Fast 20 Jahre Kinderbetreuung

Tränenreicher Abschied in Stuhr-Brinkum: Pampersclub des FTSV Jahn schließt

Kaufmannsladen im Pampersclub: Diese Form der Kinderbetreuung läuft beim FTSV Jahn Brinkum aus.
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Kaufmannsladen im Pampersclub: Diese Form der Kinderbetreuung läuft beim FTSV Jahn Brinkum aus.

Der Pampersclub des FTSV Jahn Brinkum schließt am 15. Oktober seine Pforten. Nach den Spielkreisen in Heiligenrode und Varrel ist damit das letzte Angebot dieser Art in Stuhr von der Bildfläche verschwunden. Der Verein bedauert das sehr. Doch die Nachfrage sei stark zurückgegangen.

Brinkum – Im nächsten Jahr hätte er seinen 20. Geburtstag gefeiert, doch dazu wird es nicht mehr kommen. Der Spielkreis des FTSV Jahn Brinkum, auch bekannt als der Pampersclub, schließt vor den Herbstferien im Oktober seine Pforten. „Wir finden das auch sehr schade“, sagt Elke Gärtner, die langjährige Kassenwartin des FTSV Jahn. „Wir haben einen schönen Garten und Geräte, die wir extra für den Nachwuchs angeschafft haben. Doch der Bedarf für diese Art der Betreuung ist nicht mehr da.“

Zumindest ist er nicht mehr groß genug. Nach den Sommerferien startet das Angebot nur noch für eine Gruppe mit zwölf Sprösslingen, von denen im Herbst sogar fünf aus Altersgründen in eine Kindertagesstätte wechseln. Spätestens dann werde es auch wirtschaftlich fragwürdig, die Gruppe weiter zu betreiben. „Wir wollen keine Gewinne machen, aber kostendeckend arbeiten wollen wir schon“, sagt die Kassenwartin. Die Eltern seien über diesen Schritt bereits vor den Sommerferien informiert gewesen. „Sie benötigen ja auch Vorlauf, um sich nach einer Alternative umzusehen.“

Was waren das für Zeiten, als der Brinkumer Verein mit seinem Angebot für die Knirpse startete. Schon als der FTSV Jahn vor knapp 20 Jahren seine neue Halle an der Langenstraße baute, wurden laut Elke Gärtner die Voraussetzungen für eine Kinderbetreuung im Obergeschoss geschaffen. Ein Bewegungsraum etwa war fest eingeplant. Im Oktober 2002 legte der FTSV mit dem Pampersclub los.

Verein strebt Ausbau der Gesundheitssparte an

„Damals waren Spielkreise sehr beliebt“, erinnert sich Elke Gärtner. Und davon profitierte auch ihr Verein, dessen Pampersclub in Hochzeiten sieben Gruppen betreute. „Doch nach und nach wurde das Angebot immer weniger nachgefragt“, stellt Elke Gärtner fest. Schon vor Corona seien es dauerhaft nur noch zwei Gruppen gewesen.

Im Wesentlichen führt die Kassenwartin diese Entwicklung darauf zurück, dass die Gemeinde kräftig in den Bau von Krippen und Kindertagesstätten investiert habe. „Außerdem war unser Konzept immer so angelegt, dass ein Übungsleiter mit Unterstützung einer Mutter eine Gruppe betreut“, erklärt Elke Gärtner. Inzwischen hätten die Eltern aber kaum noch Zeit, Betreuungszeiten zu übernehmen.

Vor diesem Hintergrund ergebe es keinen Sinn mehr, die zig Quadratmeter im Obergeschoss des Bovital für wenige Kinder freizuhalten. „Wir müssen sehen, dass wir viele Menschen in Bewegung bringen“, sagt Gärtner. Deshalb möchte der Verein die frei werdenden Kapazitäten für den Ausbau seiner Gesundheitssparte nutzen und die eher kleinteiligen Räume umgestalten. „Dafür müssen wir ein paar Wände versetzen“, sagt Elke Gärtner.

Von Pilates über Zumba und Yoga bis hin zum Cross-Training

Es wäre nicht die erste Erweiterung in Sachen Gesundheitssport. Schon im Frühjahr 2017 war ein knapp 70 Quadratmeter großer Anbau ans Bovital notwendig geworden, um zusätzliche Geräte für das Cardiotraining unterzubringen. Und die Sparte wächst und wächst, was inzwischen in über 30 Kursen mit verschiedenen Bewegungsprogrammen und unterschiedlichen „Schweißgraden“, wie es auf der Homepage heißt, zum Ausdruck kommt. Von Pilates über Zumba und Yoga bis hin zum Cross-Training.

Kerstin Frohburg, Fachbereichsleiterin Bildung, Kultur und Freizeit, bedauert das Ende des Pampersclubs. Nach Schließung der Spielkreise in Heiligenrode und Varrel sei dies das einzige verbliebene „spielkreisähnliche Angebot“ in der Gemeinde Stuhr gewesen. Spielkreisähnlich, weil es sich laut Kerstin Frohburg eigentlich um ein psychomotorisches Sportangebot für Kinder gehandelt habe. „Wir haben es analog zu den Spielkreisen gefördert.“

Schon den Bau des Pavillons zwischen dem Bovital und dem Parkplatz, heute die FTSV-Geschäftsstelle, hatte die Gemeinde finanziell unterstützt. Grund: Ursprünglich war das Gebäude für die Betreuung im Rahmen des Pampersclub gedacht. Nach Aussage von Frohburg standen seinerzeit 100 Mädchen und Jungen auf der Warteliste. Da musste räumlich nachgebessert werden. „Jetzt freuen wir uns über jedes Kind, das kommt“, sagt Gärtner.

Für sie steht fest: Es wird ein tränenreicher Abschied am 15. Oktober werden. „Die Tränen fließen ja schon, wenn ein einzelnes Kind den Pampersclub verlässt.“

Von Andreas Hapke

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