„Mekonikusweg“ zum Hohen Geestweg

Sudweyhe: Bauausschuss berät über Straßennamen

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In dieses Gebiet soll eine Straße führen, die „Mekonikusweg“ heißen könnte.

Sudweyhe - Von Sigi Schritt. Die neue Straße, die künftig vom Hohen Geestweg in das neue Baugebiet führt, das sich auf dem einstigen Lagerplatz der ehemaligen Sudweyher Raiffeisen-Warengenossenschaft befindet, soll „Mekonikusweg“ heißen. Das hat der Bauausschuss am Dienstagabend einstimmig beschlossen. Das Votum muss der Rat allerdings noch bestätigen.

Wie Fachbereichsleiterin Doris Salomé zuvor erläuterte, hatte die Verwaltung insgesamt zwei Vorschläge erarbeitet, die nach Recherchen des Gemeindearchivars Hermann Greve Bezug auf die Historie des Ortes nehmen: „Mekonikusweg“ und „Hoher Weg“: Der „Hohe Weg“ war eine Bezeichnung einer örtlichen Verbindung, die es über mehrere Jahrhunderte gegeben hat. Sie kommt nicht infrage.

Mit dem plattdeutschen Begriff „Mekonikus“, der durch alle Reihen Zustimmung fand, war der Maschinenbauer Heinrich Warneke gemeint. Diese Schlosserei hatte sich seit dem Jahr 1910 um den Ausbau der Energieversorgung für die Höfe des Ortes verdient gemacht.

Bürger setzt sich für Korrektur ein

Ein Zuhörer lobte den Vorschlag. Der gewählte Name gebe der plattdeutschen Sprache mehr Raum, begründete er. „Berühmter Mensch“ und „die Förderung von Platt“ – die „SPD-Fraktion ist dafür“, so der Sozialdemokrat Berthold Groneveld. Zustimmung kam auch von Ingrid Söfty (CDU) und der Liberalen Antje Sengstake. Elmar Könemund von den Grünen sah beim Alternativnamen eine Verwechslung zum Hohen Geestweg, deshalb votierte er ebenso für „Mekonikusweg“.

Leser Wolfgang Schierenbeck schrieb Dienstagnachmittag an die Redaktion: Der „plattdeutsche Begriff“ laute „Mokonikus“. Damit hatten die Menschen im damaligen Sudweyhe zum Ausdruck gebracht, dass sie bei Problemen mit Treckern, Dreschmaschinen und sonstigen landwirtschaftlichen Antriebsaggregaten zum „Mokonikus“ gingen. „Mokonikus wusste immer eine Lösung!“, so Schierenbeck.

Urgroßvater hat ausdrücklich auf „o“ hingewiesen

Die Gemeinde bleibe bei „Mekonikus“, sagte gestern die Erste Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith auf Nachfrage der Zeitung. Sie befürwortet die Erklärung des Gemeindearchivars Greve, wonach nicht wenige Menschen damals die Silben weggelassen haben. Die Bürger hätten den Buchstaben „e“ verschlungen oder höchstens angehaucht.“ „M’konikus“ tauge aber nicht viel für einen Straßennamen. Greve wählte also die beschlossene Variante.

Wolfgang Schierenbeck berichtete außerdem von einem Gespräch mit seinem Urgroßvater. Der habe auf explizite Nachfrage ausdrücklich auf die beiden „o“ in „Mokonikus“ hingewiesen. Das galt offenbar für mehrere Generationen: Albert Warneke, Anbauer und Maschinenbauer in Sudweyhe Nummer 103 (1864 bis 1899), Heinrich Warneke, Maschinenbauer (1888 bis 1948) und Albert Wilhelm Warneke, Schlosser (1917 bis 1971).

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