Traktor-Oldtimerschau beim Waldkater bereitet „musikalisches“ Vergnügen

Hochbetagte mit feuchtem Gras unterm Mulcher

Fachkundiges Publikum beäugt die Traktor-Veteranen.
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Fachkundiges Publikum beäugt die Traktor-Veteranen.

Melchiorshausen - Von Heiner Büntemeyer. Die Traktorfreunde störten sich gestern nicht an der kühlen Witterung. Schon seit Mittwoch trotzten die Frühankömmlinge zur Oldtimerschau am Gasthaus „Waldkater“ in ihren mitgebrachten Bauwagen dem vielen Regen.

Jeder neu eintreffende Traktor wurde gebührend begrüßt und fachkundig betrachtet. Die meisten Aussteller trafen aber erst am Donnerstag ein. Erstaunlich viele Traktor-Oldtimer stehen in Scheunen und Garagen in Melchiorshausen und Umgebung.

Sogar eine echte Rarität war darunter: Ein „David Brown“ aus England, Baujahr 1971, der allein schon durch seine weiß-rote Farbgebung auffiel. Auffällig auch seine „Puschen“, denn die hohen Hinterräder hatten ein eigenartiges Profil. „Das ist ein Racing-Profil, damit wird der Rasen beim Mähen besser geschont“, erklärte der stolze Besitzer Egon Kruse.

Harald Dunekacke war mit einem „Hanomag“, Baujahr 1954 angereist. Dieser Traktor ist noch mit einer Riemenscheibe ausgestattet. Damit wurden früher über einen Transmissionsriemen die Dreschmaschinen und Kreissägen angetrieben. „Ich habe vorsichtshalber auch meine Kabine mitgenommen“, erklärte der Besitzer augenzwinkernd und zeigte auf den Regenschirm, der unter der mit einem bunten Sofakissen gepolsterten Sitzschale hing.

Ein Schmuckstück war auch der schnuckelige kleine 14 PS „starke“ MAN 2 F 1 von Hans Siemer aus Lahausen, der noch immer unter altem SY-Kennzeichen läuft.

Interessiert studierten die Besucher die an den Motorblöcken angebrachten Herstellerschilder mit Angaben über Serie, Leistungsstärke und Baujahr.

Bei einem alten Deutz fehlte zwar die Angabe des Baujahrs, aber dafür stand da ein wichtiger Tipp für den Fahrzeugführer: „Kraftstoff durch ein grobes Tuch oder einen Filzhut vorfiltern“.

Die meisten dieser Traktoren sind noch regelmäßig im Einsatz. Noch feuchtes Gras unter einem Schlegelmulcher zeugte bei einem „Fendt-Farmer“ von seinem letzten Einsatz.

Auch der Deutz D 40-N, Baujahr 1960, mit dem Ernst Wieduwilt gekommen war, muss noch regelmäßig arbeiten. Er leistet 35 PS, „jedenfalls früher mal“, wie Wieduwilt einschränkte. Das Gefährt verarbeitet für seinen Besitzer und seine „Holztruppe“ pro Jahr noch immer bis zu 90 Raummeter Stammholz. Dazu treibt der Trecker-Veteran einen mächtigen Holzspalter an, der die Meterstücke mit 18 Tonnen Druck vierteilt. Er zieht sie auch über über eine Forstseilwinde aus dem Wald und „längt“ sie anschließend mit einer Wippsäge mit einem 75-Zentimeter-Blatt.

Interessierte erfuhren, wo es noch Ersatzteile gibt oder welche Teile anderer Hersteller zum eigenen Traktor passen. Es wurde gefachsimpelt, und viele Besucher erinnerten sich an eigene Erlebnisse mit bestimmten Typen. Andere hörten aufmerksam zu, und als ein Fahrer an seinem Traktor den Motor aufdrehte, strahlte ein Zuhörer: „Das ist Musik in meinen Ohren.“

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