Der Hartgummiplatz der KGS Leeste fällt schon seit einiger Zeit für den Sportunterricht aus

Stolperfalle oder „nur“ abgerockt?

Der Hartgummiplatz an der KGS Leeste soll laut Gemeinde verbessert werden – aber frühestens ab 2022.
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Der Hartgummiplatz an der KGS Leeste soll laut Gemeinde verbessert werden – aber frühestens ab 2022.

Leeste – Er sah schon mal besser aus: Gemeint ist der sogenannte Hartgummiplatz auf dem Gelände der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Leeste. Auf dem Platz neben der KGS-Sporthalle I haben viele Schülergenerationen Fußball und Hockey gespielt und leichtathletische Übungen im Freien absolviert – regelmäßig im Schulsport. Doch das ist längst Geschichte. Heute wird der Platz offiziell nicht mehr für den Schulsport genutzt.

Vorbei ist die Zeit, in der Lehrer und Übungsleiter von Vereinen sowohl Schüler in der Halle im Blick hatten und auch ein Auge auf Schüler auf dem Platz im Freien hatten werfen können. Die Fläche ist aber zumindest nicht gesperrt.

Mütter, Väter und Großeltern nutzen den Hartgummiplatz regelmäßig als Abkürzung, wenn sie ihre Töchter und Söhne von der angrenzenden Grundschule abholen und das KGS-Gelände auf dem Weg zum Parkplatz an der Schulstraße überqueren. Alle laufen über einen elastischen Belag, der völlig heruntergekommen ist. Einige Absatzträgerinnen passen auf, dass ihre Schuhe nicht in den Furchen stecken bleiben. Den roten Belag durchziehen zahlreiche Risse. An den Rändern löst sich das Oberflächenmaterial ab, sodass großformatige Löcher noch größer werden. Meist nach Schulschluss und in den Ferien kicken Jugendliche gegen die Metalltore.

Wegen des Zustands des Platzes haben erwachsene Oberstufenschüler auch keine Scheu, auf dem Platz ihre Autos zu rangieren, um ihre Wagen anlässlich von Abifeiern vor der Sporthalle abzustellen.

Die grundsätzliche Frage aber für alle Nutzer ist, ob von den Spalten oder den ausgefransten Rändern eine Gefahr ausgehen könnte, indem Nutzer hängen bleiben und in der Folge stolpern oder den Fuß umknicken könnten, wenn sie unachtsam den Platz betreten. Experten wollen ohne eine Begutachtung des Platzes keine öffentliche Einschätzung abgeben, teilten sie gegenüber dieser Zeitung mit. Die Schule war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

„Defekte oder beschädigte Sportplätze müssen natürlich schnellstmöglich wieder hergerichtet werden“, findet Antje Sengstake, Fraktionsvorsitzende der Freien Demokraten. „Allerdings könnte ich mir denken, dass bedingt durch die Pandemie die zuständigen Firmen nicht unbedingt mit den Füßen scharren und entsprechend ausgelastet sind“, so Sengstake. Auch könnte Materialmangel bedingt durch Corona eine Erklärung für den Flächendefekt sein. Sengstake regt an, den Hartgummiplatz zeitnah instand zu setzen. Grundsätzlich sei das Areal „außerhalb der Schulzeit gut frequentiert“. „Und das ist auch gut so. Wir sollten uns über Jugendliche und Kinder freuen, die sich in ihrer Freizeit auch außerhalb der Vereine noch bewegen, der Trend ist da ja leider eher rückläufig.“

Dietrich Struthoff, Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten, sieht ein Versäumnis: Die Gemeindeverwaltung habe einen Etat, die Sicherheit auf den Anlagen der Gemeinde zu gewährleisten. Es seien Mitarbeiter abgestellt, die Anlagen der Gemeinde, zu denen auch der Hartgummiplatz zählt, zu kontrollieren. Sollte dort etwas passieren, sieht der Christdemokrat die Gemeinde in der Haftung. Die Gemeinde sollte die Schäden beseitigen.

Der Schulträger, die Gemeinde Weyhe, sieht den Hartgummiplatz nicht als Gefahr für die Sicherheit der Schüler an. „Eine solche ging aber vorher offenbar auch nicht davon aus, denn in den vergangenen Jahren sind keinerlei Verletzungen gemeldet worden, die mit der Beschaffenheit in Zusammenhang stehen“, teilt die Gemeinde auf Nachfrage mit. Im Moment benötigt die Schule den Platz für die corona-bedingte Trennung der einzelnen Jahrgangsgruppen, so Sebastian Kelm, Pressesprecher der Gemeinde. Die Fläche werde als separater Treffpunkt in den Pausen gebraucht. Der Gemeinde sei bewusst, dass sich der Hartgummiplatz „in keinem guten Zustand“ befindet. Dieser soll perspektivisch verbessert werden, heißt es. „Allerdings kann dies erst nach Abschluss der Kompaktsanierung des Gebäudes im Jahr 2022 geschehen. Dann soll das Außengelände insgesamt auf den Prüfstand kommen“, so Sebastian Kelm. Das nahegelegene Multifunktionsspielfeld neben der Grundschul-Halle sei übrigens erst vor ein paar Jahren saniert worden.

Die Verwaltung wird den Zustand des Platzes bewerten und gegebenenfalls der Politik Abhilfevorschläge unterbreiten, ist sich Rainer Zottmann, Fraktionsvorsitzender der SPD, sicher. „Wenn es Sofortmaßnahmen zur Sicherheit der Platzbenutzer geben muss, wird die Verwaltung das in gewohnt zuverlässiger Weise regeln.“ Und für den Fall, dass das Finanzvolumen das laufende Geschäft übersteigt, werde die Politik darüber in den Ausschüssen beraten, kündigt Zottmann an. Annika Bruck, Fraktionsvorsitzende der Grünen, ergänzt, dass ein Konzept für die Neugestaltung des Außengeländes der KGS „in Arbeit“ sei. Eine schrittweise Umsetzung erfolge allerdings frühestens nach der vollständigen Sanierung der KGS, sagt sie.

Von Sigi Schritt

Da möchten Absatzträger nicht hineintreten: Zahlreiche Furchen durchziehen den Hartgummiplatz, der über Jahrzehnte auch für den Vereins- und Schulsport genutzt wurde.

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