Explosion im alten Bauernhaus nur Übung

18 THW-Helfer aus Syke und Bassum proben den Ernstfall

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Auf diesem Areal errichtet der Kirchweyher Till Maßberg ein Haus mit zehn Wohnungen.

Kirchweyhe - Von Sigi Schritt. Bevor ein Abbruchunternehmen in Kirchweyhe ein altes Bauernhaus dem Erdboden gleich macht, um Platz für ein Mehrparteienhaus zu schaffen, haben die Syker und Bassumer Ortsgruppen des Technischen Hilfswerks am Dienstagabend auf dem 2000 Quadratmeter großen Gelände an der Straße „Kleine Heide“ den Ernstfall geprobt.

Das THW hatte mit dem Gewitter keine Probleme – im Gegenteil. Der dunkle Himmel und der einsetzende Regen hat laut Marc Liebermann, Gruppenführer der Bergungsgruppe, die angenommene Situation für die Besatzungen der vier Fahrzeuge realistischer wirken lassen. „Meistens werden wir gerufen, wenn das Wetter schlecht ist“, sagt Liebermann.

Das Szenario: Nach einer Explosion sollen die THW-Helfer das Gebäude erkunden, nach Personen suchen und diese retten. Ist das nicht ein Fall für die Feuerwehr? Normalerweise schon, so erklärt Liebermann, würde tatsächlich die Feuerwehr gerufen, doch im Katastrophenfall, falle die Bergung auch dem THW zu, wenn einer Gruppe ein Einsatzgebiet zugeteilt wird. Deshalb sei es gut, dass der Grundstückseigentümer Till Maßberg sein Gelände für eine realistische Übung zur Verfügung gestellt hatte. Es ist laut Liebermann etwas anderes, wenn die Helfer an einem Haus üben, das völlig unbekannt ist.

Bevor das Bauernhaus an der Kleinen Heide in Kirchweyhe abgerissen wird, üben Mitglieder des Technischen Hilfswerks auf dem 2 000 Quadratmeter großen Areal die Menschenrettung.

Während an einer Stelle bereits ein Flutlichtmast aus einem Anhänger mit Stromaggregat herausragte, bereitete sich ein Teil der zehn Syker und acht Bassumer Helfer am Rüstwagen auf ihren Einsatz vor. In den vielen Metallkisten befinden sich zahlreiche Geräte wie Schneidebrenner, Kettensägen oder welche für den Atemschutz, aber auch Seile und Fanggurte. 

Die sollen die Helfer anlegen, denn sie wissen nicht, ob ein Boden einstürzt. Deshalb habe jeder Helfer, der das Haus betritt, eine Auffangvorrichtung an, die mit einem Sicherungsseil von einer anderen Person gehalten wird, erklärt der Gruppenführer Marc Liebermann. Dieses Seil befindet sich in einem Rucksack, den die erste Person trägt. Damit soll sichergestellt werden, dass der Helfer nicht abstützt.

Zaungäste fragten nach Erhalt des Gebäudes

Aufmerksam beobachteten Anwohner das abendliche Treiben. Einer davon: Nachbar Erwin Jansen. Er kannte noch die weit über 90 Jahre alte Frau, die zuletzt in dem großen Areal gewohnt hatte, berichtete er. Die Zaungäste fragten sich, ob solch ein Haus nicht etwa erhalten werden könnte. Doch wer will das Gelände kaufen und viel Geld investieren?, fragt Jansen. 

„Als Baudenkmal taugt das Gebäude nicht“, versichert auf Anfrage Gemeindearchivar Wilfried Meyer, der zusammen mit einem Mitglied der Interessengemeinschaft Bauernhaus das Gebäude besichtigt hatte. „Die Eigentümer hätten viel zu viel daran verändert. Das Bauernhaus hat zwar ein Strohdach, es ist aber von einer Bitumenschicht verdeckt“, sagte Meyer. 

Übung des Ortsvereins Bassum und des Technischen Hilfswerks

Möglicherweise könnten Fachwerk-Balken gerettet werden, ergänzt Eigentümer Till Maßberg. Er will dort ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohnungen errichten. Ähnlich wie das Haus links neben der Niedersachsen-Apotheke. „Nur kleiner“, versichert der Investor.

Ein Bericht zur Historie des Hauses folgt.

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