Streetart-Festival geht zum dritten Mal in Kirchweyhe über die Bühne

Graffiti-Sprayer geben an der „Battle-Box“ ihr Bestes

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Mit einer Batterie von Spraydosen ausgerüstet, demonstrieren die Teilnehmer an der „Battle-Box“ ihre Kreativität.

Kirchweyhe - Im wahrsten Sinne bunt ist es am Sonnabend beim Streetart-Festival in Kirchweyhe zugegangen. Am Richtweg, gleich hinter dem ehemaligen Maddox, waren zahlreiche Spraywände aufgebaut, an denen geübte Graffiti-Sprayer ebenso wie Anfänger ihre Künste demonstrierten.

An einer 16 Meter langen Wand waren bereits seit 12 Uhr die beiden Profis „Pommes“ und „Johannes“ im Gange, ein gemeinsames Bild entstehen zu lassen. Es scheint eine Besonderheit dieser „Spezies Mensch“ zu sein, dass nur Pseudonyme zu erfahren sind, die tatsächlichen Namen bleiben geheim. Johannes erklärte, dass er bereits vor zehn Jahren mit Graffiti angefangen habe. Unterstützung erhielten die beiden von weiteren Sprayern. Was diese Herren bereits nach zwei Stunden geleistet hatten, konnte sich durchaus sehen lassen.

Jens Helmken, der Organisator des Festivals, freute sich, dass er für die Wettbewerbe die sogenannte „Battle-Box“ reservieren konnte, die der Bremer „Kenmo“ vor etwa drei Jahren erfunden hatte. Es handelt sich um eine Konstruktion auf Rädern mit vier jeweils zwei Meter hohen Spray-Wänden. Diese sind an den Seiten mit Scharnieren versehen und zu einem Quadrat zusammengefügt, so dass vier Graffiti-Künstler gleichzeitig daran arbeiten können.

Die Moderation hatte der Rapper Hendrik Bloem aus Emden übernommen, der an der Uni Bremen Sprachwissenschaften studiert hat und heute in Hamburg lebt. Später hatte er noch einen Auftritt unter dem Pseudonym „Bliggedi Blowm“ und brachte plattdeutsche Rap-Musik zu Gehör.

Drei der vier Wettkämpfer – „Damian“, „Klaus 1“ und „Malle“ – hatten sich bereits auf anderen Festivals für die Teilnahme empfohlen. Der vierte wurde in einer Vorrunde ermittelt, für die sich vier Sprayer per Losentscheid qualifiziert hatten. Das Thema „Gummibärchen-Feuerwerk“ entstand – wie auch die folgenden Themen – in Absprache mit dem Publikum. 20 Minuten waren das Zeitlimit, dann mussten die Sprayer ihre Arbeit einstellen, und das Publikum bestimmte mit der Lautstärke seines Applauses über Sieg und Niederlage.

Als Gewinner ging „Der kleine Son“ aus der Vorrunde hervor. Er hatte ein nächtliches Großstadtbild, über dem abgefeuerte Gummibärchen schwebten, an die Wand gezaubert.

Streetart-Festival in Kirchweyhe

Danach wurden die gerade entstandenen Werke in das Innere des Quadrates gedreht und weiß übermalt, um Platz für neue Kunstwerke zu schaffen. Derweil bemühten sich an den Außenwänden die vier Teilnehmer der Hauptrunde, das Thema „Halloween-Liebe in Handschellen“ umzusetzen. Nach 15 Minuten stand fest: Auch diese Runde hatte „Der kleine Son“ gewonnen.

Es folgte der zweite Durchgang, für den sich Moderator Hendrik Bloem mit den Besuchern auf den Titel „Blanker Hass auf Hunger“ einigte. „Ihr wisst, dass das aggressive Bilder werden“, warnte er das Publikum, erhielt aber von Organisator Jens Helmken grünes Licht. Nach zwei weiteren Runden stand mit dem 19-jährigen Quereinsteiger „Der kleine Son“ der Gesamtsieger fest.

Unter den Besuchern befand sich auch der begeisterte stellvertretende Bürgermeister Weyhes, Frank Seidel. „Ich finde es faszinierend, was in so kurzer Zeit für perfekte Bilder mit Aussagekraft entstehen.“

Nach der Siegerehrung folgte der musikalische Teil mit Auftritten von Jay Pee, dem Bremer Urgestein Flowin Immo und dem plattdeutschen Rapper Bliggedi Blowm, die für coole Beats und Freestyle vom Feinsten sorgten.

bos

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