Sybille und Manfred Hentschel arbeiten im von Licht durchfluteten Atelier

Auftragsarbeiten hängen in Foyers von Hotels

+
Atelier unter dem Dach: Manfred Hentschel erzählt von seinen Auftragsarbeiten.

Melchiorshausen - Von Rainer Jysch. Die Gästeführerin Erika Christmann hat kürzlich mit einem Atelierbesuch Kunstinteressierte angelockt. Zahlreiche Gäste wollten sich an zwei Terminen den Blick in die lichtdurchfluteten Arbeitsräume von Sybille und Manfred Hentschel in Melchiorshausen nicht entgehen lassen. Das Künstlerehepaar hat sich auf auftragsbezogene Ölgemälde und freie Bildkunstwerke spezialisiert, wobei sich die Arbeiten von Malerin und Maler deutlich unterscheiden.

Sybille Hentschels Ölbilder waren bereits in vielen Ausstellungen zu bewundern, so auch in den Räumen der Wassermühle in Sudweyhe und in der Kreissparkasse Kirchweyhe. Daneben kann die 58-Jährige Künstlerin auf Auftragsarbeiten zur Gestaltung von Hotelfoyers und Konferenzräumen verweisen. Bei ihren Werken hat sie konkrete Vorstellungen: „Ich möchte eher die Atmosphäre herausholen und nicht fotorealistisch arbeiten“, erklärte sie. „Es liegen viele Lasuren übereinander, die ich dann aneinander ziehe. Ich arbeite mich so an den Ausdruck des Bildes heran“, erzählt sie über ihre Arbeitsweise.

„Ich experimentiere auch gerne bei den abstrakten Motiven, die sich erst nach und nach entwickeln“. Vier bis fünf Wochen arbeitet die Künstlerin an einem Bild. „Ich bin eine eher schnelle, ungeduldige Malerin“, sagt sie von sich selbst. „Die Bilder von meinem Mann strahlen viel Ruhe aus, weil er so präzise malt. Er ist viel geduldiger.“

Bei Manfred Hentschel steht die auftragsbezogene, gegenständliche Ölmalerei im Mittelpunkt seiner Arbeiten. An den Wänden seines Ateliers hängen viele Pferdebilder, mit und ohne Reiter, berühmte Galopper, die Geschichte geschrieben haben, wie er erzählt.

„Ich male diese Standbilder nach Fotos, und es dauert, bis die Körperhaltung der Vierbeiner meinen Vorstellungen entspricht“, erklärt der 62-Jährige.

Gelegentlich werden auch mehrere Fotos am Computer zu einem Idealbild montiert. „Das Original ist nur eine Anregung, und dann muss man künstlerisch etwas daraus machen.“

Ein Spezialgebiet Manfred Hentschels ist die Illusionsmalerei. Scheinbare Dreidimensionalität sorgt für Verblüffung beim Betrachter. „Trompe-l'œil“ (Augentäuschung) nennen Fachleute dieses Gebiet, das nur wenige Maler beherrschen. „Das ist eine Knochenarbeit“, sagt Hentschel, „das mache ich nur noch selten.“

Während Sybille Hentschel nach ihrem Studium an einer Ost-Berliner Kunsthochschule als diplomierte Designerin für Damenbekleidung startete, sammelte Manfred Hentschel nach seinem Diplomabschluss an der Kunsthochschule zunächst als Bühnenbildner Berufserfahrung. 1984 siedelten beide von der ehemaligen DDR nach WestDeutschland über.

Bei manchen Auftragsarbeiten sei es „schwierig“, das über mehrere Wochen geschaffene und lieb gewonnene Werk schließlich loszulassen, ist sich das Künstlerpaar einig. „Das müssen gar nicht die besten Bilder sein“, sagt Sybille Hentschel, „aber das sind Bilder, mit denen gekämpft wurde. Mit ihnen ist man schließlich so vertraut, weil man sie sich wieder und wieder angesehen hat.“

Mehr zum Thema:

Reitpferde- und Fohlenauktion in Verden 

Reitpferde- und Fohlenauktion in Verden 

"De Beek-Uln": Jubiläumskonzert in Scheeßel

"De Beek-Uln": Jubiläumskonzert in Scheeßel

Saarländer wählen neuen Landtag - Reicht es für Rot-Rot?

Saarländer wählen neuen Landtag - Reicht es für Rot-Rot?

Ferrari-Star Vettel triumphiert beim WM-Auftakt

Ferrari-Star Vettel triumphiert beim WM-Auftakt

Meistgelesene Artikel

Sattelzug blockiert Lange Straße

Sattelzug blockiert Lange Straße

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Problem Brandschutz: Barrier Grundschule muss auf größten Raum verzichten

Problem Brandschutz: Barrier Grundschule muss auf größten Raum verzichten

Kommentare