Jury soll bestes Pächter-Konzept bewerten

Stradi‘s Inn: Gemeinde sucht Nachfolger

Rund 40 Jahre alt: die Sportler-Gaststätte auf dem Gelände der ZSA.
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Rund 40 Jahre alt: die Sportler-Gaststätte auf dem Gelände der ZSA.

Weyhe – Wer löscht den Durst, wenn Fußballer, Tennisspieler oder andere Sportler auf der Zentralen Sportanlage (ZSA) in Weyhe mit dem Training fertig sind? Drei Jahrzehnte lang war die Antwort klar: Stradi’s Inn. Das war der Name, den der Betreiber der Gastronomie-Anlage gegeben hatte. Doch die Gaststätte mit einem großzügigen Saal ist seit Monaten verwaist.

Wie Susanna Clottey von der Gemeindeverwaltung auf Nachfrage sagt, hat der Betreiber Jörg Stratmeyer zum Ende 2020 gekündigt. Monate davor hatte er noch in dieser Zeitung verkündet, dass er wegen der Corona-Pandemie nicht ans Aufgeben denkt, hatte sich aber ein zweites Standbein als Briefzusteller in Syke geschaffen.

Nun sucht die Gemeindeverwaltung einen Nachfolger für ihre Immobilie. Sie hat dazu ein Interessensbekundungsverfahren gestartet, das bis zum 19. Juli laufen soll. Am Ende steht die Vergabe einer sogenannten Dienstleistungskonzession, mit der ein neuer Betreiber ab Oktober laut Clottey loslegen könnte.

Interessenten sollten gastronomische Kenntnisse haben

Der neue Ansprechpartner hinter der Theke sollte eine gastronomische Vorerfahrung haben, sagt die Rathaus-Mitarbeiterin. Es gehe um „die kleine, schnelle Küche“, so Bürgermeister Frank Seidel. Ein Restaurant-Betrieb sei nicht gefordert. Interessenten sollten ein Konzept mitbringen, in dem Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit keine Fremdworte seien. Allerdings seien Mindestöffnungszeiten von montags bis freitags von 16 bis 20 Uhr und am Wochenende von 9 bis 12 sowie von 14 bis 20 Uhr gewünscht. Eine Jury entscheidet, wer Pächter wird.

Konzession bis Dezember 2022 mit der Option zur Verlängerung

Die Konzession läuft bis Dezember 2022 mit der Option zu verlängern. Die Höhe des gewünschten Mietzinses will das Rathaus nicht kommunizieren, es sei aber weniger als 1000 Euro im Monat, so Clottey.

ZSA-Anlage nutzen wöchentlich 1100 Sportler

Und was bietet die Gemeinde als Vermieter? Einen frisch renovierten Gastronomiebetrieb etwa mit neuer Elektrik, Heizung, neuen Fenstern und einer sanierten Küche? Nein, davon war im Rathaus beim Pressegespräch nicht die Rede. Die Küchengeräte müsse der Pächter selbst mitbringen, die Küche werde auch nicht vergrößert. Die Gemeinde betont die Besonderheit: Es ist die Lage. Der Gastronomiebetrieb befindet sich auf einer Anlage, die wöchentlich rund 1100 Sportler nutzen. Es gibt zwei große Parkplätze: Einen direkt am Sportler-Lokal, einen anderen am Rathaus, der ebenfalls schnell erreichbar ist. Der Innenraum der Immobilie ist rund 130 Quadratmeter groß, der Außenbereich 210 Quadratmeter.

Die Immobile eigne sich für Feiern. Es gebe keine Verpflichtung, bestimmte Getränkemarken zu verkaufen.

Bürgermeister: Sehe keine Nutzerkonflikte

Über laute Musik bei Feiern insbesondere am Abend werde sich niemand beschweren. Bürgermeister Frank Seidel sieht keine Nutzerkonflikte mit den Nachbarn. Was für ihn die Anlage so attraktiv macht? Das sei das schöne Grün drumherum.

Investitionsstau

Wer sich aber das ganze Gebäude von außen ansieht, merkt, dass es einen Investitionsstau gibt. Der erstreckt sich nicht nur auf den Trakt der Umkleidekabinen (wir berichteten), sondern auch in Teilbereichen auf die Außenhülle des Gastronomiebetriebs. So sind zum Beispiel einige Holzrahmen von Fenstern stellenweise marode. Hier und da ist der Schutzlack abgeblättert und schützende Silikonstreifen sind ebenfalls nicht mehr vorhanden, sodass Regen ins Holz eindringen konnte. Wer sich für diese Immobilie interessiert, sollte nachfragen, welche Auswirkung die Schäden auf die Nebenkosten haben. Denn ein neuer Pächter wird sich zunächst auf die stürmische und kalte Jahreszeit einstellen müssen.

Von Sigi Schritt

Anmerkung der Gemeinde

Zum Artikel „Stradi‘s Inn: Gemeinde sucht Nachfolger“ teilt die Gemeinde mit:

Von neuen Fenstern „war im Rathaus beim Pressegespräch nicht die Rede“, weil danach nicht gefragt wurde. Sonst hätten wir berichten können, dass eine Überarbeitung von Fenstern bereits in Auftrag geben wurde.

Ähnlich verhält es sich bei der Anspielung, „welche Auswirkung die Schäden auf die Nebenkosten haben“. Dazu ließe sich kurz und knapp sagen: für die Pächterin oder den Pächter gar keine – denn sie oder er muss nur eine Heizkostenpauschale zahlen.

Und: Eine Option, die Konzession ab Ende 2022 um fünf Jahre zu verlängern, gibt es nicht. Den Tatsachen entspricht eine Verlängerungsmöglichkeit bis Ende 2025, wie Susanna Clottey ausgeführt hatte. sie

Marode: Dieser Fensterrahmen.
Geräumt: Der Innenraum des Sportler-Lokals.

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