Trotz Corona in Gastronomie investiert

Klaus Wessels sieht Licht im Pandemie-Tunnel und vergrößert Leester Restaurant

Gestalten den Innenraum ihres Gastronomiebetriebes neu: Klaus und Jutta Wessels.
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Gestalten den Innenraum ihres Gastronomiebetriebes neu: Klaus und Jutta Wessels.

Klaus Wessels verbreitet unternehmerischen Optimismus: Er sieht Licht im Pandemie-Tunnel und investiert einen größeren sechsstelligen Betrag in seinen Gastronomie-Betrieb. Wer durch Leeste fährt, sieht schon erste Anzeichen: Der Unternehmer hat die Terrasse vergrößern lassen.

Weyhe – Seit 15 Jahren betreiben Klaus Wessels und seine Frau Jutta das Restaurant an der Ecke Leester Straße Ecke Ladestraße, das ihren Namen trägt. Mindestens acht weitere Jahre sollen folgen, mit der Option einer Verlängerung um weitere drei Jahre. Einen entsprechenden Mietvertrag habe er vor wenigen Tagen unterschrieben, sagt Klaus Wessels.

Die Corona-Pandemie habe das Unternehmer-Paar zugesetzt, weil im Partyraum Wessels II, der sich schräg gegenüber an den Gleisen befindet, seit mehr als einem Jahr Flaute herrscht. Wirtschaftlich über Wasser habe sich das Paar durch das Außer-Haus-Geschäft, das es an jedem Tag der Woche anbietet. Der Betrieb musste sich von den Teilzeitkräften unter den 18 Mitarbeitern trennen: Die festangestellten Mitarbeiter schickten die Wessels in Kurzarbeit.

Zahlreiche Anfragen für Hochzeiten, Geburtstage und andere Feiern

An Motivation, wieder Gas zu geben, fehlt es nicht. Es gebe zahlreiche Anfragen für Hochzeiten, Geburtstage und andere Feiern, sagt Klaus Wessels. „Ich sehe Licht im Pandemie-Tunnel“, sagt er, zumal immer mehr Menschen geimpft werden. Er glaubt, dass die Corona-Inzidenzzahlen bald sinken werden und die Gastronomie wieder öffnen werde. Das seien Gründe, weshalb Klaus Wessels sprichwörtlich die Ärmel hochkrempeln möchte. Er habe Großes vor: Er will das Lokal vergrößern und insgesamt einen Betrag in Höhe von rund 200 000 Euro investieren. Der Anfang ist jedenfalls gemacht: Vor wenigen Tagen haben Handwerker, die sich im Leester Betrieb die Klinke in die Hand geben, die Terrasse vergrößert. „Zusammen mit dem Wintergarten sind auf 140 Quadratmetern knapp 130 Außenplätze entstanden.“ Unter Corona-Bedingungen wird der Platz halbiert, so Wessels, damit der behördlich geforderte Abstand von 1,5 Metern pro Tisch eingehalten werden kann.

Lagerraum geopfert, Küche verändert

Doch damit nicht genug: Klaus Wessels will die Küche verändern. „Wir haben einen Lagerraum geopfert, in dem wir jetzt eine separate Spülküche einbauen. Das bedeutet, dass wir den Bereich für die Speisenzubereitung in der Küche ausdehnen können. 15 Quadratmeter reichen aus, um zum Beispiel einen neuen Dämpfer zu integrieren“, erklärt Wessels. So sei es möglich, auf verschiedenen Stufen überbackene Gerichte zeitgleich fertigzustellen. Auch ein weiterer Grill soll angeschafft werden, um Steaks und Fisch zuzubereiten. Die Abläufe in der Küche will das Unternehmer-Paar optimieren, um die kulinarischen Wünsche der Gäste in kurzer Zeit erfüllen zu können.

Raucherlounge mit neuen Möbeln

Klaus Wessels setzt nicht nur im Außenbereich auf neue Möbel, sondern auch im Innenbereich. So soll die Raucherlounge, die zum Thekenbereich gehört, mit bequemen Loungemöbeln bestückt werden, kündigt Wessels an. „Der Raum wird gut angenommen.“ Künftig können Raucher auf Sesseln und auf einer Couch Platz nehmen.

Wer den Innenraum des Gasthauses betritt, um zum Beispiel den Außer-Haus-Service zu nutzen, dem fällt sicherlich auf, dass der Schalke-Fan Wessels unzählige Erinnerungsstücke an den Bundesligisten entfernt hat. Dafür erstrahlt der Eingangs- und Barbereich in einem neuen Licht. Er und seine Frau hätten sich Gedanken gemacht und sich für ein neues Lichtkonzept entschieden, was noch mehr Gemütlichkeit in den Gastronomiebetrieb bringen soll. Die Umbauarbeiten dazu seien noch längst nicht abgeschlossen.

Der Vermieter der Immobilie würde sich ebenfalls an den Umbauarbeiten beteiligen: Er lässt die Toilettenanlage komplett umbauen. „Die besteht noch aus der Zeit, als der Laden Schnackenberg hieß“, so Wessel.

Klaus Wessel: „Vorher habe ich ein wildes Leben geführt“

Klaus und Jutta Wessels führen den Betrieb seit 2006. „Vorher habe ich ein wildes Leben geführt“, sagt Klaus Wessels. Rund 14 Jahre habe er als Sales Manager Immobilien auf Gran Canaria aufgekauft, saniert und verkauft.

Dann lebte der Weyher, 1959 in Erichshof geboren, mehrere Jahre in Österreich. Zuvor hatte er aber noch einen anderen Job: Nach der Grundschule in Leeste und höherer Handelsschule in Bremen hatte sich Klaus Wessels im Alter von 22 Jahren mit einem Spar-Laden in Wildeshausen selbstständig gemacht. Ein weiterer Laden in Delmenhorst folgte. Nach seiner ersten Ehe sei der geschäftstüchtige Unternehmer abgeworben worden und arbeitete für ein großes deutsches Unternehmen im Ausland.

Wie es dazu kam, dass er in der Wesergemeinde wieder sesshaft wurde? Das sei die Liebe gewesen, erklärt er. „Jutta kommt aus Weyhe und aus der Gastronomie.“ Und sie habe ihn überzeugt, wieder Wurzeln in Weyhe zu schlagen. Ein Schritt, den er nicht bereut.

Klaus Wessels freut sich auf das neue Erscheinungsbild seines Betriebes. Neues Geschirr gibt es auch.

Finanzielle Unterstützung durch die Bundesregierung

Wie blickt er auf die Krise? Die Bundesregierung habe ihn nicht hängen lassen und unterstütze ihn finanziell bei den Investitionen. Wenn die Corona-Pandemie vorbei ist, will Wessels den Mitarbeiterstamm nicht nur auf die alte Größe aufstocken, sondern weitere Köche einstellen. Außerdem will der Unternehmer die Zahl der Festangestellten und Teilzeitkräfte im Service vergrößern.

Von Sigi Schritt

Vergrößert: Der Außenbereich des Gastronomiebetriebs Wessels.

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