Gemeinde zahlt erstmals Qualifizierung

Tagesmütter in Stuhr dringend gesucht

Stuhr - Von Andreas Hapke. Die Gemeinde Stuhr benötigt dringend mehr Tagespflegepersonen. „Es sind alle Plätze belegt. Wir sind an unserem Limit angekommen“, sagt die zuständige Rathausmitarbeiterin Ingrid Kavanagh.

Die Nachfrage der Eltern nach dieser Betreuungsform sei weiterhin sehr hoch. Ingrid Kavanagh verweist auf einen neuen Qualifizierungskurs bei der Volkshochschule, der nach den Herbstferien beginnt, für den sich aber noch keine Interessenten aus Stuhr angemeldet hätten. Sechs, sieben Plätze seien noch frei.

Laut Kavanagh gibt es in Stuhr 20 Tagespflegepersonen, die sich um insgesamt 50 bis 60 Mädchen und Jungen kümmern. Männer fungieren zurzeit nicht als Betreuer. Eine der Frauen wird ihre Tätigkeit in Kürze beenden. „Diese Fluktuation haben wir immer“, sagt die Verwaltungsmitarbeiterin. „Einige Personen orientieren sich beruflich anders, andere scheiden aus privaten Gründen aus.“ Unterm Strich fehlen insbesondere in Stuhr und Varrel Tagespflegepersonen. „Wenn ich mir jemanden wünschen dürfte, dann für diese Ortsteile“, sagt Kavanagh.

Wie groß die Not ist, lässt sich auch daran ablesen, dass die Gemeinde erstmals die Kosten für die Qualifizierung übernimmt. „Wir wollen die Teilnahme attraktiver machen. Andere Kommunen finanzieren den Kurs schon länger.“

Eignungsüberprüfung und Qualifizierung

Für die Verwaltung ist die Betreuung durch eine Tagespflegeperson eine Win-win-Situation. „Das Angebot ist individueller als das, was wir machen können“, sagt der Erste Gemeinderat Ulrich Richter und nennt frühere Betreuungszeiten als Beispiel. „Man kann über alles reden“, fügt Kavanagh hinzu. „Manche Eltern benötigen nur an zwei Tagen pro Woche eine Betreuung, dafür aber von 7 bis 17 Uhr.“ In seltenen Fällen würden Kinder sogar von zu Hause abgeholt. Die Tagesmutter wiederum profitiere davon, dass sie eine selbstständige Tätigkeit mit der Freude am Umgang mit Kindern, mit deren Förderung und Erziehung, kombinieren könne.

Grundlagen für die Pflegeerlaubnis, die das Jugendamt erteilt, sind eine Eignungsüberprüfung und die abgeschlossene Qualifizierung. Letztere läuft über 160 Stunden, die sich auf sechs Monate verteilen, ein Praktikum bei einer Tagesmutter inklusive. Zu den Inhalten zählen neben rechtlichen und finanziellen Aspekten die unterschiedlichen Perspektiven von Tagesmutter, Eltern und Kindern, die Beobachtung und Wahrnehmung der kindlichen Entwicklung, die Förderung der Sprösslinge, die besonderen Herausforderungen in der Tagespflege, die Kooperation und Kommunikation zwischen den Eltern und der Tagesmutter sowie deren Arbeitsbedingungen und die Reflexion. Den Abschluss des Kurses bilden eine mündliche und eine schriftliche Prüfung.

Eine Tagespflegeperson darf maximal fünf Sprösslinge betreuen, viele würden sich aber auf weniger Kinder konzentrieren, sagt Kavanagh. Auch Stuhrer Teilnehmer in der Qualifizierung seien keine Garantie dafür, dass sich die Lage entspannt: „Manche brechen ab oder fangen erstmal nicht als Tagesmutter an. Wir können keinen dazu zwingen. Und wer anfängt, nimmt ja nicht sofort fünf Kinder.“

Wer Interesse an dem Kurs hat, kann sich beim Familien- und Kinderservicebüro über die ersten Schritte in die Tätigkeit als Tagespflegeperson informieren. Ansprechpartnerin ist Ingrid Kavanagh unterTelefon 0421/56 95 235 (E-Mail: i.kavanagh@stuhr.de).

Rubriklistenbild: © dpa

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