Thema Umwelt kontrovers diskutiert

Bürgermeisterwahl Weyhe: KGS-Schüler bekommen Antworten der vier Kandidaten

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Alle an einem Tisch aber nicht immer einer Meinung: Die vier Bürgermeisterkandidaten vertraten ihre Standpunkte vor den Schülern der KGS Leeste.

Die Bürgermeisterwahl steht vor der Tür und die Kandidaten gehen in die letzte Runde des Wahlkampfes. Das bedeutet auch, junge Erstwähler zu überzeugen und deren Stimmen für sich zu gewinnen.

Leeste - Von Bjarne Kommnick.Die vier Kandidaten Annika Bruck (Die Grünen), Frank Seidel (SPD), Torsten Kobelt (Die Partei) und Dietrich Struthoff waren dafür am Freitag zu einer Podiumsdiskussion in der Aula der KGS Leeste zu Besuch. Dort stellten sich die Politiker den teils kritischen Fragen des zehnten bis zwölften Jahrgangs unter der Moderation der Schüler Franziska Lücke und Malte Buntemeyer.

Umwelt und Klima

In vielen Punkten waren sich die Politiker einig, aber das wohl kontroverseste Thema der 90-minütigen Veranstaltung war das geplante Gewerbegebiet Dreye-West III. Die Schüler sehen einen klaren Widerspruch zwischen dem von der Gemeinde ausgerufenen Klimanotstand und der Gewerbeflächen-Planung in einem Landschaftsschutzgebiet.

Bruck von den Grünen äußerte sich dazu mit einer klaren Haltung: „Uns ist bewusst, dass es neue Flächen braucht, aber nicht an dieser Stelle. Das haben wir von Anfang an so gefordert.“ Sie macht deutlich: „Der Nabu hat uns bereits vor fünf Jahren darauf hingewiesen, dass wir ökologisch gesehen an diesem empfindlichen Ort extrem viel Schaden anrichten.“ Für Struthoff steht jedoch etwas anderes im Vordergrund: „Wir brauchen diese Gebiete, um Projekte wie die KGS-Sanierung finanzieren zu können oder für manch einem anwesenden Schüler einen zukünftigen Arbeitsplatz zu schaffen.“

Einen Seitenhieb in Richtung Grünen verteilte er ebenfalls: „Bei dieser Diskussion wird sich die ganze Zeit auf den Nabu bezogen, man darf aber nicht vergessen, dass alle Mitglieder des Nabu auch Mitglieder der Grünen sind.“ Die Aussage ließ Seidel nicht unkommentiert: „Ich kenne viele, die beim Nabu sind und trotzdem in anderen Parteien aktiv.“ Er ergänzte darauf hin seinen eigenen Standpunkt: „Der Klimanotstand bedeutet nicht, dass nichts mehr passiert. Wir bemühen uns im Voraus um Ausgleichsflächen. Wenn wir Lebensraum zerstören, ist es enorm wichtig, neuen Lebensraum zu schaffen.“

Verkehr

Auch die Verkehrslage in Weyhe war Teil der Diskussion. Kobelt hat dabei eine genaue Vorstellung: „Es fahren täglich 62 000 Autos aus dem Südkreis nach Bremen, da gilt es die Straßen zu beruhigen. Ich hätte gerne viel mehr 30er-Zonen und anstatt gefährlichen Kreuzungen mehr Kreisel.“ Bruck schließt sich dieser Meinung an: „Die Stadtplanung war von Anfang an autofahrerfreundlich. Die Straßen sind zu eng gebaut. So ist es oft nicht möglich, Radwege zu planen. Deshalb ist eine Verkehrsentschleunigung der richtige Schritt.“

Digitalisierung und Internet

Ein weiteres Anliegen der Schüler war hinsichtlich der KGS-Sanierung die damit verbundene Digitalisierung. Seitens der Moderatoren kam die Kritik auf, dass eine schnelle Verbindung aufgrund von Netzüberlastung oft nicht möglich sei. Seidel hat dazu eine klare Meinung: „Das muss natürlich verbessert werden.“ Er unterstützt dabei die Meinung der Schüler: „Eine schnelle Internetverbindung ist ja nicht nur fürs Zocken gut, sondern auch hilfreich für das schnelle Erlangen von Informationen.“ Für Struthoff ist die Geschwindigkeit kein Problem. Der Vorsitzende und Fraktionsvorsitzende der Weyher CDU arbeitet in der Telekommunikationsbranche und weiß: „Das schnelle Internet ist vorhanden. Man muss es nur bezahlen können, die Verbindung ins Haus zu schaffen, daran scheitert es leider oft.“

Zum Ende hatten die Politiker eine Minute Zeit, um ein abschließendes Statement zu formulieren. Kobelt war dabei wichtig, dass alle in der Gemeinde zusammenarbeiten und gemeinsam Probleme angehen. Struthoff setzt sich für ein sicheres Weyhe ein, das weiterhin interessant für junge Leute bleibt. Bruck hat sich Weyhe zum Herzensthema gemacht und hofft auf schnelle Erfolge in Sachen Naturschutzgebieten. Seidel wünschte sich eine hohe Wahlbeteiligung und möchte weiterhin in einer Gemeinde ohne Rassismus und Diskriminierung leben.

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