Zwischen Sauna und Massage-Bank

Standing Ovations im Weyher Theater nach der Premiere von „Mit dir bin ich durch“

Keine Berührungsängste hatte Stefanie (Isabell Christin Behrendt) gegenüber Gabriel (Michael Grötsch).
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Keine Berührungsängste hatte Stefanie (Isabell Christin Behrendt) gegenüber Gabriel (Michael Grötsch).

Im Weyher Theater feierte am Wochenende das komödiantische Stück „Mit dir bin ich durch“ Premiere. Eine Geschichte, die in einem Wellness-Club spielt – und den Zuschauern mit Charme und Witze viel Beifall entlockte.

Weyhe – Wer nach der Uraufführung von „Mit dir bin ich durch“ im Weyher Theater keinen Appetit auf Antipasti, Hackbraten oder aber Pilzcrostini mit Flusskrebsen bekommen hatte, war wohl schon mit vollem Magen gekommen. „Wenn der Krustenbraten im Ofen ist – etwas Erotischeres gibt’s nicht“, schmachtete da Tim alias Thorsten Hamer vor sich hin. Essen spielt in der von Frank Pinkus und Kay Kruppa geschriebenen Komödie immer wieder eine zentrale Rolle – Genau wie die zwei Paare, die sich in einem Wellness-Hotel treffen und zufälligerweise beide an diesem Wochenende ihre Hochzeit planen wollen. Und irgendwann aufeinandertreffen ...

Interessante Figuren

Während es Tim lieber deftig mag, steht seine Zukünftige Stefanie (Isabell Christin Behrendt) auf leichte und mediterrane Kost. Genau wie Physiotherapeut Gabriel (Michael Grötzsch), der von allen nur Gabi genannt wird. Bei ihm landen die Gäste der Reihe nach auf der Pritsche, plaudern aus dem Nähkästchen und aus ihrem Leben. Auch der von sich selbst sehr eingenommene Martin (Marco Linke), der gerade seine zweite Ehe mit Anja plant, sich aber doch noch ganz gerne an die erste mit Stefanie erinnert: „Steffi war die Liebe meines Lebens, dachte ich“, erzählt der großspurig auftretende Martin.

Pikante Details aus der Vergangenheit

Dann aber kreuzte eine Auszubildende seinen Weg. „20 Jahre jünger, ein Traum“, schwärmt er Gabi vor, während er von ihm durchgeknetet wird. „Was redet man da?“, will der von ihm wissen, wie es ist, mit einer so viel jüngeren Frau zusammen zu sein. „Ich will doch nicht die Beichte ablegen“, protzt Martin, der sich selbst nur zu gerne „MM – die Wunderwaffe“ nennt. „Ich bin lieber langweilig und treu“, erwidert Gabi und staunt, warum die erste Ehe von Martin gescheitert ist: Weil seine Frau Steffi herausfand, dass er Bilder seines Geschlechtsteils via Smartphone an seine Affäre schickte ...

Auch diese Bilder spielen immer wieder eine Rolle in dem Stück, das Frank Pinkus und Kay Kruppa ihrem Ensemble sprichwörtlich auf den Leib geschrieben haben. Thorsten Hamer als liebenswürdiger Tim, der seine geschiedene Frau Anja doch immer noch liebt. Corinna Buchholz als Anja, die eigentlich Wunderwaffe Martin heiraten möchte, und Physiotherapeut Gabi sehr deutlich-lasziv erklärt: „Ich bin die wilde Anja.“ Sprach’s und greift ihm ans Sixpack. Marco Linke gibt den sehr von sich überzeugten Martin, Isabell Christin Behrendt mimt die angehende Ehefrau von Tim und Ex-Frau von Martin, ist aber doch ziemlich angetan von Masseur Gabi. Michael Grötzsch, der neu ist am Weyher Theater, verkörpert einen überzeugenden und einfühlsamen Masseur. Zudem serviert er Stefanie Pilzcrostini mit Flusskrebsen – und die ist ganz und gar hingerissen.

Kurzweil, Action und humorvolle Momente

Zwischen Massage-Bank, Ruheraum und Sauna gibt es ganz viel starke Situationskomik, großen Humor und jede Menge Spaß fürs begeisterte Publikum. Dass die in Bademantel und Handtuch gewandeten Schauspielerinnen und Schauspieler wie immer ihr ganzes Herzblut in ihre Rollen geben, ist unübersehbar.

Das Stück ist übrigens nicht nur perfekt besetzt, sondern passt ebenso perfekt auf die Bühne des Weyher Theaters: Eine Komödie, die amüsierten Gästen ganz viel Kurzweil, Action und humorvolle Momente beschert – genau das eben, was das Publikum hier auf den Brettern erleben will. Kurzum: ein gelungener Start in eine neue Spielzeit. Zur Belohnung gab’s am Ende minutenlangen Applaus und stehende Ovationen. Und wer am Ende des Wochenendes mit wem das Hotel verlässt, wird an dieser Stelle nicht verraten ...

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