Mit gutem Beispiel voran

Sie befreit Wege in Sudweyhe von Müll – und wünscht sich Nachahmer

Renate Beneke befördert eine Styropor-Schachtel per Greifer in einen Eimer.
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Greif und weg: Renate Beneke kümmert sich darum, dass der Müll von den Wegen verschwindet.

Wenn ihr wieder achtlos weggeworfene Flaschen und anderer Müll auffallen, dann kümmert Renate Beneke sich selbst um die Entsorgung. Mit ihrem Einsatz für die Umwelt will sie Denkanstöße geben, sagt sie.

Sudweyhe – Der Pappbecher enthielt wohl mal einen Kaffee to go, die Styroporbox mit Deckel das Essen zum Mitnehmen. Nach dem Verzehr sind sie ebenso auf dem Grünstreifen an der Sudweyher Straße gelandet wie die zerknüllte 1,5-Liter-Plastikflasche, die leere Zigarettenschachtel und die Kräuterlikör-Fläschchen.

Nun befördert Renate Beneke sie per Greifzange in ihren weißen Eimer, der schnell mit Glas- und Verpackungsmüll gefüllt ist. Damit fällt die Ausbeute, wie die Rentnerin schon angekündigt hat, heute vergleichsweise gering aus.

Schließlich ist die Aktion „Weyhe räumt auf“ erst Ende März zu Ende gegangen (wir berichteten). Der Außen-Frühjahrsputz, zu dem die Gemeinde dieses Jahr über den Zeitraum von mehren Wochen aufgerufen hatte, zeigt noch Wirkung. Trotzdem ärgert sich Renate Beneke über den Müll, der ständig auf dem Grünstreifen und an den Gehwegen landet.

Da sind die Autofahrer, die am Ortsausgang Richtung Jeebel und Barrien einfach aus dem Fenster werfen, was sie nicht mehr gebrauchen können. Dieses Müll-Aufkommen ist auf der (von Weyhe aus gesehen) rechten Straßenseite größer als auf der linken, hat die alteingesessene Sudweyherin beobachtet. Beneke erklärt sich diesen Unterschied mit dem Verhalten der Berufspendler. Aus Bremen kommend, also auf der Feierabend-Strecke, scheint das Interesse an fachgerechter Entsorgung geringer zu sein als in der entgegengesetzen Richtung.

Auch auf den Geh- und Radwegen links und rechts der Hauptstraße findet Renate Beneke immer wieder Hinterlassenschaften, vor allem aus Glas. 71 kleine Schnapsflaschen und 18 große Flaschen sind auf einer einzigen Tour schon mal zusammengekommen, erzählt sie. Für die achtlose Entsorgung fehlt ihr jedes Verständnis, zumal Flaschen dabei auch kaputt gehen können: „Es gibt überall Glascontainer. Und hier sind Tiere, die sich verletzen können.“ Beneke findet: „Das kann man doch eben mitnehmen und da reintun.“

Im April 2009 ist sie zum ersten Mal losgezogen – mit dem Bollerwagen. Damals wie heute stört sie der achtlos in die Gegend geworfene Müll, gegen den sie seither selber etwas unternimmt, immer wieder, aber nicht regelmäßig: „Ich mache das spontan.“ Immer wenn der Rentnerin der Abfall am Wegesrand unangenehm auffällt, macht sie sich am nächsten Tag auf den Weg. „Wenn ich was sehe, hole ich das weg“, erklärt sie.

Ihre Motivation beschreibt Renate Beneke so: „Ich mache das für mich, für die Umwelt und um Denkanstöße zu geben.“ Bei Polizei und Verwaltung ist Renate durch ihren Einsatz am Radweg zwar eine alte Bekannte. Aber bei den Abfällen am Wegesrand wünscht sie sich weniger ein Eingreifen der Behörden. Schließlich gebe es mit „Weyhe räumt auf“ eine Sammel-Aktion der Gemeinde, was ja gut sei. Was Beneke sich vielmehr wünscht, ist, dass andere Bürger ihrem Beispiel folgen. Dass es egoistische Zeitgenossen gebe, die sich für die Entsorgung ihres Mülls nicht interessieren, das lasse sich wohl nicht ändern. Aber wenn andere bei ihren Spaziergängen auch einen Müllbeutel mitnehmen würden, um Hinterlassenschaften zu entsorgen, dann wäre das eine willkommene Hilfe.

Nüchtern betrachtet gehört diese Ausbeute eines früheren Rundgangs in Container und Mülltonne.

Erste Unterstützung macht sich aber bereits bemerkbar. Sie erzählt von einem Jungen aus der Nachbarschaft, den sie davon überzeugt hat, sich durch das Wegbringen liegengelassener Pfandflaschen das Taschengeld aufzubessern. Und am Kabelweg habe ihre Tochter kürzlich wieder leere Weinbrandflaschen erspäht. Die waren aber verschwunden, bevor Beneke sich darum kümmern konnte. Dass sie nicht mehr die Einzige ist, die sich um den Müll an den Wegen in der Nähe des südlichen Ortsausgangs kümmert, findet Beneke „toll“.

Lockerlassen will sie auf absehbare Zeit nicht. Schließlich lautet ihr Motto, was den Einsatz für eine sauberere Umwelt angeht: „Man muss immer am Ball bleiben.“

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