Ökumenische Feier zum Valentinstag

Statt Blumen: Gottesdienst mit Wumm-Effekt

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Bereiten den ökumenischen Gottesdienst zum Valentinstag vor: (v.l.) Jutta Sievers, Carola Bouvet, Ulrich Krause-Röhrs, Jennifer Ardighieri und Helga Friemel.

Weyhe - Von Philipp K–ster. Viele Paare leben im Alltag nebeneinander her. Die Älteren haben sich womöglich schon total voneinander entfremdet. Ironische Spitzen oder offene Konfrontation bestimmen den Umgang miteinander. Oder es gibt gar keinen Umgang mehr. Die Jüngeren befinden sich maximal im Geschwistermodus, funktionieren für Beruf und Kinder. „Ich erlebe das seit 30 Jahren: Man sieht bei manchen Paaren nicht, was die verbindet. Es gibt keine Gesten der Verbundenheit, nur blöde Sprüche“, sagt der Leester Pastor Ulrich Krause-Röhrs. Viele Männer seien unfähig, ihrer Frau ein Kompliment zu machen.

Weil er weiß, dass es bei vielen Paaren aber eine Sehnsucht nach Zweisamkeit gibt, feiert er, seit er in der Leester Kirchengemeinde tätig ist, also seit 2014, einen Gottesdienst zum Valentinstag. Nach kurzer Zeit hat er die Felicianusgemeinde in Kirchweyhe mit ins Boot geholt. Seit drei Jahren ist auch die katholische Gemeinde Heilige Familie mit dabei.

In diesem Jahr wird der Gottesdienst erstmals in der katholischen Kirche am Drohmweg gefeiert, und zwar am Sonntag nach dem Valentinstag, am 17. Februar, um 17 Uhr. „Einmal im Jahr wollen wir die Beziehung in den Blick nehmen und vom Gelingen statt vom Scheitern reden“, sagt Krause-Röhrs. Der Gottesdienst steht entsprechend unter dem Motto „Du bist das Beste, das mir je passiert ist“. Der Pastor hat bei diesem Motto weniger an den Titel der Gruppe Silbermond gedacht, als an einen Freund, der dies immer seiner Partnerin sagt.

Gemeinsam mit der Gemeindereferentin Jutta Sievers und einem insgesamt neunköpfigen Vorbereitungsteam arbeitet Krause-Röhrs diesen besonderen Nachmittag aus. „Das kann die Beziehung intensivieren. Wir erleben uns eine Stunde lang bewusst als Paar“, sagt Carola Bouvet vom Vorbereitungsteam. Und ihre Mitstreiterin Jennifer Ardighieri ergänzt: „Die Zweisamkeit geht im Alltag mit Kindern oft unter und wird als viel zu selbstverständlich hingenommen.“ Die Paare schauten sich gegenseitig an und würden gewahr, was wichtig ist und was ihre Liebe ausmache. Hintergrund: Der Gottesdienst ist eine interaktive Veranstaltung abseits der klassischen Agenda. Es gibt neben Liedern vom Gospelchor der Felicianusgemeinde verschiedene Stationen, eine, an denen sich die Paare segnen lassen können, was auch immer gerne angenommen werde. An einer anderen Station können sich die Lebensgefährten einfach nur in die Augen schauen. „Das war einfach nur Wumm!“, erinnert sich Krause-Röhrs an besonders intensive Momente im vergangenen Jahr.

Apropos Beziehung: Diese dritte ökumenische Feier ist ein weiteres Beispiel für die immer intensiver werdende Zusammenarbeit der beiden evangelischen mit der katholischen Gemeinde. Im vergangenen Herbst gab es zum Beispiel erstmals einen gemeinsamen Gottesdienst zum Martinstag. Das gute ökumenische Klima freut auch die Leester Kirchenvorsteherin und Mitorganisatorin Helga Friemel, die, als Frau eines katholischen Mannes, früher noch persönlich unter dem Streit der Konfessionen zu leiden hatte.

Damit auch Paare mit kleinen Kindern an der Veranstaltung teilnehmen können, gibt es eine Betreuungsmöglichkeit. Dafür ist eine Anmeldung per E-Mail an jutta.sievers@bistum-osnabrueck.de oder sonja.meyer@evlka.de erforderlich.

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