Update: Mittlerweile 15 Beschwerden

Weyher Tankstellen stoppen Kraftstoff-Verkauf: E10 und Super verunreinigt?

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Freundliches Personal kümmert sich um die Probleme der Kunden.

Weyhe – Es kann viele Gründe haben, weshalb mal ein Motor nicht rund läuft oder der Wagen schwer oder erst gar nicht anspringt. In Weyhe gab es Dienstag bereits fünf Fälle, in denen womöglich der Kraftstoff Probleme verursacht hatte - Mittwochmittag kletterte die Zahl der Beschwerden auf 15. Es spricht sehr viel dafür, dass der E-10-Sprit der Leester Classic-Tankstelle, den einige Autofahrer zwischen Dienstag vergangener Woche, 15 Uhr, und Samstagabend, 22 Uhr, in ihre Wagen gefüllt hatten, verunreinigt war.

Update 24.5.: Der Verdacht, dass Autofahrer am Monatsanfang bei der Classic-Tankstelle in Leeste mit Diesel verunreinigten E-10-Sprit in ihren Kraftstoffbehälter gefüllt haben, hat sich erhärtet.

Ursprüngliche Meldung vom 7.5.: Den Tankstellenbetreiber erreichte am Samstag gegen 22 Uhr die erste Kundenmeldung. Daraufhin handelte das Personal sofort: Umgehend wurden per Computer alle Schläuche gesperrt und somit der Verkauf gestoppt. Das berichtet Gerd Beneke auf Anfrage dieser Zeitung. Er ist für alle Classic-Tankstellen in elf Bundesländern zuständig – auch für die in Leeste. Obgleich die Laborergebnisse laut Beneke noch ausstehen, rechnet er „mit einer großen Wahrscheinlichkeit“ mit einer „Vermischung von Diesel“. Die Dosis werde aber nicht hoch sein, glaubt Beneke. Er geht von einem Wert aus, der sich in Höhe von drei Prozent bewegt, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Kein Grund zur Sorge also? „Doch.“ 

Laut Beneke würden neuere Fahrzeuge auf dieses Gemisch reagieren. Konkreter werden könne er deshalb nicht, weil es ein „identisches Muster“ nicht gibt. Von den fünf Kunden, die sich bislang in Leeste gemeldet hätten, würde sich zumindest ein Wagen nicht mehr fortbewegen können. Andere Fahrzeuge liefen unrund. Sofern es geht, sollten die Betroffene ihre Fahrzeuge in die nächste Werkstatt bringen, lautet sein Tipp. Dass der verunreinigte E-10-Kraftstoff zu Schäden führt, kann der Fachmann nicht ausschließen. „Wir sind gegen solche Dinge versichert“, sagt Fritz Lühmann, Geschäftsführer der Christian Lühmann GmbH mit Sitz in Hoya, zu deren Tochterfirma die Leester Tankstelle zählt.

Classic würde für Schäden aufkommen

Wie viele Halter insgesamt betroffen sein könnten, kann Beneke nicht sagen. „Unter Umständen merken es die Fahrer noch nicht einmal. Oder sie stellten fest, dass etwas nicht stimmt, aber sehen den Kausalzusammenhang nicht, so der Fachmann.

Wie jede andere Tankstellengesellschaft würde auch Classic für die Schäden aufkommen, versichert auch Gerd Beneke. Bis zum Redaktionsschluss blieb es bei den Verdachtsfällen, die sich allerdings noch nicht bestätigt haben.

War im E10-Kraftstoff Diesel drin? Das Analyseergebnis stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest.

Sicher ist: Sollte tatsächlich einer der in Leeste betankten Wagen ausfallen, würden Betroffene auch Leihfahrzeuge bekommen. „Die Versicherung würde bei größeren Schäden einen Gutachter vorbeischicken“, nennt der Fachmann die Prozedur. Sie sollten sich an die Tankstelle unter Ruf 0421 / 80 3338 oder an die Classic-Zentrale in Hoya unter Ruf 04251/812-17 oder -234 wenden. In den sozialen Medien äußern sich Betroffene positiv über die Tankstellenmitarbeiter und über die Classic-Zentrale. Die Kontaktdaten seien unter anderem aufgenommen worden.

Menschliches und technisches Versagen könnte als Ursache infrage kommen, so Gerd Beneke. Moderne Tankwagen hätten Kammern, die durch Ventile miteinander verbunden sind. Wenn diese defekt sind, könnten die Kraftstoffe sich vermischen.

Super in Kirchweyhe aus dem Verkehr gezogen

Im Zuge der Recherche und der Überprüfung der Frachtpapiere hätte die Classic-Zentrale sicherheitshalber auch eine Lieferung Super aus dem Verkehr gezogen. Allerdings nicht in Leeste, sondern am Montagmorgen in Kirchweyhe. Befüllt wurde dieser Tank am vergangenen Donnerstag. „Es hat sich allerdings nicht ein Kunde bei der Kirchweyher Filiale beschwert“, so Beneke. Aber für das Hoyeraner Unternehmen reiche bereits der Verdacht aus, umfangreiche Maßnahmen anlaufen zu lassen. Der fragliche Kraftstoff wurde abgepumpt und gehe zurück in die Raffinerie, dort werde er aufbereitet, so Beneke.

„Solche Vorfälle gibt es sehr selten“, sagt Alexander von Gersdorff, Leiter PR und Kommunikation des Mineralölwirtschaftsverband (MWV). Zahlen gebe es nicht, so der Sprecher. Sollte sich der dringende Verdacht in Weyhe bestätigen, so wäre die Fehlbefüllung durch einen Tankkraftwagen für ihn der zweite Fall in sieben Jahren.

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