Stars der „wXw“-Wrestling-Szene erobern am 9. April erneut den Ring in Dreye

„Es gibt kein Netz und keinen doppelten Boden“

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„Big Daddy Walter“ ist bereit für den Kampf in Weyhe.

Weyhe - Von Sigi Schritt. „Ich freue mich auf einen schönen Kampfabend in Weyhe“, sagt Walter Hahn. Seinen Fans im In- und Ausland ist der 28-Jährige eher unter seinem Künstlernamen „Big Daddy Walter“ ein Begriff. Der Österreicher steigt zusammen mit weiteren Größen der internationalen Catching-Szene am Sonnabend, 9. April, im Sportcenter Dassbeck in den Ring. Für diesen Tag macht die „Westside Xtreme Wrestling“-Show (wXw) bereits zum fünften Mal Station in der Wesergemeinde.

Big Daddy Walter zählt neben dem Bremer Lokalmatadoren John „Bad Bones“ Klinger, dem laut Promotor Sebastian Hollmichel agilen leichtgewichtigen und maskierten Wrestler „Jigsaw“ (USA) sowie Kämpfer Marty Scurll (England) zu den Stars der Szene. „Wer in der dreistündigen Show gegen wen antritt, bleibt noch ein Geheimnis, um die Spannung zu erhöhen“, erklärt Hollmichel. Die Kämpfer seien in Geschichten und Handlungsstränge eingebunden, bei denen es auch auf die Reaktion des Publikums ankomme, erklärt er. „Wrestling ist ein Fiktionsprodukt. Im Gegensatz zum Kino springt in Weyhe kein Stuntman ein. Es gibt kein Netz und keinen doppelten Boden. Alle Kämpfer geben ihr Bestes, um Action, Comedy und Sport im Wettstreit zu vereinen“, so Hollmichel. „Wichtig ist, dass jeder seine Rolle glaubwürdig verkörpert. Wenn ein Bösewicht einen richtigen Kampf fordert, bekommt er ihn“, sagt Big Daddy Walter, der als Sympathieträger der Zuschauer gilt.

Der Österreicher ist mit Leib und Seele Wrestler, der in seiner Karriere nach eigenen Angaben geschätzte 600 Kämpfe in Österreich, Deutschland und den europäischen Nachbarländern sowie in den USA, Japan und sogar in Afrika absolviert hat.

„Catchen ist Teil der Unterhaltungskultur mit großartiger Atmosphäre“, sagt Big Daddy Walter. Seinen Künstlernamen hat ihm übrigens ein Taxifahrer in den USA verpasst.

Walter Hahn ist 1987 in Wien geboren und war als Sohn von zwei sportbegeisterten Eltern zunächst als Torwart im Fußball erfolgreich und spielte in der Landesauswahl. Ein Aufkleber an einer Laterne bewog ihn, eine Wrestlingschule zu besuchen. „Die Trainer haben in mir ein Talent gesehen, und so hatte ich nach sieben Monaten den ersten Kampf.“ Nach kurzer Zeit verbrachte er drei Monate in einem japanischen Dojo, um die Technik zu verfeinern.

In wenigen Tagen verwandelt Heiko Dassbeck seine Badminton-Halle in eine Wrestling-Arena. Er befindet sich mit Promoter Sebastian Hollmichel (r.) und Kämpfer „Big Daddy Walter“ (l.) an der Stelle, an der der Ring stehen wird.

Wieso wurde er in Deutschland sesshaft? Für die Liebe zog er nach Wunstorf, sagt er. „Meine Freundin hat mich auf einem Wettkampf kennengelernt. Da sie als Soldatin in einem Fliegerhorst gearbeitet hatte, habe ich mich entschieden, in ihrem Ort eine Lehre zu absolvieren.“ Seiner Freundin zuliebe stieg er sogar auf vegane Kost um. Diese Ernährung bringe ihm zahlreiche Vorteile, glaubt er. „Ich habe mehr Energie als zuvor“, sagt er. Nach der Umstellung auf pflanzliche Ernährung habe er auch eine bessere Haut bekommen. „Außerdem hatte ich 13 Kilo abgenommen. Ich bin aber kein Vorzeigeveganer. Alle drei Monate esse ich auch mal etwas anderes.“ Wie der 193 Zentimeter große Mann das Kampfgewicht von 134 Kilo hält? „Ich esse gerne. Mir fällt es leichter zuzunehmen als abzunehmen.“

Für den Sport hat er kürzlich sogar seinen Job mit Personalverantwortung für 60 Mitarbeiter als Lagerleiter einer bekannten Spedition an den Nagel gehängt und einen Trainerposten der neu eingerichteten „wXw“-Akademie übernommen. Er glaubt, dass Wrestling wieder einen ähnlichen Stellenwert bekommt wie in den 1990er-Jahren, als Größen wie Otto Wanz die Catch-Szene beherrschten.

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