Erste Ernte

Streuobstwiese in Weyhe: Gemeinde und Rotary Clubs ziehen positive Bilanz

Pflücken gemeinsam Obst: Die Rotary-Mitglieder Barbara Frerker, Ulrich Kuhlmann (3.v.l.) und Hermann Ahrens sowie Ulf Panten von der Gemeindeverwaltung (2.v.l.).
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Pflücken gemeinsam Obst: Die Rotary-Mitglieder Barbara Frerker, Ulrich Kuhlmann (3.v.l.) und Hermann Ahrens sowie Ulf Panten von der Gemeindeverwaltung (2.v.l.).

Die Gemeinde Weyhe und die Rotary-Clubs Syke und Syke-Utbremen kümmern sich gemeinsam um eine Streuobstwiese. Nun ernten sie die Früchte des Projektes.

Weyhe – Es ist ein auf Dauer angelegtes Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Weyhe und der Rotary-Clubs Syke und Syke-Utbremen. Deren Vertreter ziehen anlässlich der ersten nennenswerten Ernte eine positive Bilanz.

„Die Arbeit trägt Früchte“, sagt Ulf Panten, Umweltbeauftragter der Gemeinde, erfreut. Er blickt auf die Streuobstwiese, die eine Fläche von rund 7 500 Quadratmeter hat. Das Areal befindet sich in einem ruhigen Gebiet von Leeste. Es wird unter anderem von der Straße In der Grämme als auch von der Pingelheini-Bahnlinie begrenzt. In der Nähe befinden sich das Mühlenkamp-Gelände und die Grundschule Erichshof.

Für Panten sei das Projekt in Weyhe deshalb einmalig, weil es gleich mehrere Organisationen einbindet, die sich dauerhaft um das Gelände kümmern.

Auf der Fläche stehen 60 Obstbäume

Auf der Fläche gedeihen rund 60 Obstbäume. „Diese haben sich wunderbar entwickelt“, sagt Barbara Frerker vom Rotary Club Syke-Utbremen. Zuletzt hatte sie das Areal im Frühjahr gesehen, als sie sich dort wegen eines Arbeitseinsatzes mit anderen Mitgliedern ihres Clubs getroffen hatte. „Da waren die Pflaumen, Birnen und Äpfel nicht reif“, sagt sie. Im Vergleich zu den heißeren Vorjahren hätten die Rotarier, die zum Distrikt 1850 gehören, die Bäume in diesem Jahr nicht gießen müssen.

Jeder darf sich dort bedienen

Bei diesem Gemeinschaftswerk stehe nicht der Ertrag, sondern der Erhalt der Sorten im Vordergrund. Das sagt der promovierte Mediziner Ulrich Kuhlmann. Er vertritt den Rotary Club Syke und zeigt eine Liste vor. Eine alte Sorte heißt zum Beispiel „Geheimrat Dr. Oldenburg“. Und wie schmeckt sie? „Fruchtig, saftig, aber nicht zu süß“, sagt Kuhlmann. Es sei die „erste substanzielle Ernte“ seit dem Projektstart vor ein paar Jahren.

Die Rotarier sowie der Vertreter der Gemeinde haben bei ihrem Besuch nur ein paar Früchte zum Naschen gepflückt. Die Streuobstwiese sei öffentlich zugänglich. Jede Person, die vorbeikomme, könne sich bedienen. Und deshalb hätten die Rotarier viel übrig gelassen.

Blühstreifen sorgen für mehr Artenvielfalt

„Früher war so eine Streuobstwiese nichts Ungewöhnliches“, sagt Ulf Panten. Der Umweltbeauftragte erinnert daran, dass es in den damaligen selbstständigen Gemeinden Leeste, Kirchweyhe und Sudweyhe zahlreiche Höfe gegeben habe, die solche Bäume gewissermaßen vor der Haustür hatten. Kinder hätten die Früchte abgepflückt und gegessen.

Das Gelände hätten die Projektpartner in diesem Jahr gemeinsam ökologisch aufgewertet. So seien im Frühjahr zwischen den Bäumen zum Beispiel Blühstreifen angelegt worden, um mehr Artenvielfalt zu bekommen. So wachsen dort laut Panten auch Kornblumen, Hornklee- sowie Kamille-Pflanzen. Das signalisiere den Besuchern der Wiese, dass das Areal nicht gespritzt werde. Dass die nahe Eisenbahn Spritzmittel für ihr Gleis einsetze, sei bekannt. Bis zur Wiese gelange das Zeug aber nicht.

Ulf Panten erläutert, dass jede Bahn nach dem Pflanzenschutz-Gesetz die Winddrift berücksichtigen müsse. Deshalb müssten geeignete Sprühköpfe eingesetzt werden, die die Herbizide nahe an den Boden bringen.

Keine Verwendung von Spritzmitteln

Da auf die Wiese keine Gifte gelangen, würde sich die Insektenwelt in den acht Totholz-Haufen „wunderbar entwickeln.“ Holzbrütende Insekten finden dort Unterschlupf und locken so Kleinnager und Vogelarten an. Für Auch an Erdwespen haben die Verantwortlichen gedacht und eine Grube ausgehoben.

Neu ist auch eine stabile Bank aus Eichenholz, die die Rotarier aufgebaut haben. Ulf Panten kündigt an, dass diese Sitzgelegenheit im Weyher Bankenkataster aufgenommen werde. Das bedeutet, dass beim DRK die GPS-Daten hinterlegt sind. Wer dort einen Notfall meldet, müsse nur die Nummer auf einem Metallschild ablesen und durchgeben. „Das DRK findet die Bank ganz schnell.“

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