Tobias Hillmann hat seinen ersten Gothicthriller „Stumme Schreie“ veröffentlicht

Namenlos, lautlos, seitenzahlenlos

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Tobias Hillmann hat im Juli seinen Debütroman herausgegeben.

Dreye - Von Katharina Röling. Tobias Hillmann aus Dreye begeistert sich für gruselige Geschichten. Das Cover seines Debütromans wirkt wie eine Szene aus einem Horrorfilm. Das Buch trägt den Titel „Stumme Schreie“. Was zunächst widersprüchlich klingen mag, erweist sich beim Lesen als äußerst passend. Der Protagonist bezeichnet sich selbst als „Namenlos“. Er leidet an Schizophrenie. Mehrere Persönlichkeiten versuchen die Kontrolle über seinen Körper zu erlangen. Der Leser wird Zeuge dieses inneren Kampfes, in dessen Zügen nicht immer deutlich zu erkennen ist, welche Geschehnisse Wirklichkeit oder Einbildung sind. Die Krankheit ist so schlimm, dass die Hauptperson sich nicht mehr an den eigenen Namen oder die Zeit, in der er lebt, erinnert. Klar und deutlich bleibt nur der Gedanke an Flucht aus der Nervenanstalt, in die Namenlos von den behandelnden Ärzten eingewiesen wurde.

Der Leser soll die Geschichte an einem Abend durchlesen, empfiehlt Hillmann. Kein Problem, denn das Büchlein umfasst nur rund 50 Seiten, Seitenzahlen fehlen – ein weiterer Hinweis auf die Orientierungslosigkeit, die den Protagonisten umgibt. Im Vordergrund stehe die depressive Stimmung, nicht die Handlung. „Mein Ziel ist, dass der Leser am Ende der Geschichte in der gleichen Stimmung wie der Protagonist ist und mit ihm leidet“, sagt der Autor.

Tobias Hillmann ist in Dreye aufgewachsen und lebt auch heute dort. Nach einigen ersten Schreibversuchen, die von seinen Bekannten mit den Worten „Das musst du sofort wieder löschen“ kommentiert wurden, ist nun sein erstes Werk bei Amazon erschienen. Der 33-jährige Physiotherapeut schreibt seit seinem 20. Lebensjahr an dem von ihm als Gothicthriller bezeichneten Buch.

Er hat selbst kurzzeitig in einer Psychiatrie gearbeitet. Die Erfahrungen mit Patienten haben den Inhalt des Buches stark geprägt. Der Protagonist ist das Ergebnis vieler Eindrücke, die Hillmann im Lauf seiner pflegerischen Tätigkeit geprägt haben. Laut Hillmann ist das Schreiben eine Möglichkeit, das Erlebte zu verarbeiten. Er ist kein Fan großer Pläne, sondern schreibt einfach drauflos. Er wisse zu Beginn nie, wie die Geschichte enden wird. Beim Schreiben hilft ihm zwar ein grober Leitfaden, aber meistens prägt die jeweilige Stimmung das Geschriebene.

„Stumme Schreie“ lässt den Leser im Ungewissen. Es endet in einem Kampf der verschiedenen Persönlichkeiten im Inneren des Hauptcharakters. Das offene Ende macht neugierig auf die Fortsetzung. Hillmann arbeitet bereits an einem zweiten Teil. Außerdem schreibt er an einem Kinder- und Jugendbuch, in welchem er seinem Hang zum Gruseligen und Mysteriösen treu bleiben möchte.

• „Stumme Schreie“ ist seit Juli bei Amazon für 3,54 zu haben. ISBN: 1515111458

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