Gelungene Premiere: „Für immer Irland“

Theater wird erneut zum irischen Pub

Dramaturg Frank Pinkus und Intendant Kay Kruppa (r.) spielen im neuen Stück mit und landen zahlreiche Gags. - Foto: Ehlers

KIRCHWEYHE - Von Anika Bokelmann. In Weyhe wird wieder geträumt. Elf Darsteller, eine liebevoll eingerichtete Bühne und die Fortsetzung der erfolgreichen Geschichte „Ein Traum von Irland“ von Frank Pinkus bescherten dem Weyher Theater am Freitagabend eine gelungene Premiere. Mit der Aufführung von „Für immer Irland“ gelang es dem Ensemble, an die bejubelte Inszenierung aus der Spielzeit 2015/2016 anzuknüpfen.

Eine wichtige Zutat des Erfolgsrezept ist die Musik, die für die richtige Irish-Pub-Atmosphäre sorgt. Larry Foster (gespielt von Patrick Kuhlmann) sitzt die volle Spieldauer von zwei Stunden nur mit seiner Gitarre in der Ecke und stimmt in regelmäßigen Abständen irische Weisen und Folksongs an. „Der kann ja doch sprechen“ lautet daher zum Ende die nachvollziehbare Reaktion von Charly McGuire (Marco Linke) auf eine Aussage des jungen Mannes. Dank geübter Gitarrengriffe und den klaren Singstimmen des Ensembles fühlt sich der Zuschauer auf die grüne Insel versetzt.

War bei den meisten bei den ersten Klängen der Funke übergesprungen, dürften nicht zuletzt die Stepptanz-Einlagen dafür gesorgt haben, dass die neuen Titel wie „Seven Drunken Nights“, „Easy and free“ und „Galway Girls“ die Stimmung anheizten. Zusammen mit dem schauspielerischen Talent der elf Darsteller begaben sich die Männer und Frauen im ausverkauften Theater nach Leenane. In dem irischen Ort spielt sich das Leben im Pub des naiven, aber liebenswerten Wirt Tubby Tubson ab.

Für die liebevoll ausgestattete Bühne mit Theke, irischer Bierreklame und der Landesflagge zeichnen Hermes Schmi und Lisa Kück verantwortlich. Das friedliche Miteinander im Pub „The Harp“ wird im zweiten Stück über die Bewohner des kleinen Orts von Frank Pinkus reichlich aufgewirbelt, als die pensionierte deutsche Lehrerin Helga Becker (Isolde Beilé) nach Leenane zieht. Grund dafür ist das Buch von John Bowler (Marc Gelhart). Während sich die eingeschworene Dorfgemeinschaft darin ins Lächerliche gezogen fühlt, beschert es Leenane reichlich Touristen. „Der Autor müsste dafür umgebracht werden“, meinen die Schafzüchter Jack McDoyle (Frank Pinkus), Shane McCardigan (Kay Kruppa) und der übellaunige Elektriker Richard Spencer (Joachim Börker). Die Typen scheinen den Darstellern wie auf den Leib geschnitten und dank durchdachter Macken wachsen sie dem Zuschauer direkt ans Herz.

Am Ende sei es doch eine Liebeserklärung an seine Heimat, macht John Bowler deutlich und lässt eine weitere an seine Frau Iris McGuire (Sarah Kluge) folgen. Überhaupt spielt die Beziehung zwischen Mann und Frau – oder besser die alltäglichen Schwierigkeiten zwischen den Geschlechtern – eine große Rolle und sorgt für beste Unterhaltung. Dafür gilt es für die Männer und ihre Ehefrauen, Iris, Mia de Jong (Lisette Groot) und Roxy Donegal (Nathalie Bretschneider), einen Sexboykott durchzustehen.

Die Angewohnheit der irischen Charaktere, sich in ihren Dialogen stets mit Vor- und Zunamen anzusprechen, ist als Einführung sicherlich willkommen. Doch im Verlauf der Komödie bekommt dies einen anstrengenden Beigeschmack. Glücklicherweise kommen die Gespräche ansonsten ungezwungen und locker daher, wirken zu keiner Zeit auswendig gelernt.

Bei der Premierenaufführung feierten schließlich Zuschauer und Ensemble mit dem irischen Klassiker „The wild rover“, das nach lang anhaltendem, stehend gegebenem Applaus den Abschluss der turbulenten Aufführung bildete, den gelungenen Start in die Spielzeit.

32 Aufführungen der irischen Komödie um Leenane sind bis Ende des Jahres vorgesehen.

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