Gelungener Start für eine besondere Musikreihe: Premiere im Reisegarten Dreye

„Wir blasen Corona weg“

Konzert unter freiem Himmel: Bläser spielen in Sichtweite der Weser.
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Konzert unter freiem Himmel: Bläser spielen in Sichtweite der Weser.

Weyhe – Lange Zeit ruhte die Probenarbeit des Posaunenchores Kirchweyhe coronabedingt. Umso größer war die Freude, als die Musiker die Mitteilung erhielten, dass der Neuanfang mit Hilfe eines vom Bundesmusikverband Chor und Orchester finanziell geförderten Projektes erfolgen kann. Das musikalische Ergebnis des „Neustarts nach Corona“ präsentierte das Ensemble am Sonnabend unter dem Motto „Wir blasen Corona weg“ im Dreyer Reisegarten.

Das Wetter spielte mit, als die 11 Musiker unter Leitung von Oscar Alemany ihre Posaunen und Trompeten auspackten und die ersten Töne erklingen ließen. „Das Zusammenspiel von Sonne, Wind, Wasser und Musik bietet eine ganz besondere Atmosphäre an diesem idyllischen Ort“, so Alemany, der das Ensemble schwungvoll dirigierte. Bei strahlendem Sonnenschein lauschten weit über 100 Besucher den „Alten Klängen“ der Komponisten der Renaissance und des Frühbarock.

Die Anregung zu diesem Projekt kam von Elisabeth Geppert, Kantorin der Felicianusgemeinde. Elisabeth Geppert entwickelte gemeinsam mit Oscar Alemany und Gert Wetjen das Projekt. Sie bewarben sich um Fördergelder. Das Projekt schien die Juroren beeindruckt zu haben, schließlich wurden Mittel bewilligt und die Probenarbeit konnte beginnen.

Ebenso besonders wie die Aufführungsorte der Konzerte, stellten sich auch die Probenorte dar. So gesellten sich auf dem landwirtschaftlichen Hof von Gerd Brüning nicht nur Vogelgezwitscher und das Muhen der weidenden Kälber zur Musik, sondern auch die Geräusche vorbeifahrender Kraftfahrzeuge. Für die Konzerte wurde ein detaillierter Probenplan erarbeitet. Dabei musste berücksichtigt werden, dass unter Coronabedingungen nur kleine Gruppen üben durften. Es gab Stimmproben mit den Trompeten oder den Tieftönern, und der Gesamtchor wurde aufgeteilt in zwei Chöre zu acht Bläserinnen und Bläsern, in denen jeweils alle Stimmen vertreten sind. Zum Abschluss der Probenarbeit stand dann noch ein Probenwochenende auf dem Programm. Das Ergebnis konnte sich aber trotzdem oder gerade aufgrund dessen hören lassen.

Der Schwerpunkt „Alte Musik“ ergab sich aus der Suche nach Komponistenjubiläen in diesem Jahr. Bei Michael Praetorius wurden die Organisatoren doppelt fündig: 2021 ist sein 450. Geburtsjahr und sein 400. Todesjahr, erläuterte Gerd Brüning den Zuhörern in seiner humorvollen Moderation. „Da lag es nahe Praetorius und einige seiner Zeitgenossen zum Schwerpunkt unserer Konzertreihe zu machen.“ Zunächst stand bei den Bläsern die mehrsätzige Partita von Michael Praetorius auf dem Programm. Anschließend intonierte das Ensemble drei Sätze von John Dowland (1563 bis 1626), dessen musikalisches Werk eigentlich Lautenlieder umfasst.

Der Posaunenchor präsentierte an der Weser ein stimmungsvolles Arrangement für Bläser: Andrea Gabrieli (1533-1585), Anthony Holborne (1545-1602), Giovanni Giacomo Gastoldi (1550-1622), Antonio Bertali (1605-1669) Johann Christoph Pezel (1639-1694) und Henry Purcell (1659-1695) waren weitere Komponisten, deren Werke zum Erfolg des Konzertes an dem ungewöhnlichen Ort beitrugen. Der Reisegarten hielt auch einige Herausforderungen für die Musiker bereit, so mussten sie sich der Sonne und Hitze erwehren, aber auch die Noten vor dem auffrischenden Wind sichern. Letzteres gelang aber trotz zahlreich am Notenpult befestigter Wäscheklammern nicht immer. Obgleich der nicht ganz optimalen Bedingungen an der Weser, überzeugten die Bläserinnen und Bläser mit einem ausgeglichenen Gesamtklang, genauen Einsätzen und großer Spielfreude. Folglich verabschiedeten die Zuschauer das Ensemble nach einem großartigen Konzert mit begeistertem Applaus.

Von Uwe Goldschmidt

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