„Tiere können nicht einfach umziehen“

Bürgerinitiative Melchiorshausen sieht Ökosystem in Gefahr

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Kritiker befürchten, dass das Otten-Moor austrocknet, sofern sich das Unternehmen GS Agri in der Nähe ansiedelt.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Mit neuen Argumenten verschärft die Bürgerinitiative Melchiorshausen ihren Protest gegen die geplante Ansiedlung einer GS-Agri-Betriebsstätte an der Bundesstraße 6.

Die Mitglieder der Initiative um Dieter Höft glauben, dass der Lebensraum der Tiere und der Pflanzen zu stark gefährdet wird, sollte künftig das Unternehmen aus Schneiderkrug bei Cloppenburg dort einen neuen Standort bekommen. „Das Gewerbegebiet Melchiorshausen/B6 II soll im südlichen Teil von Melchiorshausen auf einer rund 65.000 Quadratmeter großen Fläche an der Bundesstraße gebaut werden. Das ist nur 150 Meter vom Landschaftsschutzgebiet Melchiorshauser Fuhren, entfernt“, so Höft.

Trotz der Nähe zur Bundesstraße gibt es laut Höft auf dem Areal eine große Tierartenvielfalt. Die Geländestruktur sei dafür ursächlich. Dort gebe es unterschiedliche Bäume, Sträucher, Gärten und Weideland, außerdem liegt in der Nähe das Otten-Moor. Dieses Schlatt sei bereits geschädigt. 

Höft führt als Grund die Wasserentnahme aus dem Bodens an. „Wenn das Gewerbegebiet gebaut und große Flächen versiegelt werden, droht das Moor ganz auszutrocknen und für immer verlorenzugehen“, sagt der Melchiorshauser. Das Areal zwischen der B6, der Gartenstraße und der Melchiorshauser Straße sollte einmal ein geschützter Landschaftsbestandteil werden. 

Dazu sei nie gekommen, doch dieser Umstand zeige eine Tendenz zur schützenswerten Natur. Die Initiative argumentiert gegen eine GS-Agri-Ansiedlung, weil der Betrieb dann „im Trinkwasserschutzgebiet der Klasse III a“ liegt. Durch die Lagerung, Transport und Verkauf von Düngern bestehe die Gefahr einer Trinkwasser-Kontamination.

Die Initiative sieht Alternativstandorte in der Nähe der Ristedter Windkraftanlagen. „Alternativen sind Bestandteil eines jeden Bauleitplanverfahrens“, sagt der zuständige Fachbereichsleiter Steffen Nadrowski. Die Gemeinde werde sich in einer ergebnisoffenen Prüfung aller Einwände stellen, verspricht er. 

„Gutachter schauen, welchen Biotopwert die Fläche hat, ob sie schützenswert ist und ob die Eingriffe ausgeglichen werden müssen. Wenn die Ergebnisse des Verkehrsgutachtens vorliegen, dann folgen im Juni die nächsten Beteiligungsschritte der Öffentlichkeit und von 60 Behörden“, kündigt Nadrowski an.

„Dieses Ökosystem lässt sich aber nicht durch eine andere Fläche kompensieren“, so Höft. „Tiere können nicht einfach umziehen“, sagt der Naturschützer.

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