Ursache bleibt unbekannt

Stromausfall in Weyhe: Notstationen waren im Einsatz / Entlastung am Mittag

2.200 Haushalte waren in der Nacht auf Mittwoch um 0.50 Uhr von einem Stromausfall in Weyhe betroffen. Der Netzbetreiber hat den Großteil aller betroffenen Haushalte am Mittag wieder mit Strom versorgt.

  • Neun Trafo-Stationen in Weyhe sind vom Stromausfall betroffen.
  • Netzbetreiber Avacon spricht von einer „unglücklichen Konstellation“.
  • Drei mobile Notstromstationen sind bis zum Nachmittag im Einsatz.
  • Erste Störung war um 15.18 Uhr behoben.

Weyhe – Bis zu 2.200 Haushalte waren in der Gemeinde Weyhe in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ohne Strom. Der Netzbetreiber Avacon konnte diese Zahl im Laufe des Vormittags auf „wenige 100“ reduzieren, erklärt Ralph Montag, ein Sprecher der Avacon, auf Anfrage.

Als um 0.50 Uhr der Strom ausgefallen war, seien zunächst 13 Trafo-Stationen in der Gemeinde Weyhe ausgefallen. „Vier von ihnen konnten wir schnell wieder in Betrieb nehmen“, sagt Montag. Sie seien nur indirekt betroffen gewesen. Probleme bereiteten der Avacon derweil die neun übrigen Stationen, „weil wir hier eine sehr unglückliche Konstellation haben, die nur sehr selten vorkommt“, so Avacon-Sprecher Montag.

Stromausfall in Weyhe: Zwei Störungen in einer Nacht

„Die Trafo-Stationen in Weyhe werden vom Umspannwerk von zwei Seiten durch eine 20 000-Volt-Ringleitung versorgt. Wenn ein Fehler in diesem Ring auftritt, dann klemmen wir die betroffene Stelle ab und machen aus der Leitung zwei Sackgassen“, erklärt Montag. So würden zwei Einbahnstraßen entstehen und alle Trafos wären noch mit Strom versorgt.

2.200 Haushalte in Weyhe waren von einem Stromausfall betroffen.

In Weyhe seien in der Nacht allerdings zwei Fehler zur selben Zeit aufgetreten. Den ersten lokalisiert die Avacon zwischen den Trafo-Stationen Lahausen und Kirchweyhe-Sägewerk, den zweiten zwischen Kirchweyhe-Drohmweg und Kirchweyhe-Bahnhofstraße 62. „Dadurch haben wir gefangene Trafos, die vom Ring-System abgetrennt sind“, beschreibt er die Besonderheit des Stromausfalls in Weyhe. „Hier konnten wir nicht mit der Standard-Methode mit den Sackgassen vorgehen und hatten Zeitdruck.“

Stromausfall in Weyhe: Drei Notstromstationen im Einsatz

Deswegen habe sich die Avacon um Alternativen bemüht: Zunächst habe der Netzbetreiber benachbarte noch funktionsfähige Trafos umgeklemmt, um einige betroffene Haushalte wieder mit Strom versorgen zu können. „Alles, was diese Trafos hergeben, haben wir auch ausgereizt“, sagt Montag.

Seit dem Vormittag seien bereits dann zwei mobile Notstromstationen der Avacon im Einsatz gewesen. „Durch sie konnten wir weitere Haushalte mit Strom versorgen.“ Ein drittes, größeres Notstromaggregat traf gegen 12 Uhr in Weyhe ein. „Als das angeschlossen war, waren nur noch ganz wenige Ausnahmen ohne Strom“, sagt der Avacon-Sprecher. „Es hat also die Entlastung gebracht, die wir uns erhofft hatten.“

Ausgefallene Ampelanlage ohne Folgen, aber von den Anwohnern kommen Beschwerd

Die Ampel-Anlage an der Kreuzung Hauptstraße/Lahauser Straße sei ebenfalls ausgefallen, so Thomas Gissing, Sprecher der Polizeiinspektion Diepholz. Die Autofahrer seien mit der Situation aber gut zurechtgekommen, versichert der Beamte. „Die Lage ist über den Tag unkritisch gewesen“, sagt er.

Allerdings berichtet Gissing von Beschwerden von Anwohnern der Wohnstraßen Rotkehlchenweg und Heidfeldweg, auf denen sich die Stromaggregate befanden. Es sei zu laut und die Kabel vom Aggregat in den Trafo hinein seien nicht gesichert. Die Beamten hatten daraufhin den Avacon-Mitarbeitern aufgegeben, die Stellen abzusichern. Entsprechende Warnhinweise wurden daraufhin aufgestellt. 

Ein Anwohner des Rotkehlchenwegs hatte sich in der Nacht gewundert, dass es im Haus zappenduster war, als er die Katze herausbringen wollte. Stunden später, sei es taghell geworden: Die Avacon hatte ein Stromgenerator vor dem Trafo aufgestellt und die Stelle beleuchtet. Seit etwa vier Uhr brummt der Generator, berichtete der Anwohner.

Eine der wenigen Ausnahmen sei die KGS Kirchweyhe gewesen. Die Schule war bis zum Nachmittag vom Netz abgeschnitten. Für die Bildungseinrichtung sei die Versorgung laut Ralph Montag über Notstrom nicht infrage gekommen. „Deswegen blieb sie ausgeschaltet, bis die erste Reparatur durch war. Heute ist dort in Sachen Unterricht also nichts mehr passiert“, sagt er.

Stromausfall in Weyhe: Erste Reparatur um 15.18 Uhr erledigt

Parallel zu der Notversorgung liefen die Reparaturarbeiten an den Leitungen. Die Störung an der Leitung zwischen den Trafo-Stationen Lahausen und Kirchweyhe-Sägewerk war die erste, die die Avacon beheben konnten. Vor Ort sei um 15.18 Uhr Verzug gemeldet worden. „Um 15.24 Uhr war die Leitung wieder aktiv“, ergänzt Montag. Als das geschafft war, hatte die Avacon die Möglichkeit, aus der defekten Ringleitung wieder zwei Einbahnstraßen zu machen. „Die Trafos gehen wieder nach und nach ans Netz“, erklärt Montag.

Deswegen konnte die Avacon die drei Notstromaggregate von da an abrücken lassen. Auch die KGS hatte am Nachmittag wieder Strom. „Deswegen gibt es für morgen keinen Grund wegen Strommangel, nicht in die Schule zu gehen“, meint der Sprecher der Avacon.

Rubriklistenbild: © imago images / Christian Ohde

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