die Erhaltung des Gesundheitssystems so relevant, dass sie trotz der strengen Beschränkungen weitergeführt werden müssen. Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist angesichts der Krise besorgt. „Für uns ist es eine neue Situation. Es fehlt uns nicht an engagierten Helfern, sondern an Räumlichkeiten. Das ist für die Durchführung der Blutspende – und so auch für die Versorgung der Patienten in den Kliniken – ein großes Problem“, schreibt DRK-Sprecher Markus Baulke in einer Pressemitteilung. Die Kreiszeitung hat bei den Ortsvereinen Kirchweyhe und Leeste nachgefragt, wie die Blutspende-Situation bei ihnen aussieht.

„Alles in allem gibt es bei uns keine Probleme. Unsere Blutspenden konnten allerdings nicht mehr in der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Weyhe stattfinden. Dort war die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln aufgrund des geringen Platzes nicht möglich. Auf Nachfrage bei der Gemeinde wurde uns dafür kurzerhand die Sporthalle zur Verfügung gestellt“, erläutert Ingrid Söfty, die Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Kirchweyhe.

Aber nicht nur die Räume mussten angepasst werden, auch das beliebte Spender-Büfett fiel nun weg. Stattdessen würde jeder jetzt ein Lunchpaket erhalten. „Unter anderem aus diesem Grund hat sich die Anzahl der ehrenamtlichen Helfer deutlich verringert. Vorher waren wir rund 30 Personen, jetzt sind es nur noch sechs bis sieben“, sagt Söfty. In der Küche hätten vor der Pandemie und dem Büfett-Verbot bei jedem Blutspendetermin knapp 16 Frauen geholfen, Salate vorbereitet oder Brote geschmiert. Einige von ihnen hätten sich aber auch selbstständig von den Veranstaltungen abgemeldet. „Ein Großteil der Helfer ist um die 60 Jahre alt und gehört damit zur Risikogruppe. Natürlich haben einige Bedenken bezüglich der Ansteckungsgefahr geäußert, aber das ist auch völlig in Ordnung“, führt die Vorsitzende aus. Mit Beginn der Pandemie seien alle gefragt worden, ob es für sie weiterhin möglich sei zu unterstützen. Niemand wird gezwungen, betont Söfty. Auf die Frage, ob nicht auf Helfer der jüngeren Generation zurückgegriffen werden könne, antwortet sie: „Schön wäre es. Allerdings gibt es nicht so viele junge Menschen im Verein.“

Durch das erhöhte Ansteckungsrisiko ist es nicht abwegig zu denken, dass die Spenderzahlen während der Corona-Krise rückläufig sind. Der DRK-Ortsverein Kirchweyhe kann mit seinen aktuellen Zahlen jedoch das Gegenteil beweisen. Denn bei der ersten Aktion im April seien trotz der Pandemie rund 250 Spender gekommen. „Das war der Wahnsinn“, meint die Vorsitzende. Auch im Sommer haben 183 Personen das DRK aufgesucht, um etwas Gutes zu tun. Zuletzt sind am 23. Oktober 187 bereitwillige Spender in der Sporthalle der KSG erschienen. „Angesichts der Krise kommen zu uns also nicht weniger Leute. Und das macht uns sehr stolz. Gerade jetzt werden die Blutkonserven noch dringender für die Versorgung gebraucht, und woher soll das Blut denn kommen, wenn niemand spendet?“, fragt Söfty. Allerdings habe sie beobachten können, dass sich die Generation 60 plus zurückgezogen hat. „Das war auch schon vor der Pandemie so. Möglicherweise sind die Älteren jetzt aber noch achtsamer, um kein Gesundheitsrisiko einzugehen“, erklärt sie weiter. Dafür würden nun viele junge Menschen kommen. „Die Altersspanne reicht aktuell von 25 bis 50.“

Auch beim DRK-Ortsverein Leeste sieht die Situation ähnlich aus. Er musste ebenfalls neue geeignete Räume für die Spendentermine finden. Zunächst organisierte der Verein die Veranstaltung noch in der Cafeteria der KGS, doch diese werde aktuell umgebaut. Zudem war angedacht, die Aktion in die Räume der Feuerwehr zu verlagern, doch auch dort gab es nicht genug Platz, um die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten. Schlussendlich wurde es die Aula der Leester Grundschule. „Doch auch da wird es für uns immer schwieriger, da diese während der Schulzeit ja auch genutzt wird“, erklärt Anja Duveneck, die sich beim DRK-Ortsverein um die Blutspenden kümmert. Um dieses Problem zu lösen, seien alle Termine für das kommende Jahr in die Ferien gelegt worden.

In Bezug auf die Spenderanzahl kann Duveneck sogar ein Plus verkünden. „Ich habe das Gefühl, es kommen sogar mehr Personen zu den Terminen. Das liegt möglicherweise an der Zeit, die die Menschen aktuell haben“, fügt sie hinzu. Im Durchschnitt würden sich jeweils 150 bis 170 Spender freiwillig ihr Blut abzapfen lassen. „Auch die Älteren scheuen sich nicht“, sagt sie. Nur ganz vereinzelt habe Duveneck beobachten können, dass Senioren fern bleiben würden.

In Leeste gehört – genau wie in Kirchweyhe – ein Großteil der Ehrenamtlichen aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters zur Risikogruppe. Daher hatten viele von sich aus für die Termine abgesagt. Hinzu kommt das Büfett-Verbot, was dazu führt, dass nur noch wenige Helfer benötigt werden. Stattdessen gibt es auch dort ein Lunchpaket. Momentan seien bei den Blutspende-Aktionen des Ortsvereins meist nur zwei Ehrenamtliche von der Bereitschaft und zwei Ärzte sowie Duvenack vor Ort. Sie schließt sich der Meinung ihrer Kollegin Söfty an und meint: „Die Veranstaltungen sind immens wichtig, da die Blutkonserven dringend benötigt werden.“

In Weyhe scheint die Sorge des DRK-Blutspendendienstes also unberechtigt zu sein. Zwar hat Corona dort einiges verändert, doch die Ortsvereine haben die Probleme erkannt und Lösungen gefunden. Noch erfreulicher ist, dass die Menschen auch in schwierigen Zeiten gewillt sind, etwas Gutes zu tun und ihr Blut spenden, um anderen das Leben zu retten.

Die nächste Blutspende

.  DRK-Ortsverein Kirchweyhe: 29. Dezember, 15 bis 20 Uhr, Sporthalle der KGS

.  DRK-Ortsverein Leeste: 8. Januar, 15 bis 19.30 Uhr, Aula der KGS

Von Nala Harries

Rund 160 Mal spendete er schon sein Blut: Der stellvertretende Vorsitzende Hans-Heinrich Meier (l.) und Werner Wittrock (r.), Beisitzer und Mitgliedsbeauftrager, ehrten Thomas Meyer 2019 für diese Leistung. Zu der jüngsten Blutspendeaktion des Ortsvereins Kirchweyhe kam er jedoch nicht.

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