Manfred Böcker ist Weyher des Jahres

„Streitbarer Kämpfer“ geehrt

Manfred Böcker (4.v.r.) sowie die Gästeführerinnen (v.l.) Ingrid Schierenbeck, Barbara Lindenberg, Erika Christmann, Regina Glawon und Sonja Pade freuen sich mit Teammitglied Wilfried Meyer (3.v.r) über die Auszeichnung durch Bürgermeister Bovenschulte. - Foto: Ehlers

Weyhe - Von Philipp Köster. Manfred Böcker ist Weyher des Jahres 2015. Der Lahauser nahm am Donnerstagabend im Rathaus diesen Ehrenamtspreis aus den Händen von Bürgermeister Andreas Bovenschulte entgegen. Den Sonderpreis für die Organisation des Jahres erhielt die Gästeführung. Eine besondere Würdigung bekamen darüber hinaus Flüchtlingspaten, die sich um die rund 500 Migranten in der Gemeinde kümmern.

In Manfred Böcker hatte die Auswahljury einen vielseitig ehrenamtlich Aktiven auserkoren. Vor allem im Naturschutz ist der Lahauser zu Hause. Er war Gründungmitglied und lange Vorsitzender der Ortsgruppe Weyhe und auch im Kreisverband im Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Die Sorge um das Böttchers Moor und damit zusammenhängend um das Grundwasser, die Naturschutzstation an der Böttcherei, Energiewende, Artenvielfalt und Versiegelung seien wichtige Themen des laut Bovenschulte „streitbaren Kämpfers“ und „Mann der Praxis“. Mit langem Atem habe er an auch ungewöhnlichen Projekten festgehalten, etwa an der Ansiedlung von Wasserbüffeln in der Marsch. „Als ich das zum ersten Mal gehört habe, habe ich gedacht: Jetzt haben sie es wirklich übertrieben“, gab Bovenschulte zu.

Böcker sei immer ein Garant für „interessante Diskussionen, gerne auch „ganzheitlich am Grill und bei einem Bierchen“. Der Bürgermeister schätzt an ihm, dass „du sagen kannst: ,In dem Punkt hatte ich Recht, und in dem auch, und auch in dem, aber in dem hattest du Recht'“. Auch als langjähriges Kirchenvorstandsmitglied der Felicianusgemeinde habe er sich ehrenamtlich hervorgetan, zum Beispiel in der Organisation des „Gottesdienstes auf dem Felde“. Weitere Aktivitäten: Jahrzehntelanges Wirken in der Lettland-Partnerschaft, im Bürgerbusverein sowie im Rat der Gemeinde, aktuell als beratendes und diskussionsfreudiges Mitglied im Bauausschuss.

Manfred Böcker schilderte in seiner Dankesrede, wie er als Neu-Weyher Mitte der 1970er-Jahre in die Umweltschutzarbeit gezogen wurde, nämlich als ihm in der Kreiszeitung auffiel, dass sich der Mittelweserverband für die Begradigung von Flüssen und Wegen rühmte, die aber in Wahrheit die Landschaft zerstörten. Als Streiter für die Umwelt müsse man „ohne Lobby zu Fuß und oft allein“ kämpfen. Als Christ gehe es ihm um die Achtung der Kreatur, „auch derjenigen, die uns nicht so passen, wie der Wolf“.

Die acht Gästeführerinnen unter Leitung von Erika Christmann und mit Wilfried Meyer zeigen laut Bovenschulte die schönen, aber manchmal auch kontroversen Seiten der Gemeinde. Sie würden dafür Sorge tragen, dass der „ausbaufähige Bekanntheitsgrad“ Weyhes in Niedersachsen steige. Christmann warb in ihrem Dank für weitere Mitstreiter.

Die mit einem Ansteck-Pin geehrten Flüchtlingspaten gewährleisten dem Rathauschef zufolge, dass das „Jahrhundertwerk Integration“ gelingt. In diesem Zusammenhang verurteilte Bovenschulte unter großem Applaus den kürzlich geäußerten „widerlichen Rassismus“ eines Sykers, der sich von einer Vielzahl von Migranten während eines Konzerts gestört gefühlt hatte (wir berichteten). „Diskriminierung und Ausgrenzung dürfen in dieser Gemeinde keinen Platz haben!“

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