Bundesweites Forschungsvorhaben

Weyhe wird zum „Leuchtturmprojekt“ der Energie- und Klimaforschung

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Das Dach der KGS spielt in dem Projekt eine Rolle.

In die Zukunft gerichtete Energie- und Klimaforschung soll bald auch in Weyhe betrieben werden. Im Kern geht es darum, ob Hausbesitzer nicht nur Konsumenten von Wärme, sondern auch sinnvolle Produzenten derselben sein könnten.

Weyhe - Mit dem Wort „Klimawandel“ können viele etwas anfangen. Was aber steckt bloß hinter dem Begriff „Suburbane Wärmewende“? Und weshalb wird Leeste in der Fachwelt einen bundesweiten Bekanntheitsgrad gewinnen? Die Antworten gibt Planer Christian Silberhorn vom Fachbereich Gemeindeentwicklung und Umwelt. Er hat ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördertes Forschungsvorhaben nach Weyhe geholt. „Das ist ein Leuchtturmprojekt der Energie- und Klimaforschung“, sagt Bürgermeister Andreas Bovenschulte erfreut.

Es geht grob gesagt darum, ob man Erkenntnisse aus der privaten Stromgewinnung auf die Wärmeerzeugung übertragen kann. Forscher betrachten dabei nicht ein einziges Haus oder eine Reihe von Gebäuden, sondern, das ist neu, ein ganzes Quartier - wie etwa das Sanierungsgebiet Leeste.

Ist es möglich, dass dort Gebäude durch ein mehrrohriges Leitungssystem verbunden werden und die Eigentümer der Gebäude nicht nur zu Konsumenten der Wärme werden, sondern auch zu Produzenten? Die Forscher wollen sogenannte Mehrtemperaturleiter ins Spiel bringen.

Christian Silberhorn (l.) hat das Forschungsprojekt nach Weyhe geholt.

Im Sanierungsgebiet befindet sich die KGS Leeste, die eine Dachfläche von etwa einem Hektar hat. Die würde sich für die Wärme- oder Stromgewinnung anbieten.

An dieses Problem wollen die Forscher heran: Der Zeitpunkt der Erzeugung und des Verbrauchs fallen auseinander. Es geht um die Frage, ob in einem Gebiet effiziente Heizungen mehr Gebäude versorgen könnten und sich andere, ältere Anlagen, deren Energiegewinnung teurer ist, sich dann bei Bedarf zuschalten. Gelänge das in Leeste, wäre es auch möglich, diesen Ansatz auf andere Kommunen mit ähnlichen Strukturen zu übertragen. Wohlgemerkt: Es geht erst mal nur um eine Auslotung einer theoretischen Machbarkeit - mit bewusst offenem Ergebnis.

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung am Dienstag, 26. Februar, wollen im Weyher Rathaus Fachleute interessierten Bürgern das Projekt im Rahmen des sechsten Energieforschungsprogramms der Bundesregierung vorstellen. Das Vorhaben wird vom Projektträger Jülich (PTJ) begleitet.

Neuer Ansatz für Energiebranche gesucht

Laut Silberhorn sollen „wichtige Fragen geklärt und ein neuer Ansatz der zukünftigen Erzeugung, Verteilung und des Verbrauchs von Energie für Gebäude“ geklärt werden. Zum Start wollen Wissenschaftler der Forschungsgemeinschaft aus dem Hermann-Rietschel-Institut (HRI) der Technischen Universität Berlin, dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (ÖIW) sowie dem Umweltzentrum Stuhr-Weyhe (USW) Einzelheiten vortragen. Leeste werde für die Prototypbetrachtung in den Blick genommen.

Was für den amerikanischen Präsidenten Donald Trump vielleicht nicht klar ist, ist für Silberhorn bereits „traurige Gewissheit“: „Unsere Kinder und Enkelkinder werden den Klimawandel spüren. Das ist etwas, was sich nicht mehr zurückdrehen lässt.“ Der Stadtplaner sagt, dass die schlimmen Folgen schlecht für die nachfolgenden Generationen seien. Er hat sich gefragt, was er tun kann, um einen Beitrag leisten zu können. Deshalb habe er sich so intensiv um dieses Projekt bemüht, sagt er.

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