Joline Mumme (16) aus Weyhe fungiert als „Juniorbotschafterin“ Deutschlands

Stipendiatin erlebt den Kampf um das Weiße Haus in den USA

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig gibt der Stipendiatin Joline Mumme zahlreiche Tipps für ihre Zeit in den Vereinigten Staaten. Das Auslandsjahr startet für die 16-jährige Schülerin der KGS Kirchweyhe (G 10 a) im August. - Foto: Ehlers

Weyhe - Von Sigi Schritt. Donald Trump, Hillary Clinton, Ted Cruz oder Bernie Sanders? Von diesen Präsidentschaftsanwärtern der US-Parteien wünscht sich die 16-jährige Joline Mumme aus Weyhe den 74-jährigen Basisliebling Sanders als Nachfolger für Barack Obama, weil er die Jugend begeistert.

Wer jedoch tatsächlich die noch bevorstehenden Wahlkämpfe für sich entscheidet und 45. Präsident oder Präsidentin der USA wird, verfolgt die Schülerin der KGS Kirchweyhe aus einem besonderen Blickwinkel: Der Deutsche Bundestag schickt die Gymnasiastin für ein Jahr als Stipendiatin nach Amerika.

Die junge Weyherin gehört zu einem rund 300 Schüler umfassenden Tross. Die Stipendiaten dürfen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht nur die Mentalität kennenlernen und die Sprache verfeinern, sondern sollen in den zwölf Monaten auch als „Juniorbotschafter“ der Bundesrepublik fungieren. „Alle Stipendiaten bringen eine starke Persönlichkeit mit“, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig. „Nach einem Jahr reden sie wie jemand, der dort aufgewachsen ist. Für die jungen Menschen ist diese Zeit eine große Bereicherung. Sie werden selbstständig und machen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung einen riesigen Sprung nach vorne.“

In den USA erhalten die „Juniorbotschafter“ außerdem einen amerikanischen Abgeordneten an die Seite gestellt, so Knoerig. „Wer das Land einmal erlebt, wird die Weite schätzen. Weiterhin gibt es viele Parallelen zu unserer Gesellschaft. 30 Prozent der Amerikaner haben deutsche Wurzeln“, sagt Knoerig.

Seiner neuen Stipendiatin sind die USA nicht fremd: Zusammen mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder hatte die Zehntklässlerin bereits eine Rundreise unternomen. „Wir waren beispielsweise in New York, San Francisco und Las Vegas.“

Wohin ihre Reise aber jetzt geht, ist Joliene Mumme noch ebensowenig bekannt, wie der genaue Abflugtermin. Die 16-Jährige kann ihn zumindest eingrenzen: Die Weyherin muss entweder am 10. oder 24. August Abschied von Deutschland nehmen. Sie wünscht sich, dass ihre Gastfamilie in einem warmen Gebiet wie Kalifornien oder Utah zuhause ist und hofft auf eine Schule, in der die Schüler gefordert werden. „Meine Lieblingsfächer sind Mathematik, Chemie, Englisch und Spanisch“, sagt die Einser-Schülerin. Ihre besten Fächer: Englisch, Deutsch und Biologie.

Die Kirchweyher KGS-Schülerin plant, nach dem Auslandsjahr die Oberstufe in Leeste fortzusetzen, um das Abitur abzulegen. Im Anschluss möchte sie entweder Rechtswissenschaften oder Medizin studieren.

Von der Möglichkeit des parlamentarischen Austauschs hatte Joline Mumme vor zwei Jahren in Bremen auf einer Messe erfahren. Sie bewarb sich – und musste in Auswahlgesprächen auf Englisch ihre Motivation schildern. Politische wie geschichtliche und gesellschaftliche Themen seien da nicht ausgelassen worden, sagt sie. Die Zeitungslektüre habe sie gut vorbereitet. Erst als die Entscheidung gefallen war, hat die 16-Jährige an einem Seminar teilgenommen, bei dem sie ihre Kollegen kennenlernte.

Pro Wahlkreis und Jahr bewerben sich etwa 25 Menschen. „Das Interesse an diesem Austauschprogramm hat im Vergleich zum Start vor drei Jahrzehnten abgenommen“, bedauert Axel Knoerig. Die Konkurrenz der vielen Angebote sei jetzt größer. Es gebe kein Land, dass nicht globalisiert handelt.

Junge Menschen interessieren sich nicht nur für Englisch und Französisch, sondern auch für Spanisch und Portugisisch. Er war überrascht, dass die Bundestagsverwaltung als Nachfolger für den Dachdeckergesellen Patrick Weniger (Kirchweyhe) erneut Bewerber aus Weyhe für die engere Auswahl vorgeschlagen hat. Die Entscheidung habe er aus Befangenheitsgründen in die Hände seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter gelegt.

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