Gottesdienst am 3. September

Hospiz Weyhe feiert 20. Geburtstag

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Planen gemeinsam einen Gottesdienst in der Leester Marienkirche: die Mitglieder des Hospiz-Vereins und die Chorvereinigung. Die Predigt hält an diesem Vormittag Pastor Ulrich Krause-Röhrs.

Leeste - Von Sigi Schritt. Der Weyher Hospizverein feiert am Sonntag, 3. September, seinen 20. Geburtstag. Aus diesem Anlass laden die Mitglieder zu einem besonderen Gottesdienst in die Marienkirche ein. Er beginnt um 10 Uhr und steht laut Pastor Ulrich Krause-Röhrs unter dem Motto „Jeder Tag ist ein Unikat“.

Die Hospiz-Helfer wollen den Zuhörern von den Begegnungen mit den Menschen berichten und Antworten auf die Fragen geben, was es bedeutet, Familien und Angehörige von Schwerstkranken auf ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten.

Trauernde gehen Freunden und bekannten Orten aus dem Weg

Von den 50 Mitgliedern sind 15 bis 20 aktiv, so Karin Meiners, die Vorsitzende des Vereins. Die werden im Wechsel im Altarraum ihre Erlebnisse schildern. Außerdem will der Pastor eine Predigt zum Thema halten.

Tod und Sterben zu thematisieren, sei früher generell ein Tabu gewesen. Heute sei das zumindest teilweise nicht möglich, berichtet Pastor Krause-Röhrs. Es komme nicht selten vor, dass trauernde Menschen manchmal ausweichen. Sie gehen nicht mehr in ihre Supermärkte, aus Furcht, dort Bekannten zu begegnen und über die Trauer zu sprechen. „Freunde verschwinden aus dem Lebensbereich, rufen nicht mehr an.“ Die Situation, sich zu begegnen, empfinden sie als bedrohlich. Sie haben Angst, etwas falsch zu machen. Das habe er selbst erlebt, berichtet der Geistliche.

Die Zuhörer werden sich ein gutes Bild über den Verein machen können, glaubt Karin Meiners. Vor zwei Jahrzehnten hatte der Unternehmer Peter-Christian Horn den Verein „aus eigener Betroffenheit“ gegründet, blickt die Vorsitzende auf die Anfänge zurück.

Ziel des Hospizes ist es, ein mehr an Lebensqualität zu schaffen

Musikalisch beteiligt sich auch die Chorvereinigung an dem Gottesdienst. Wie der promovierte Mediziner Bernd Falke schildert, haben die Sänger entsprechende Lieder einstudiert. Falke selbst war zusammen mit Horn Gründungsmitglied. „Damals gab es in England viele Hospize, Deutschland war auf diesem Gebiet noch ein Entwicklungsland.“ In den vergangenen Jahren hat sich viel getan. Die Palliativmedizin sei heute anerkannt. Niemand müsse am Ende seines Lebens leiden. Es gebe gute Medikamente auf dem Markt. „Eine Palliativstation heißt nicht Sterbestation“, räumt Falke mit einem verbreiteten Vorurteil auf. „Dort finden Betroffene und Angehörige eine besondere Betreuung vor, die in einer normalen Station eines Krankenhauses im Alltag nicht geleistet werden kann“, so Falke.

Die Hospiz-Helfer bauen eine persönliche Bindung zu den Schwerstkranken und ihren Angehörigen auf und leisten Trauerarbeit. „Den Weg zurück ins Leben zu finden, ist hart. Das ist schwierig für jeden“, sagt der Pastor. Es klinge banal, sei aber ein sehr wichtiger Aspekt: Es hilft, wenn sich die Menschen in die Augen schauen, die eine ähnliche Situation bereits erlebt haben. Die andere Person versteht laut Krause-Röhrs, wovon er spricht. „Wir möchten mehr Lebensqualität bieten“, so Meiners.

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