Kampfmittelräumer überprüfen Acker zwischen Augenklinik und Lerchenhof

Suche nach Bomben und Munitionsresten

+
Kampfmittelräumer sondieren eine 20 000 Quadratmeter große Fläche. 

Der Zweite Weltkrieg beschäftigt die Verwaltung. Die Gemeinde weist auf einer Fläche zwischen der Kirchstraße und der Leester Straße ein neues Baugebiet aus. Kampfmittelreste müssen aus Gründen der Gefahrenabwehr entfernt werden, sagt Christian Silberhorn, Stadtplaner der Kommune.

Weyhe - Alte Leester erinnern sich, dass im Zweiten Weltkrieg Geschütze an der Böttcherei in Richtung Rathaus abgefeuert wurden. Spuren der Kämpfe sind heute noch zum Beispiel an der Leester Marienkirche, an Grabsteinen und am Haus der Familie Struthoff (Leester Straße) zu sehen.

Gibt es Blindgänger-Munition? Oder befinden sich sogar noch Bomben tief in der Erde, die womöglich einmal gefährlich werden könnten? Antworten darauf suchten Mitarbeiter eines Kampfmittelräumdienstes, die für zwei Tage den Acker zwischen der Augenklinik und dem Lerchenhof unter die Lupe nahmen.

Das Areal gehört zum Bebauungsplan „Südlich Henry-Wetjen-Platz“, erklärt Silberhorn. Es sei schon etwas Besonderes, dass die zuständige Behörde, das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen, Experten in die Wesergemeinde beorderte. Diese Behörde hatte die Gemeinde für die Aufstellung des B-Plans routinemäßig beteiligt.

Wie Silberhorn ergänzt, werde mehr Aufwand als üblich betrieben. Normalerweise reiche es aus, dass die Landesbehörde ein Gebiet mit Karten des US-Militärs und anderen Luftbildern abgleicht. Die Behörde hatte laut Silberhorn aber für das Areal „Südlich Henry-Wetjen-Platz“ 100 Verdachtsfälle geäußert. Eine nähere Vor-Ort-Untersuchung wurde also fällig.

Die Ergebnisse liegen vor: Die Experten förderten nur Metall aus dem Boden: Kettenteile und Hufnägel. „Das ist jede Menge Schrott“, wertet Silberhorn. Die Ketten stammen sicher von Landwirten, die mit Pferden den Acker umgepflügt hatten. Die Verwaltung geht davon aus, dass der Boden bis zu einer Tiefe von fünf Metern kampfmittelfrei sei. Eine abschließende Sicherheit gibt es aber nicht.

Dieser Untersuchung schließt sich noch eine weitere der Denkmalbehörde an. Die bislang gefundenen Eisenteile seien nicht historisch wertvoll. Die amtierende Rathaus-Chefin Ina Pundsack-Bleith würde sich lieber über einen Goldschatz wie in Gessel freuen.

Wer weiß, vielleicht schlummern tiefer in der Erde Gegenstände von Siedlungsresten, für die sich Archäologen interessieren, fragt sich Silberhorn. Immerhin wurden zuletzt bei Bodenarbeiten am Neubau der Leester Straße 51 Brunnensteine gefunden, die „wir gesichert haben“, so Ina Pundsack-Bleith. Andere Funde hatten die Verwaltung hellhörig gemacht. Bronzezeitliche Urnenscherben deuten laut Christian Silberhorn darauf hin, dass es einen Kultplatz gab. Experten gehen davon aus, dass auch eine Siedlung vor der Zeitrechnung existiert hatte. Das belegen Funde an der Schul- und an der Hauptstraße. Erst, wenn die archäologische Begutachtung abgeschlossen ist, geht es mit dem B-Plan-Verfahren weiter. Silberhorn sagt, dass sich der anstehende Verfahrensschritt hinziehen und mehrere Wochen dauern könnte. Läuft alles glatt, erwartet Silberhorn, dass die Politik frühestens Mitte November den B-Plan als Satzung beschließt. Dann wäre noch in diesem Jahr die sogenannte Planreife gegeben. Dies bildet die Grundlage für Baugenehmigungen, so der Rathausmitarbeiter.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Stuttgart patzt gegen Kiel - Bochum verspielt Sieg

Stuttgart patzt gegen Kiel - Bochum verspielt Sieg

Kunsthandwerker-Markt im Müllerhaus Brunsbrock

Kunsthandwerker-Markt im Müllerhaus Brunsbrock

Fronten im Katalonien-Konflikt verhärten sich

Fronten im Katalonien-Konflikt verhärten sich

Malteser Hospizgruppe feiert 25-jährigen Bestehen

Malteser Hospizgruppe feiert 25-jährigen Bestehen

Meistgelesene Artikel

Hinweis auf Bauland in Barrien reicht: Kein Platz mehr an der Moorheide

Hinweis auf Bauland in Barrien reicht: Kein Platz mehr an der Moorheide

65.000 Menschen aus dem Kreis Diepholz pendeln regelmäßig nach Bremen

65.000 Menschen aus dem Kreis Diepholz pendeln regelmäßig nach Bremen

Düsenjet-Knalle: „Schäden durch Überflüge nahezu ausgeschlossen“

Düsenjet-Knalle: „Schäden durch Überflüge nahezu ausgeschlossen“

Räuber prügeln auf zwei Opfer ein und verfolgen sie bis nach Hause

Räuber prügeln auf zwei Opfer ein und verfolgen sie bis nach Hause

Kommentare