Streetwatcher ziehen Saisonbilanz / Weniger Vandalismus und weniger exzessiver Alkoholkonsum

Aus Aggression wird Vertrauen

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Sabine Tinzmann, Frank Seidel und Carsten Platt (r.).

Weyhe - Weniger Vandalismus, weniger Komasaufen – das ist grob gefasst der Trend der vergangenen Jahre, den die Weyher Steetwatcher beobachtet haben. Gestern zogen sie im Leester Polizeikommissariat Bilanz der Anfang des Monats beendeten Freiluftsaison.

Die 23 Aktiven haben im mittlerweile achten Jahr von Ende März bis November freitag- und samstagabends Schulhöfe, Spielplätze und andere Freiluftgelände aufgesucht. 66 Tage und 751 Stunden ehrenamtlicher Einsatz stehen zu Buche. Dort trafen sie auf Jugendliche, über die sich ob ihrer Lautstärke womöglich die Nachbarn beschwert hatten – und kamen mit den jungen Leuten ab 13, 14 Jahren ins Gespräch. Denn das ist das Hauptziel der Arbeit der Streetwatcher. „Es geht darum, Vertrauen zu schaffen“, sagt Frank Seidel, Streetwatcher der ersten Stunde. In jedem Jahr lernten sie eine neue Gruppe kennen. 2015 war es eine Formation in Sudweyhe. „Vor allem ein Mädchen war sehr reserviert, ja aggressiv“, sagen Seidel und seine Kollegin Sabine Tinzmann. Doch nach einigen Gesprächen hätten die Jugendlichen eben jenes Vertrauen gefasst. Am Ende der Saison steht ein entspannter Umgang zwischen Streetwatchern und diesen Pubertierenden.

Die Ehrenamtlichen nehmen vor allem der Polizei viel Arbeit ab: „Viele Einsätze, die wir früher fahren mussten und einen ,Pilli-Palle‘-Anlass hatten, müssen wir dank der Streetwatcher heute nicht mehr absolvieren“, sagt Kommissariatschef Johann-Dieter Oldenburg. Zudem hätten die Kollegen auch nicht die Zeit für Gespäche.

Nur einmal hätten die Freiwilligen nicht Herr der Lage werden können, erinnert sich Seidel, als es Himmelfahrt in Dreye zu hoch hergegangen war. Damals hätten sie die Polizei rufen müssen. Ansonsten machten die Jugendlichen das, was die Streetwatcher sagten, etwa Müll wegräumen, selbst einen sehr selten ausgesprochenen Platzverweis befolgten sie.

Wie die Polizei wertet auch Jugendpfleger Carsten Platt die Berichte der Ehrenamtlichen aus, gegebenenfalls wird er aktiv und geht in die Schulen. Inzwischen suchen auch seine Kollegen von den Jugendhäusern in der Woche die Gesamtschulhöfe auf. Denn die Streetwatcher sind bislang außer an Himmelfahrt und bei „Weyhe total“ nur am Wochenende und bei Bedarf aktiv. Wer mitmachen will, wendet sich an Platt unter Ruf 04203/71229. Die Handynummer der Watcher lautet 0151/12267716 (von circa März bis Ende Oktober).

pk

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