Band aus Kanada im „Shakespear‘s“

Synthetischer Sound erreicht Weyher nicht

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Trotz ihres Könnens gelang es den Kanadiern nicht, das Publikum für sich zu gewinnen. 

Weyhe - Von Uwe Goldschmidt. So ganz übergesprungen ist der Funke bei dem Auftritt der kanadischen Band „Raleigh“ im Weyher Theaterpub „Shakespear‘s“ nicht. Diese spielte im Rahmen der „Songs and Whisper“-Veranstaltungsreihe am Samstagabend. Die Künstler dieser Konzerte kommen meistens aus den Vereinigten Staaten und absolvieren innerhalb eines Monats zwischen 20 und 30 Auftritte, an deren Ende für den Künstler ein Hut herumgeht.

Für die Kanadier aus Calgary war es der vierte Auftritt bei ihrem diesjährigen Besuch in Deutschland. Laut Veranstalter stehe die Musik der Band für sanfte Harmonien, feine Taktänderungen und großartige Kompositionen, die emotional, zurückhaltend und dennoch zutiefst fesselnd seien.

In Weyhe gingen die Künstler, die sonst mit Drummer zu viert touren, nur zu dritt an den Start. Neben dem Sänger und Gitarristen Brock Geiger hatten sich noch die Cellistin und Sängerin Clea Anaïs und Bassist Will Maclellan auf der Bühne eingefunden und die Mehrzahl der Titel im meist ruhigen und langsamen Stil präsentiert.

Auf dem Programm standen Kompositionen Geigers aus den vergangenen zehn Jahren und der jüngsten CD-Produktion „Powerhouse Bloom“. Neben dem Indie Rock hat Geiger den Schwerpunkt seiner Titel auf psychedelische Stilelemente gelegt. Somit ertönten im Pub ungewöhnliche und neuartige Klänge mit experimentellem Charakter und Songstrukturen.

Stilrichtung scheinbar zu speziell

Zwar hatten die drei Kanadier alles Rüstzeug für einen unterhaltsamen Abend mitgebracht: perfekte Beherrschung der Instrumente, Klangvielfalt und hervorragende Gesangstimmen – dennoch gelang es ihnen nicht, das Publikum für sich zu gewinnen. Zu speziell war scheinbar die vorgegebene Stilrichtung. Dies deutete sich bei den ersten beiden Stücken noch nicht an.

Vielmehr begannen Geiger und seine Cellistin mit einer Folkballade, zu der sich Geiger an der E-Gitarre mit Fingerpickings begleitete, und Anaïs mit sanfter und weicher Stimme den Gesang bereicherte.

Erst bei den nachfolgenden Stücken wurden die Klänge zunehmend synthetisch. Durch viele Sounds aus zwischengeschalten Effektgeräten wurden die Titel experimental und sphärisch. Aus dem Raster fiel dabei der schnellere, aus einem älteren Album stammende Titel „Skylines“ mit einer lebendigen Bassbegleitung und dem Leadgesang von Clea Anaïs, der am Schluss jedoch auch ins Psychedelische verlief.

Ein Muster, was sich bei den folgen Stücken des Abends wiederholte. Zu den Titeln und der Band bot Geiger kaum Informationen, nur einmal verriet er, dass er ein Stück für seine Katze komponierte. So wurde die Kommunikation mit den Pub-Gästen den Abend über auf kleiner Flamme gehalten. Aber wer sich auf die Musik einließ oder aber auch nur die Pub-Atmosphäre genoss, hatte sicherlich einen unterhaltsamen Abend.

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