2G Plus und FFP2-Maskenpflicht

Corona-Verordnung sei Dank: Stille Nacht auf dem Weyher Weihnachtsmarkt

Besucher auf dem Weyhnachtsmarkt.
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Nicht viel los: Erwachsene Besucher brauchen auf dem Weinachtsmarkt in Weyhe nicht in langen Schlangen auf den nächsten Glühwein zu warten.

Besucher, Veranstalter und Kontrolleure sind irritiert über die strengen Corona-Kontrollen, um auf den Weyher Weihnachtsmarkt zu gelangen. Seitdem dort die 2G-plus-Regelung gilt, gehen noch weniger Menschen auf den sogenannten Weyhnachtsmarkt wie zu Beginn der Vorweihnachtszeit. Einige Besucher müssen sogar wieder weggeschickt werden, da sie die falsche Maske oder keinen aktuellen Corona-Test vorzeigen können. Ob sie wiederkommen, ist fraglich.

Weyhe – Besucher des Weihnachtsmarktes in Weyhe (Weyhnachstmarkt) können ihren Glühwein in aller Seelenruhe trinken ohne Gefahr, dass der Nachbar einem durch eine unbedachte Bewegung das wärmende Getränk über die Kleidung verschüttet. Ein Alleinstellungsmerkmal ist auch: Lange Schlange vor den Buden und Geschäften der Schausteller gehören in diesem Jahr der Vergangenheit an.

Der Dank gebührt der Landespolitik in Hannover, die durch die aktuelle Corona-Verordnung 2G plus samt FFP2-Makse vorschreibt.

„Die Besucherzahlen sind erheblich eingebrochen seit 2G plus“, berichtet Heinz-Hermann Kuhlmann vom Markt-Verein Weyhe. Er bemängelt außerdem, dass fehlende Testkapazitäten ein weiteres Hindernis für die Besucher des Marktes seien, um Zugang gewährt zu bekommen. Bei einem Selbsttest der Kreiszeitung am Mittwochabend reichte am Eingang aber eine Selbsttestung vor Ort mittels eines Schnelltests.

Je strenger die Regeln, desto weniger Besucher

Laut Kuhlmann kämen seit der 2G-plus-Regelung über den Tag verteilt 50 Leute. „Das ist dann schon viel!“ Am Wochenende seien es rund 100 und an machen gut besuchten Tage sogar 150 bis 200 Besucher. „Das ist nicht lukrativ“, sagt Kuhlmann. Die Budenbetreiber und Schausteller planten daher zunächst, die Zelte Mitte des Monats abzubrechen. Jedoch: „Brechen sie selbst ab, bekommen sie keine Coronahilfen“, beschreibt Kuhlmann das Dilemma. Und die Betreiber wollen ja eigentlich auch weitermachen, jedoch mit mehr Kundschaft.

„Es ist einfach nur traurig. Die Betreiber tun mir einfach leid“, sagt Kuhlmann. „Man müsse mehr differenzieren“, sagt er in Richtung Politik. Aus den Schulen kämen die Infektionszahlen. Kuhlmann habe bereits mit Landrat Cord Bockhop gesprochen, doch auch der sei laut Kuhlmann nur ein kleines Rädchen, die Verordnungen kämen aus Hannover.

Dass der mit Einlasskontrollen und einem Zaun abgeriegelte Weyher Weihnachtsmarkt, zumal an der frischen Luft, solch strengen Corona-Regeln unterliegt, missfällt auch anderen. Brigitte Falke aus Weyhe zum Beispiel. Sie besucht am Mittwoch mit einer Freundin den Markt. Zum dritten Mal, wie sie sagt. Bei ihrem ersten Besuch vor 2G plus, war der Markt noch frequentierter. „Es war voll. Nicht wie in den Vorjahren, aber voller als jetzt“, sagt sie.

Eine Bitte um Verständnis wäre besser gewesen, denn Verständnis für die 2G-Plus-Regel und die FFP2-Maskenpflicht hatte bei unserer stichprobenartigen Befragung am Mittwochabend niemand.

Brigitte Falke lobt ausdrücklich die Schausteller: „Toll, dass die das weitermachen.“ Vielleicht könne ja die Gemeinde die Standgebühren erlassen oder zumindest ermäßigen, gibt sie zu bedenken. Brigitte Falke hofft, dass es für die letzten Tage noch Lockerungen geben könnte. In Bremen bekomme man nur ein Bändchen nach einer Kontrolle und es sei viel mehr los, schildert sie zum Vergleich. Ihren Schnelltest habe Brigitte Falke derweil in der Geest-Apotheke gemacht.

Auch ein Sicherheits-Mitarbeiter vor dem Weyhnachtsmarkt ist über die strengen Corona-Regeln in Weyhe verwundert. „Das verstehe ich nicht. Das ist auch nicht überall so, nur hier. Wir sind doch unter freiem Himmel.“ Der Mann arbeitet für Elko-Werder-Security aus Bremen und darf eigentlich nicht mit der Presse reden. Jedoch beobachtet der Mitarbeiter, dass sich die Leute an die strengeren Regeln gewöhnten. Der größte Teil der Besucher sei außerdem geboostert. Von 160 Besuchern an diesem Tag, habe die Hälfte eine Booster-Impfung vorgezeigt. Rund 20 Menschen sei an dem Tag der Einlass verwehrt worden.

Dazu zählen eine Frau mit ihrem Mann und einem befreundeten Pärchen. „Ich finde das alles albern!“, schimpft sie. Sie selbst sei dreimal geimpft, sie wäre reingekommen. Ihre Begleiter hätten noch keine Booster-Impfung erhalten. Einen tagesaktuellen Test konnten sie nicht vorzeigen und die falschen Masken tragen sie dazu, nur OP- statt der FFP2-Maske. Ob die Vier in diesem Jahr noch einmal wiederkommen, ist ungewiss.

Öffnungszeiten

Der Weyhnachtsmarkt auf dem Weyher Marktplatz öffnet Montag bis Freitag von 15 bis 21 Uhr und an den Wochenenden von 13 bis 21 Uhr. Aktuell sieht die Planung vor, bis zum 23. Dezember geöffnet zu bleiben.

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