Marktplatzaufwertung: Landschaftsarchitektin stellt Entwürfe vor

„Toilettenhäuschen bleibt – das hat viel Geld gekostet“

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Veranstaltungen wie die Sause an Himmelfahrt soll es weiterhin auf dem Marktplatz geben. 

Weyhe - Von Sigi Schritt. Ein Baumdach, ein Außenfoyer des Weyher Theaters mit Findlingen und Wasserspielen sowie ein Neubau zur Schaffung eines weiteren gastronomischen Angebots – an Ideen des Landschaftsarchitekturbüros Kilian und Frenz für die Aufwertung des Marktplatzes mangelt es nicht. Im Fall einer Umsetzung fehlt möglicherweise dem Platz etwas Entscheidendes: Raum für größere Veranstaltungen. Im Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt haben am Dienstagabend Landschaftsarchitektin Christine Frenz-Roemer und Baudirektor Steffen Nadrowski die Pläne vorgestellt.

Wie Steffen Nairobis anmerkte, gehe es an diesem Abend aber weder um die Verkehrsplanung, noch um die Nutzungsrechte und um die Planung von Veranstaltungen. Konsens herrschte bei Politik, Verwaltung und dem Planungsbüro, dass alle bisherigen Publikumsmagneten wie etwa „Weyhe Total“, das Weinfest der Lions und der Wochenmarkt möglich sein müssen. Das vorgestellte Konzept des Planungsbüros sei zwar gut, allerdings nehme es zu viel Fläche weg, befürchtet Nadrowski. Es bleibe für Volksfeste immerhin ein Raum übrig, der 60 Meter lang und 25 Meter breit ist. Ob das reicht? Ingrid Söfty von der CDU möchte, dass insbesondere Theatergeschäftsführer Heinz-Herrmann Kuhlmann befragt werden sollte, um die gute Stube Weyhes besser zu planen. Der Vorsitzende des Marktplatzvereins organisiert sowohl den Weihnachtsmarkt als auch das beliebte Volksfest „Weyhe Total“. Hannelore Roitsch-Schröder von den Grünen betonte, dass Wochenmarkt-Beschicker nicht auf die Straße gedrängt werden dürfen.

Das Areal zwischen Theater und Eisdiele, Italiener und Modegeschäft hatte die Landschaftsarchitektin Frenz-Roemer in vier Ecken aufgeteilt. Die, in dem sich das Hochbeet befindet, soll so bleiben, wie sie ist. In der Nähe von Garbs und dem Theater kann der Bereich zu einem Außenfoyer umgewandelt werden. Das könnte nach den Vorstellungen der Fachfrau mit Bäumen, Findlingen und einem Quellstein geschehen. Allerdings nannte sie Varianten. In ihrem zweiten Entwurf gibt es abermals Bänke aus Holz oder anderen Materialien, doch an die Stelle eines Wasserlaufs tritt ein Brunnen, dessen Einfassung 30 Zentimeter aus dem Boden herausragt. „Das Findlingsthema könnten geschnittener Granit oder stilisierte Stahllinsen aufnehmen.“ Die dritte Variante hat das Landschaftsarchitekturbüro schlichter gehalten. Statt einer großen Brunnenanlage könnte laut Frenz-Roemer ein Trinkbrunnen aufgestellt werden. Eine mit dem Untergrund verbundene Bestuhlung ergänzt die Installation.

Entscheidung fällt erst im Januar

Für das Baumdach schräg gegenüber in der Nähe der Bäckerei Brüne-Meyer schlägt die Planerin Stadtlinden vor. Diese Ecke bietet sich laut Baudirektor Nadrowski ebenso für kleinere Flohmärkte wie für eine Außengastronomie an. Die roten Steine müssten allerdings weichen. Die Zuhörerin Kerstin Daneke spricht sich gegen Linden aus. „Im Sommer sind sie feucht und nass, weil sie Zuwachs von Blattläusen haben, die einiges an Flüssigkeiten abgeben“, begründete sie.

Die verbliebene Teilfläche im Plan hat die Planerin mit einem Quadrat samt Fragezeichen gekennzeichnet. Laut Landschaftsarchitektin könnte dort ein Neubau mit einer mit einer Glas-/Stahlkonstruktion eine weitere Außengastronomie beherbergen und außerdem eine optische Abgrenzung zum Parkplatz bilden. Ingrid Söfty bekam große Augen, als sie sich einen möglichen Neubau vorstellte. „Das Toilettenhäuschen bleibt – das hat viel Geld gekostet“, stellte die Christdemokratin klar. Sie habe nichts dagegen, wenn etwas modisches davor gesetzt wird. „Wir erwarten neue Vorschläge.“

Eine Entscheidung, was mit dem Marktplatz passieren soll, fällt erst im Januar. Einstimmig votierten die Ausschusssmitglieder dafür, weitere Anregungen mit Fachleuten zu diskutieren und dann Herstellungskosten aufzulisten.

Frank Seidel (SPD) sprach sich für ein Wasserspiel aus, weil es „Menschen anzieht“. Auf das Baumdach sei er gespannt, was Ingrid Söfty viel kleiner dimensioniert sehen möchte, als es die Pläne vorsehen. In der Politik ist zumindest die Begrünung und Platzeinfassung durch Bäume wie Robinien gut angekommen.

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