Baustart rückt näher

Abriss und Umbau auf Gut Sudweyhe: Neues Ambiente für das historische Gelände

+
Der Charakter des Gutshofes bleibt auch nach dem Umbau erhalten.

Sudweyhe - Sie sind seit Jahren verwaist, die mächtigen Ställe und Hallen auf dem Gut Sudweyhe. Aber jetzt kommt Fahrt in das Projekt, das die Gemeinde Weyhe gemeinsam mit dem gebürtigen Erichshofer Investor Rolf Specht entwickelte. „Wir haben die Baugenehmigung erhalten,“ sagt eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage, „Baustart und Abrissarbeiten werden jetzt zeitnah starten.“

Wert lege man besonders auf die denkmalgeschützte Scheune, die einer neuen Nutzung zugeführt werde, das sogenannte Kornzinshaus, das eine Jahrhunderte alte Geschichte vorweisen kann. Hier soll ein öffentliches Café entstehen, ein bisschen auch Kompensation nach dem Wegfall der Gaststätten Voßmeyer und Sudmann. Auch der Speisesaal der Einrichtung bekommt hier seinen Platz.

Die meist aus den 60er-Jahren stammenden Ställe mit Fachwerkattrappen an den Giebeln sollen weichen. An deren Stelle tritt ein Neubau von zwei Gebäuden mit einer stationären Pflegeeinrichtung mit 68 Einzelzimmern und 17 Pflegesuiten, 12 Seniorenwohnungen sowie einer Pflege-Wohngemeinschaft vorgesehen. Östlich des Cafés wird ein öffentlicher Platz zum Verweilen errichtet.

Das Gut Sudweyhe geht nach langem Leerstand einer neuen Nutzung entgegen.

Das Millionen-Projekt löst bereits in der Bevölkerung eine bemerkenswerte Resonanz aus. Als die Baugenehmigung auf die Zielgerade ging, lud die Gemeinde eigens zu einem Info-Abend ein. Der Ratssaal platzte aus allen Nähten. Und das aus gutem Grund. „Dieses Vorhaben wird Sudweyhe relativ stark verändern“, sagt Fachbereichsleiter Steffen Nadrowski.

Die Geschichte des Gutshofes reicht weit zurück. Bereits vor 1479 befand er sich im Besitz der Familie Frese. 1677 ging das inzwischen völlig verschuldete Gut an Johann Raesfeldt über, der „Pfandinhaber der Fresischen Güter zu Weyhe“ war. Dieser verkaufte den Hof 1696 an den Braunschweig-Lüneburgischen Vizekanzler und späteren Oberappelationsgerichtspräsidenten Weipart Ludwig de Fabrice. Mit ihm ging eine erste große Erneuerung der Hofanlagen einher. Das Baujahr des Herrschaftshaus wird auf das Jahr 1703 datiert. Seither erlebte es immer mal wieder wirtschaftliche Schieflagen. Unter anderem in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als es leer stand und zu verfallen drohte. 

Bedeutend gesteigert wird der Denkmalwert der Gebäude durch die erhaltene Gesamtstruktur des Gutshofes. Dieser stellt ein selten gut erhaltenes Beispiel ländlicher Baukultur des Staatspatriziates und der urbanisierten Aristokratie im absolutistischen Kurfürstentum Hannover dar. Herrenhaus, Wirtschaftsgebäude und Park bildeten von Anfang an eine funktionale Einheit, die bewusst in barocker Tradition gestaltet und geordnet wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

EU startet vor Libyen-Gipfel Diskussion über Militäreinsatz

EU startet vor Libyen-Gipfel Diskussion über Militäreinsatz

Bundestag debattiert über Sicherheit für Radler

Bundestag debattiert über Sicherheit für Radler

Neue Maßnahmen gegen "Sauf-Tourismus" auf Mallorca und Ibiza

Neue Maßnahmen gegen "Sauf-Tourismus" auf Mallorca und Ibiza

Trecker-Demo in Bremen: Schlepper aus dem Kreis Verden und Heidekreis dabei

Trecker-Demo in Bremen: Schlepper aus dem Kreis Verden und Heidekreis dabei

Meistgelesene Artikel

Trecker-Demo am Freitag: Staus und Blockaden zum Feierabend

Trecker-Demo am Freitag: Staus und Blockaden zum Feierabend

„Ein Kieksen und Schluchzen“: Dieter Bohlen vergleicht DSDS-Kandidatin mit Jury-Kollegen - und ist begeistert

„Ein Kieksen und Schluchzen“: Dieter Bohlen vergleicht DSDS-Kandidatin mit Jury-Kollegen - und ist begeistert

Protestfahrt der Landwirte in Richtung Bremen: „Das wird voll“

Protestfahrt der Landwirte in Richtung Bremen: „Das wird voll“

Erziehungsberechtigte stellen Grundsätze der Stuhrer Kinderbetreuung infrage

Erziehungsberechtigte stellen Grundsätze der Stuhrer Kinderbetreuung infrage

Kommentare